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Bitburger Flugplatz-Projekt gescheitert
Das attraktive Projekt zur Schaffung eines Frachtflughafens in der strukturschwachen Region Bitburg-Prüm ist erst einmal ad acta gelegt.

Bitburger Flugplatz-Projekt gescheitert

Bild: Ballini Pitt & Partners Architectes/Grid Design
Das attraktive Projekt zur Schaffung eines Frachtflughafens in der strukturschwachen Region Bitburg-Prüm ist erst einmal ad acta gelegt.
Wirtschaft 2 Min. 11.04.2012

Bitburger Flugplatz-Projekt gescheitert

Das ehrgeizige Projekt zur Übernahme der ehemaligen US-Airbase in Bitburg durch den Luxemburger Unternehmer Frank Lamparski ist gescheitert. Der Investor aus Mamer konnte nicht nachweisen, dass das notwendige Startkapital von 30 Millionen Euro auch wirklich vorliegt.

(jw) - Das ehrgeizige Projekt zur Übernahme der ehemaligen US-Airbase in Bitburg durch den Luxemburger Unternehmer Frank Lamparski ist gescheitert. Der Investor aus Mamer konnte nicht nachweisen, dass das notwendige Startkapital von 30 Millionen Euro auch wirklich vorliegt.

"Die bekannten Voraussetzungen für die Übernahme der kommunalen Geschäftsanteile an der Flugplatz GmbH wurden durch Herrn Lamparski innerhalb der vereinbarten Frist nicht erüllt", steht in der Mitteilung, die der Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH Michael Billen am Mittwochnachmittag verschickte.

Weiter schreibt der Vorsitzende, dass die Unternehmensziele der Flugplatz GmbH davon vorerst unberührt blieben. Weiterhin gelte es, "die planerischen, rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zur Nutzung der fliegerischen Infrastruktur zu schaffen". Zeitnah werde sich der Aufsichtsrat über die weitere Vorgehensweise beraten, heißt es weiter.

Erwartungen in Luft aufgelöst

Auch die Wirtschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz Eveline Lemke zeigte sich enttäuscht über den Ausgang. „Der bestehende Masterplan, der eine Flughafennutzung vorsieht, muss nun an die tatsächlichen Möglichkeiten angepasst werden. Leider sind die geweckten Erwartungen nicht erfüllt worden, sie haben sich nun quasi in Luft aufgelöst", schrieb sie in einer Pressemeldung.

Von Seiten des Ministerium will man jetzt auf den sogenannten Plan B zurückgreifen, der eine Nutzung im Bereich der regenerativen Energien vorsah. "Es gibt mehrere Vorschläge, wie die weitere Konversion umzusetzen ist und dabei Klimaschutz und Energiewende einbezogen werden können. Jetzt geht es darum, diese Ideen auf ihre konkrete Umsetzbarkeit und ihre Wirtschaftlichkeit hin im Einzelnen zu prüfen“, schreibt die Ministerin weiter.

Frank Lamparski hatte bereits mehrere Fristen zur Vorlage der geforderderten Summe von 30 Millionen Euro Startkapital verstreichen lassen. Mit Hilfe von asiatischen Geldgebern, die laut eigenen Aussagen 380 Millionen Euro in sein Projekt stecken sollen, wollte er dort einen internationalen Flughafen aufbauen. Die Nichteinhaltung der Frist zur Vorlage zumindest der 30 Millionen begründete der Projektentwickler den Medien gegenüber mit langwierigen Banküberprüfungen nach dem Geldwäschegesetz.

Nach mehrmaligem Hin und Her ist das Projekt damit wohl endgültig gescheitert.


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