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Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg
Wirtschaft 2 Min. 10.02.2021

Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg. Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion des Botenstoffs mRNA für den Corona-Impfstoff begonnen.

Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg. Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion des Botenstoffs mRNA für den Corona-Impfstoff begonnen.
Foto: Biontech
Wirtschaft 2 Min. 10.02.2021

Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Das neue Biontech-Werk spielt künftig eine zentrale Rolle bei der Herstellung des begehrten Vakzins des Mainzer Unternehmens. Bis zu 750 Millionen Dosen jährlich sollen dort hergestellt werden, wenn der Betrieb richtig angelaufen ist.

(dpa) -  Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Als erster Schritt werde der Botenstoff mRNA hergestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Biontech hatte vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dafür erhalten. 

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden nach Unternehmensangaben voraussichtlich Anfang April ausgeliefert.


A worker shows a vial of Pfizer-BioNTech Covid-19 vaccine at the arrival of the first shipment in France in the AP-HP central pharmacy on the outskirts of Paris on December 26, 2020. - France's first doses of the Pfizer-BioNTech coronavirus vaccine were delivered early on December 26, 2020, to the Paris hospital system's central pharmacy outside the capital, an AFP journalist saw. A refrigerated truck brought the roughly 19,500 doses from the Pfizer factory in Puurs, northeast Belgium, to Paris, the capital's APHP hospital authority said, with pharmacy chief Franck Huet calling it a "historic" moment in the pandemic. (Photo by STEPHANE DE SAKUTIN / POOL / AFP)
Wie der Impfstoff nach Luxemburg kommt
Dank der Nähe zum Pfizer-Werk in Belgien kann der Corona-Impfstoff „BNT162b2“ per Lieferwagen ins Großherzogtum gebracht werden.

Unterdessen kündigte am Mittwoch auch der britisch-schwedische Impfstoffhersteller  AstraZeneca an, neue Kapazitäten in Deutschland schaffen zu wollen. 

Die Anlagen sollen in Zusammenarbeit mit der Firma IDT Biologika in Sachsen-Anhalt entstehen und eine zweistellige Millionenzahl von Impfdosen pro Monat produzieren. Das Werk werde jedoch erst Ende 2022 betriebsbereit sein.   

Produktionsschritte müssen genehmigt werden

Sobald das Biontech-Werk in Marburg voll betriebsbereit ist, will das Unternehmen dort bis zu 750 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs jährlich herstellen. Der neue Standort in Mittelhessen gilt als wichtiger Pfeiler in dem Bemühen von Biontech und Pfizer, in diesem Jahr die weltweite Produktionskapazität auf zwei Milliarden Dosen des Impfstoffs zu erhöhen.

Das Botenmolekül mRNA ist den Angaben zufolge der eigentliche Wirkstoff in dem Vakzin. Es wird in Marburg in weiteren Schritten gereinigt, konzentriert und schließlich in eine schützende Hülle aus Lipiden gebracht. So kann die empfindliche mRNA besser in die Zellen gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Biontech will den hergestellten Impfstoff schließlich zu einem Produktionspartner transportieren, wo er abgefüllt und fertiggestellt werden soll. Beim derzeit in Mainz und Idar-Oberstein hergestellten Stoff ist dies das Werk von Pfizer im belgischen Puurs.

Der Produktionsprozess wird von mehreren Qualitätsprüfungen begleitet, wie Biontech weiter erklärte. Die einzelnen Produktionsschritte der neuen Anlagen müssen demnach von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA genehmigt werden. Entsprechende Daten würden im Februar und März eingereicht.

Die Qualität des Endprodukts wird den Angaben zufolge vom firmeneigenen Labor im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen geprüft, bevor das Vakzin schließlich zur Verwendung freigegeben wird.

Biontech hatte die Marburger Fabrik vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen.  

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