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BGL-Chef: "Wir stehen zu unseren Kunden"
Wirtschaft 4 Min. 02.04.2020 Aus unserem online-Archiv

BGL-Chef: "Wir stehen zu unseren Kunden"

Die Bank hat einen Teil ihrer Mitarbeiter in verschiedenen Betriebsgebäuden aufgeteilt.

BGL-Chef: "Wir stehen zu unseren Kunden"

Die Bank hat einen Teil ihrer Mitarbeiter in verschiedenen Betriebsgebäuden aufgeteilt.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 4 Min. 02.04.2020 Aus unserem online-Archiv

BGL-Chef: "Wir stehen zu unseren Kunden"

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
So will BGL BNP Paribas Unternehmen und Privatkunden in der Corona-Krise unterstützen.

Die Corona-Krise stellt viele Firmen und Selbstständige vor enorme Herausforderungen. Nahezu alle Branchen erleben dramatische Einbrüche, in etlichen Betrieben sind die Türen sogar ganz geschlossen. "In dieser Situation stehen wir an der Seite unserer Kunden", betont Geoffroy Bazin, Präsident des Exekutivkomitees der BGL BNP Paribas, "wir sind der Überzeugung, dass wir in dieser Zeit eine große Verantwortung tragen, um der Wirtschaft und den Privatkunden zu helfen".

Geoffroy Bazin, Präsident des Exekutivkomitees der BGL BNP Paribas.
Geoffroy Bazin, Präsident des Exekutivkomitees der BGL BNP Paribas.
Foto: Pierre Matgé

Deshalb habe sich die Bank aktiv an den Diskussionen des Finanzplatzes rund um den Stabilisierungspakt der luxemburgischen Regierung beteiligt. "In diesen Krisenzeiten sind wir bestrebt, unseren Kunden operative Lösungen anzubieten", so Bazin. 

"Keine einheitliche Lösung" 

Die Bank stellt zu diesem Zweck den Unternehmen Maßnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen bereit. "Dabei entwickeln unsere Berater zusammen mit dem Kunden die beste und zugleich wirtschaftlich optimale Lösung", erläutert Geoffroy. "Es gibt keine einheitliche Lösung, wir analysieren von Fall zu Fall die bestmöglichen Schritte angesichts der jeweiligen finanziellen Situation." 


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Um den wirtschaftlichen Schaden der Krise abzufedern, biete die Bank etwa den Kunden die Möglichkeit an, bei Krediten ihre Raten – Tilgung und Zinsen – für maximal sechs Monate auszusetzen. 

Zudem spielt die Bank eine wichtige Rolle bei der Vergabe staatlicher Notkredite für angeschlagene Betriebe. "Das entsprechende Gesetz wurde noch nicht verabschiedet, daher können wir diese Kredite noch nicht anbieten. Aber wir führen bereits interne Diskussionen über mögliche operative Modalitäten", sagt Anne-Sophie Dufresne, die für die "Banque des entreprises" zuständige Direktorin. "Niemand hindert uns daran, Moratorien einzuführen, die Erleichterungen anbieten, oder kurzfristige Cashflow-Hilfen denen zur Verfügung zu stellen, die es dringend benötigen. Später können wir all dies in längerfristigen Verträgen mit Garantien festschreiben." 

15 unserer Filialen sind geöffnet und stehen zur Verfügung, um alles Dringende und Wesentliche durchzuführen.

Auch für Privatleute sieht sich die Bank "nahe am Kunden". Im Einklang mit den Empfehlungen der Regierung zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus hat die Bank einige Filialen vorübergehend geschlossen, allerdings: "15 unserer Filialen sind geöffnet und stehen zur Verfügung, um alles Dringende und Wesentliche durchzuführen", so Bazin. 

Das Geldinstitut rät aber, im Sinne der geltenden Vorsichtsmaßnahmen vor allem die "kontaktlosen" Wege zu bevorzugen – sei es Web Banking, Phone Banking oder mithilfe der Website bgl.lu. Auch für Zahlungen in Supermärkten, Apotheken und anderen Geschäften empfiehlt die Bank ihren Kunden die Verwendung von Konto- oder Kreditkarten. 

800 Mitarbeiter im Homeoffice

Um die Sicherheit der mehr als 2 400 Mitarbeiter zu gewährleisten, wurde Mitte März ein interner Notfallplan eingeführt. "Es trifft sich täglich ein Krisenausschuss, um eine Bestandsaufnahme zu machen, Maßnahmen zu ergreifen und den Stand weiterzuverfolgen", erklärt Bazin. Zu den Maßnahmen gehört auch, dass viele Mitarbeiter der Bank von zu Hause aus arbeiten: "So sind wir innerhalb von drei Wochen von null auf 800 Heimarbeiter gekommen".  

Darüber hinaus hat die Bank einen Teil seiner Mitarbeiter in verschiedenen Betriebsgebäuden aufgeteilt. "Wir sind hauptsächlich in Kirchberg positioniert, aber wir nutzen auch unser Ausweichzentrum in Bettembourg und unser Zweigstellennetz. 400 Mitarbeiter arbeiten weiterhin an diesen Standorten", erklärt Bazin. 


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Obendrein müssen 700 der Angestellten, die nicht mit als "prioritär" eingestuften Tätigkeiten beschäftigt sind, lediglich auf Abruf zur Verfügung stehen, um in Notfällen einspringen zu können. Schließlich haben noch 200 Mitarbeiter den Urlaub aus familiären Gründen beantragt. 

Gleichzeitig wurden spezifische Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter getroffen, die noch an den Standorten der Bank arbeiten. Dazu gehören Hygienemaßnahmen, vergrößerte Abstände zwischen den Mitarbeitern und die Verstärkung der Informationsstelle für das Personal. 


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Auch gilt die Aufmerksamkeit der Stabilität und Sicherheit der wesentlichen Prozesse innerhalb der Bank. "Wir haben äußerst wachsam darauf geachtet, dass diese technischen Maßnahmen überall da, wo die IT-Risiken hoch sind, höchst sicher bleiben", versichert der Manager und fügt hinzu: "Bis jetzt funktionieren alle Prozesse optimal. Und wir werden sie weiterhin verstärken, vor allem in Bezug auf Homeoffice."

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