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Bettel verspricht Zeitplan für 5G-Aufbau einzuhalten
Wirtschaft 3 Min. 11.12.2019

Bettel verspricht Zeitplan für 5G-Aufbau einzuhalten

Mit offenen Armen der Zukunft entgegen: In Luxemburg treibt der Kommunikations- und Medienminister Xavier Bettel die Einführung des 5G-Mobilfunknetzes voran.

Bettel verspricht Zeitplan für 5G-Aufbau einzuhalten

Mit offenen Armen der Zukunft entgegen: In Luxemburg treibt der Kommunikations- und Medienminister Xavier Bettel die Einführung des 5G-Mobilfunknetzes voran.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 3 Min. 11.12.2019

Bettel verspricht Zeitplan für 5G-Aufbau einzuhalten

Mara BILO
Mara BILO
Bei der „Luxembourg 5G Conference“ in Kirchberg hat Premier Xavier Bettel in seiner Eigenschaft als Kommunikations- und Medienminister den nächsten Schritt beim 5G-Aufbau angekündigt.

Die Botschaft ist unmissverständlich: „Für EU-Mitgliedstaaten, die sich der raschen Einführung des 5G-Netzes widersetzen, wird die Europäische Kommission Vertragsverletzungsverfahren eröffnen.“ Mit diesen Worten hat Roberto Viola, Generaldirektor der „DG Connect“-Abteilung der Europäischen Kommission – für die Entwicklung eines digitalen Binnenmarktes zuständig – klar gemacht, dass man es in Brüssel mit der Einführung des superschnelles Mobilfunknetzes der fünften Generation (5G) ernst meint. Und setzt so auch Luxemburg unter Druck.

Viola war am Mittwoch Gast der „Luxembourg 5G Conference“, die am Donnerstag im European Convention Center in Kirchberg zu Ende geht. Ziel der Konferenz – die nun zum zweiten Mal stattfindet – ist es, Unternehmen, Organisationen, lokalen Gemeinschaften sowie interessierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich über das Mobilfunknetz 5G auszutauschen.


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Dem im September 2016 vorgestellten 5G-Aktionsplan der Europäischen Kommission zufolge soll mindestens eine Stadt in jedem EU-Mitgliedstaat bis Ende 2020 mit dem 5G-Netz ausgestattet sein. Ein ambitiöses Ziel, denn: Auch wenn in den meisten EU-Mitgliedstaaten bereits erste Schritte unternommen wurden, hinkt Europa allgemein hinter den USA, China und Südkorea hinterher.

„Die Einführung des 5G-Netzes in den europäischen Mitgliedstaaten ist sehr unterschiedlich“, bilanziert der Generaldirektor der Europäischen Kommission. Einige europäische Städte haben zwar schon teilweise die 5G-Technologie vermarktet, doch die Abdeckungsfläche ist im Vergleich mit chinesischen oder amerikanischen Städten sehr gering. „In Europa ist in vielen Ländern die Rede von ein paar hundert 5G-Basisstationen, allein im südchinesischen Shenzhen sind es bereits 4 000 – und das nur für eine Stadt“, betont der geschäftsführende Vizepräsident der Firma OnePhone Group Fredrik Zetterlund.

Breites Frequenzspektrum für künftige 5G-Betreiber

In Luxemburg wird derweil diskutiert, ob die für den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes benötigten Frequenzbänder nun doch versteigert werden sollen. Nach den vom „Institut luxembourgeois de régulation“ (ILR) organisierten öffentlichen Konsultationen hatten sich mehr Bewerber als erwartet für den Aufbau und Betrieb des 5G-Netzes gemeldet.


A journalist takes pictures of a projection screen prior to the start of Germany's auction for the construction of an ultra-fast 5G mobile network on March 19, 2019 at the German Federal Network Agency (BNA, Bundesnetzagentur) in Mainz, western Germany. - Germany launched the action as a transatlantic dispute rages over security concerns surrounding giant Chinese telecoms equipment maker Huawei. '5G' -- 'fifth generation' -- is the latest, high-speed generation of cellular mobile communications and Berlin will require winning bidders to offer 5G service to at least 98 percent of German households and along motorways and rail lines. (Photo by Arne Dedert / dpa / AFP) / Germany OUT
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Auch wenn noch Unklarheit darüber herrscht, wie es mit der Vergabe dieser Frequenzbänder weitergehen soll, hat Premier Xavier Bettel (DP) in seiner Eigenschaft als Kommunikations- und Medienminister den Kongress genutzt, um den nächsten Schritt anzukündigen. Den künftigen Betreiber des 5G-Netzes soll ein breiteres Spektrum angeboten werden – das ILR hatte bislang ein Spektrum von 280 MHz im Frequenzbereich von 3,4 bis 3,7 GHz geplant. Nun sollen 50 MHz dazu kommen; das wird die Datenübertragungsgeschwindigkeit erhöhen. Gleichzeitig versichert Bettel, dass „Luxemburg dem Zeitplan der Europäischen Kommission folgen wird“, um so die Brüsseler Vorgaben bis 2020 im Großherzogtum umzusetzen.

Das bei der Vorstellung der nationalen „5G Strategie“ im September 2018 erklärte Ziel, Luxemburg zum einem der 5G-Vorreiter zu machen, ist allerdings vom Tisch. Dem „European 5G Observatory“ zufolge – eine Informationsstelle, die über die Einführung von 5G in Europa Auskunft gibt – ist das Mobilfunknetz der fünften Generation bereits in europäischen Städten wie Amsterdam, Berlin, London und Stockholm auf dem Markt. In Luxemburg aktive Mobilfunkanbieter wie Orange und Proximus sind nach eigenen Angaben zwar auf die Einführung des 5G-Netzes vorbereitet, warten aber immer noch auf die Vergabe der notwendigen Frequenzbänder.


Zum Themendienst-Bericht von Dirk Averesch vom 27. Februar 2018: 5G ist das nächste große Ding in Sachen Mobilfunk. Erste funktionierende Netze werden für 2020 erwartet. Bis dahin zeigt die Branche auf dem Mobile World Congress (bis 1. März) schon einmal, was damit alles möglich sein könnte.
(Bild vom 26.02.2018/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
5G: Die Konsultationen über Aufbau und Betrieb des Netzes laufen
Die ganze Welt wartet auf das superschnelle Mobilfunknetz der fünften Generation 5G – Luxemburg startet jetzt durch.

Roberto Viola forderte deshalb im Namen der „DG Connect“-Abteilung der Europäischen Kommission die Benelux-Länder auf, bei der Realisierung der nationalen 5G-Netze schneller zu werden. In Belgien beispielsweise ist die Situation besonders kritisch; das Nachbarland wird das 5G-Netz voraussichtlich erst im Jahr 2021 realisieren und damit den von der Europäischen Kommission vorgesehenen und geforderten Zeitplan nicht einhalten.


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