Berufung gegen Luxleaks-Urteil

Strafe für Deltour halbiert

Der Whistleblower Antoine Deltour (Mitte) ist erleichtert über das mildere Urteil, aber nicht ganz zufrieden.
Der Whistleblower Antoine Deltour (Mitte) ist erleichtert über das mildere Urteil, aber nicht ganz zufrieden.
Foto: Chris Karaba

(vb) – Das Berufungsgericht hat das Urteil gegen den Whistleblower Antoine Deltour in der Luxleaks-Affäre auf sechs Monate auf Bewährung halbiert. Der Mitangeklagte Raphaël Halet erhielt ebenfalls eine mildere Strafe.

Die Richter verurteilten Antoine Deltour wegen Datendiebstahls zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und 1500 Euro Geldstrafe. Ihm wurde der Diebstahl von 538 Steuerabkommen vorgeworfen. Vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Berufsgeheimnis wurde er freigesprochen. In diesem Punkt wurde er als Whistleblower anerkannt.

Mehr Videos finden Sie in unserer Video-Rubrik

Halet muss eine Geldstrafe von 1000 Euro bezahlen. Er war in erster Instanz zu neun Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden.

Die beiden früheren Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hatten mit der Veröffentlichung von Steuerdokumenten extrem geringfügige Steuerzahlungen großer multinationaler Unternehmen in Luxemburg publik gemacht.

Mehr Videos finden Sie in unserer Video-Rubrik

Das Berufungsgericht bestätigte den Freispruch gegen den Fernsehjournalisten Edouard Perrin, der die Affäre öffentlich gemacht hatte.

Deltour und Halet müssen zudem dem Zivilkläger, ihrem Arbeitgeber PricewaterhouseCoopers, einen symbolischen Euro zahlen.

Aktivisten demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude für einen Freispruch von Antoine Deltour.
Aktivisten demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude für einen Freispruch von Antoine Deltour.
Foto: Pierre Matgé