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Bertelsmann übernimmt restlichen Anteil von Penguin Random House
Wirtschaft 18.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Bertelsmann übernimmt restlichen Anteil von Penguin Random House

Bücher von Penguin Books und Random House stehen in einem Regal in einem Buchladen.

Bertelsmann übernimmt restlichen Anteil von Penguin Random House

Bücher von Penguin Books und Random House stehen in einem Regal in einem Buchladen.
Foto: Andy Rain/epa/dpa
Wirtschaft 18.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Bertelsmann übernimmt restlichen Anteil von Penguin Random House

Bücher sind die Keimzelle von Bertelsmann. Seit Jahren hat das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh viel Spaß am Buchgeschäft - und jetzt auch die volle Kontrolle bei Penguin Random House.

(dpa) - Nach der Übernahme der restlichen 25 Prozent von Penguin Random House wird Bertelsmann im neuen Jahr alleiniger Besitzer der größten Verlagsgruppe der Welt. Der Konzern kauft dem britischen Mitgesellschafter Pearson Anteile im Wert von 675 Millionen US-Dollar (derzeit rund 605,3 Mio Euro) ab, wie Bertelsmann am Mittwoch in Gütersloh mitteilte.

Die Übernahme, die im zweiten Quartal 2020 vollzogen werden soll, steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Die deutsche Verlagsgruppe Random House war bislang bereits vollständig im Besitz von Bertelsmann. Sie soll Teil von Penguin Random House mit Sitz in New York werden. "Für die Mitarbeiter in München ändert sich nichts", sagte Thomas Rabe der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann betonte, dass dieser Schritt keine Folgen für den deutschen Standort habe. Zu der Buchverlagsgruppe gehören dann weltweit mehr als 300 Einzelverlage.

Die Hauptgeschäftsstelle von Bertelsmann Deutschland in Gütersloh.
Die Hauptgeschäftsstelle von Bertelsmann Deutschland in Gütersloh.
Foto: Roberto Pfeil / AP

"Das Buchgeschäft gehört zur Identität von Bertelsmann", sagte Rabe zu den Gründen für die Übernahme der restlichen Anteile. "Die USA bleiben der größte Markt im Buchbereich." Hier sehe das Unternehmen weiterhin die größten Wachstumschancen. Aber auch der spanischsprachige Markt, Indien und China hätten großes Potenzial. Durch die Übernahme erhöhe sich der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis um mehr als 70 Millionen Euro im Jahr, sagte der Bertelsmann-Chef. 2018 hatte der Konzern einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Bertelsmann und Pearson hatten 2013 ihre Verlagsgeschäfte zusammengelegt. Die Gütersloher stockten nach und nach ihre Anteile auf 75 Prozent auf. Mit dem Buchgeschäft machte Bertelsmann 2018 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Das sind knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes von Bertelsmann mit 17,7 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Der Gründer der Bertelsmann-Stiftung, Reinhard Mohn, bei einer Presseveranstaltung im Jahr 1999. Er starb 2009 im Alter von 88 Jahren.
Der Gründer der Bertelsmann-Stiftung, Reinhard Mohn, bei einer Presseveranstaltung im Jahr 1999. Er starb 2009 im Alter von 88 Jahren.
Foto: REUTERS

Zum Konzern zählen neben der Buchsparte die börsennotierte und werbefinanzierte europäische Sendergruppe RTL, das Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr, die Musiktochter BMG, die Dienstleistungstochter Arvato, Druckereien sowie eine Investitions- und Bildungssparte.

Eigentümer von Bertelsmann sind zum Großteil Stiftungen, darunter die Bertelsmann-Stiftung, die 1977 von Reinhard Mohn gegründet wurde. Die Familie Mohn hält die restlichen Anteile von knapp 20 Prozent. Das Unternehmen ist bereits seit seiner Gründung im Jahr 1845 im Familienbesitz.


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