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Benzin und Diesel immer billiger
Wirtschaft 2 Min. 27.08.2015 Aus unserem online-Archiv
Kommt die nächste Indextranche später?

Benzin und Diesel immer billiger

Die Ölförderländer verdienen an dem schwarzen Gold immer weniger.
Kommt die nächste Indextranche später?

Benzin und Diesel immer billiger

Die Ölförderländer verdienen an dem schwarzen Gold immer weniger.
AFP
Wirtschaft 2 Min. 27.08.2015 Aus unserem online-Archiv
Kommt die nächste Indextranche später?

Benzin und Diesel immer billiger

Wieder einmal sinken die Benzinpreise. Der günstige Sprit freut die Autofahrer, doch wegen der niedrigen Inflation könnte die kommende Indextranche später als vorgesehen ausgezahlt werden.

(vb) – Wieder einmal sinken die Benzinpreise. Der günstige Sprit freut die Autofahrer, doch wegen der niedrigen Inflation könnte die kommende Indextranche später als vorgesehen ausgezahlt werden.

Autofahrer dürfte die stetige Abwärtsbewegung bei den Diesel- und Benzinpreisen überraschen. Diesel liegt bereits seit mehr als einer Woche unter der 1-Euro-Marke, Benzin wird in der Nacht auf Freitag um ganze 5 Cent günstiger. Ab Freitag kostet ein Liter Benzin dann 1,11 Euro.

Es gibt gleich mehrere Gründe für den Abwärtstrend:

  • Öl wird in Dollar gehandelt. In den letzten zwei Wochen hat der Euro zum Dollar aufgewertet, so dass für Europäer das Öl billiger geworden ist.

  • China befindet sich in einer Wachstumsschwäche und verbraucht deshalb weniger Öl. Auf dem Weltmarkt lässt das die Preise sinken.

  • Der Atomstreit mit dem Iran ist beendet und das Land darf mit seinem Öl auf den Weltmarkt zurückkehren.

  • Die USA haben in letzter Zeit Milliarden Dollar in Fracking investiert. Sie dürften damit bald zum weltweit größten Ölförderer werden.

Der Ölpreis ist in Folge dieser Entwicklungen stark gesunken, nämlich von 110 Dollar pro Fass vor einem Jahr auf derzeit 43 Dollar.

In Luxemburg bekommt der Kunde an der Tankstelle diesen Preisverfall nur teilweise ab, weil ein großer Teil des Preises aus Akzisen besteht. Diese Mineralölsteuer beträgt 46 Cent pro Liter Benzin und 33 Cent pro Liter Diesel und ist unabhängig vom jeweiligen Ölpreis. Zusätzlich muss der Kunde noch 17 Prozent TVA bezahlen.

Grafik: Sabina Palanca

Da Benzin, Diesel und Heizöl ein wichtiger Bestandteil des Warenkorbs zur Inflationsberechnung ist, ändert sich auch hier einiges. Noch Anfang August gab Wirtschaftsminister Schneider bekannt, dass „die nächste Indextranche laut den Prognosen im November erfällt und demnach die Gehälter im Dezember erhöht werden“. Innerhalb von drei Wochen haben sich die Prognosen bereits geändert, schreibt der Statec am Mittwoch in seinem Konjunkturbericht: „Entgegen der vorherigen Prognosen ist der Preis des schwarzen Goldes im Verlauf des Augusts gesunken und liegt nun bei 36 Euro pro Fass. Wenn sich der Preis auf diesem Niveau stabilisiert, könnte sich die nächste Indextranche auf das erste Trimester 2016 verschieben.“

Betrachtet man die Rahmenbedingungen, dürfte die Tendenz zu niedrigen Ölpreisen anhalten. Ökonomen gehen davon aus, dass die weltweite Konjunktur sich eintrübt und folglich weniger Öl verbraucht wird. Gleichzeitig halten wichtige Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland die Produktion hoch. In der Branche spricht man längst von einem Ölpreiskrieg, bei dem die Opec-Staaten einerseits und die USA mit ihrem Fracking-Boom sich gegenüber stehen. Der Gewinner ist diesmal der Autofahrer.


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