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Belgien teurer als Luxemburg
Wirtschaft 2 Min. 04.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Preise im Supermarkt

Belgien teurer als Luxemburg

Wirtschaft 2 Min. 04.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Preise im Supermarkt

Belgien teurer als Luxemburg

Für einen gefüllten Einkaufswagen muss ein Kunde im Durchschnitt am meisten in Belgiens Supermärkten zahlen. Dies geht aus der jüngsten Studie der Kommission für Preisgestaltung hervor.


Die Nielsen-Studie basiert auf Daten von rund 100 000 Produkten aus 22 Supermärkten, die sich in einem Umkreis von 50 km von Luxemburg befinden.
Die Nielsen-Studie basiert auf Daten von rund 100 000 Produkten aus 22 Supermärkten, die sich in einem Umkreis von 50 km von Luxemburg befinden.
Marc Wilwert

(lb) Beim Einkaufen stehen dem Kunden im Durchschnitt in luxemburgischen Supermärkten 13 600 verschiedene Produkte zur Verfügung. Die französischen Lebensmittelläden bieten im Vergleich dazu 16 500 Waren an, gegen 12 000 in Belgien. Dies geht aus der jüngsten Studie der Kommission für Preisgestaltung hervor, die dem luxemburgischen Wirtschaftsministerium angehört.

Diese beschäftigte sich vor allem mit den Produktpreisen in der Großregion, die je nach Land und Supermarkt variieren. Die Nielsen-Studie basiert auf Daten von rund 100 000 Produkten aus 22 Supermärkten, die sich in einem Umkreis von 50 km von Luxemburg befinden. Dennoch streicht sie hervor, dass nur 0,19 Prozent der Produkte in allen vier Regionen gleich vorhanden sind. Auf einer Preis-basis von November 2014, zeigt die Studie, dass die deutsche Grenzregion im Durchschnitt die günstigsten Preise der Großregion anbietet. In Luxemburg sind die Waren im Durchschnitt 0,5 Prozent teurer als in seinen Nachbarländern. Dabei sind die Preise höher als in Frankreich, aber niedriger als in Belgien. Das Großherzogtum ist in den Flüssigprodukten am wettbewerbsfähigsten, was vor allem mit den Alkoholpreisen zusammenhängt. Frische Produkte sind in Frankreich am günstigsten, wogegen der Verbraucher für Lebensmittel, Drogerie und Kosmetikprodukte, sowie Waren aus den Non-Food-Sparten in Deutschland am wenigsten zahlt. Belgien ist in allen fünf Bereichen am teuersten.

Unterschiede je nach Supermarkt

Vergleicht man ausschließlich jene Produkte, die identisch in mehreren Ländern verkauft werden, so zeigt sich, dass Luxemburg 3,2 Prozent günstiger ist als sein belgischer Nachbar. Bei diesem Vergleich wurden die Preise 6 971 gemeinsamer Produkte abgewägt. Bei über der Hälfte der Waren liegt der Preisunterschied unter zehn Prozent. In Frankreich hingegen, sind 59 Prozent der identischen Waren günstiger als in Luxemburg. Auch hier treibt Deutschland die Hitliste an: Bei mehr als zwei Drittel der Produkte muss der Kunde hier weniger tief in die Tasche greifen.

Ein Preisunterschied wurde auch je nach Supermarkt festgestellt. Wie die Studie hervorhebt, liegen die Preise bei drei von Luxemburgs analysierten Supermärkten unter dem Durchschnitt der Großregion. Einer der sechs analysierten Supermärkte ist sogar 3,4 Prozent preiswerter, wobei ein weiterer sich allerdings als teuerster der gesamten Großregion erweist.

Unterschiedliche Preispolitik je nach Land

Vergleicht man das Angebot internationaler Supermarktketten, so stellt sich heraus, dass vier der sechs Unternehmen in Luxemburg im Durchschnitt billigere Preise als im Ausland anbieten. Die Studie streicht auch Unterschiede in der Preispolitik der Unternehmen hervor. Einige passen ihre Preise dem lokalen Markt an, wobei andere ihre Preisschilder nicht ändern. Dies ist besonders angesichts der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze erstaunlich und zeigt demnach, dass der TVA-Satz sich oft nicht im Endpreis widerspiegelt. Auch streicht die Studie hervor, dass die Preise in den luxemburgischen Geschäften oft aufeinander abgestimmt sind, was beispielsweise in Frankreich und Belgien eher selten vorkommt.

Die höheren Preise in Luxemburg erklärt die Nielsen-Studie damit, dass die Wettbewerbsfähigkeit dadurch eingeschränkt ist, dass viele Produzenten und Zulieferer luxemburgischen Händlern den freien Zugang zur Bevorratung verweigern. Dies sei auf territoriale Beschränkungen zurückzuführen. Demnach sind einige Händler aus Luxemburg nicht in der Lage, sich den wettbewerbsfähigsten Vertriebskanal auszusuchen. Um dieses Problem zu beheben, hat Wirtschaftsminister Étienne Schneider die Tagung einer Arbeitsgruppe von Benelux-Experten in die Wege geleitet.


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