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Bedenken über Verzahnung von Facebook und WhatsApp
Wirtschaft 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Datenschutz

Bedenken über Verzahnung von Facebook und WhatsApp

Facebook greift künftig auf Daten von WhatsApp-Nutzer zurück.
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Bedenken über Verzahnung von Facebook und WhatsApp

Facebook greift künftig auf Daten von WhatsApp-Nutzer zurück.
Foto: AFP
Wirtschaft 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv
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Bedenken über Verzahnung von Facebook und WhatsApp

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Seit zwei Jahren gehört WhatsApp zu Facebook. Künftig sendet der Messaging-Dienst die Telefonnummern seiner Nutzer an das soziale Netzwerk. Der nationalen Datenschutzkommission sind die Hände gebunden.

(ml) - Facebook ist der Herrscher der sozialen Netzwerke. Vor zwei Jahren übernahm der Gigant den Messaging-Dienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Damals wurde verkündet, dass man eine Partnerschaft anstrebe, die es WhatsApp ermöglichen werde, autonom zu operieren. Whats App werde keine Nutzerdaten an Facebook weiterreichen, versicherte dessen Gründer Jan Koum. Auch werde es keine Werbung geben. Die Privatsphäre genieße oberste Priorität.

Kritiker, die schon damals Zweifel hegten, bekommen Recht. Ende Oktober wird WhatsApp Nutzerdaten mit dem Facebook-Mutterkonzern teilen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dass Facebook den Entschluss fasste, das riesige Potenzial auszuschöpfen. WhattsApp ist ein beeindruckendes Telefonbuch: Der Messaging-Dienst wird derzeit von rund einer Milliarde Menschen in 180 Ländern genutzt.

Schwemme von Klagen

Die luxemburgische Datenschutzkommission kann nicht gegen die Weitergabe der Daten von WhatsApp an Facebook vorgehen, da Facebook keine Niederlassung im Großherzogtum hat, stellt Kommunikationsminister Xavier Bettel in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des ADR-Abgeordneten Roy Reding klar. Die Benutzerdaten von WhatsApp seien durch den europäischen Datenschutzstandard geschützt, heißt es weiter.

Auf Nachfrage hin teilt die nationale Datenschutzkommission (CNPD) mit, dass das luxemburgische Gesetz nur bei Internetdienstleistern angewendet werden kann, deren Sitz sich in Luxemburg befindet. Bei Facebook, dessen europäischer Hauptsitz sich in Irland befindet, sei die irische Datenschutzkommission für sämtliche Klagen der EU-Bürger zuständig.

Natürlich könne jeder Einwohner Luxemburgs eine Klage bei der CNPD einreichen, die dann an die irischen Behörden weitergeleitet werde. Angesichts der Schwemme von Klagen sei die irische Datenschutzkommission völlig überlastet, meint Sven Clement von der Piratenpartei.

Gemeinsame Strategie

WhatsApp Mitglieder können den Gebrauch ihrer Daten für Werbezwecke und für Vorschläge in der Freundesliste untersagen. Die Telefonnummer wird jedoch mit Facebook geteilt, falls man die App weiter benutzen möchte.

Zurzeit arbeitet die CNPD zusammen mit den europäischen Datenschutzkommissionen eine gemeinsame Strategie aus, um Facebook künftig zur Rede zu stellen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, eine gemeinsame Herangehensweise zur Durchsetzung von Datenschutzregeln zu definieren.

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