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Bayer stürzt ab - Sorgen vor Risiko nach Glyphosat-Urteil
Wirtschaft 13.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Bayer stürzt ab - Sorgen vor Risiko nach Glyphosat-Urteil

Bayer stürzt ab - Sorgen vor Risiko nach Glyphosat-Urteil

AFP
Wirtschaft 13.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Bayer stürzt ab - Sorgen vor Risiko nach Glyphosat-Urteil

Aus Furcht vor finanziellen Lasten durch Glyphosat-Prozesse in den USA ziehen einige Bayer-Investoren wohl die Reißleine.

(dpa) - Aus Furcht vor finanziellen Lasten durch Glyphosat-Prozesse in den USA ziehen einige Bayer-Investoren wohl die Reißleine. Die Papiere des Agrarchemie- und Pharmakonzerns brachen zum Handelsstart am Montag um rund zehn Prozent auf 83,86 Euro ein. Das war der tiefste Stand seit Mai 2016.


Dewayne Johnson (L) hugs one of his attorneys after the verdict was read in the case against Monsanto at the Superior Court Of California in San Francisco, California on August 10, 2018. - A California jury on Friday, August 10, 2018 ordered agrochemical giant Monsanto to pay nearly $290 million for failing to warn a dying groundskeeper that its weed killer Roundup might cause cancer. Jurors found Monsanto acted with "malice" and that its weed killers Roundup and the professional grade version RangerPro contributed "substantially" to Dewayne Johnson's terminal illness. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
Monsanto muss wegen Glyphosat 289 Millionen Dollar zahlen
Die Diskussion ist schon älter: Ist der Monsanto-Wirkstoff Glyphosat krebserregend? Nun spricht ein US-Gericht einem Krebspatienten eine hohe Schadenersatzsumme zu. Das Unternehmen ist mit Tausenden ähnlichen Klagen konfrontiert.

Grund für die Angst der Anleger ist ein Urteil in den USA gegen den frisch von Bayer übernommenen US-Saatgutkonzern Monsanto wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat. Monsanto soll einem Krebspatienten Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen US-Dollar (254 Mio Euro) zahlen. Monsanto wird dagegen in Berufung gehen. Das Unternehmen ist mit tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert. Es weist einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Kontakt zu seinen Produkten zurück.

Grundsätzlich ist es in den USA zwar nicht ungewöhnlich, dass die Strafzahlungen bei solchen Verfahren später erheblich verringert oder die Urteile in der nächsten Instanz wieder einkassiert werden. Analyst Michael Leacock vom Investmenthaus Mainfirst sagte, das Urteil dürfte wegen der Unsicherheiten aber lange auf den Aktien lasten.

Aktuell ging es bei dem US-Urteil zwar nur um einen Einzelfall, doch weil es die erste Entscheidung überhaupt war, stand das Verfahren stark im Fokus der Öffentlichkeit.


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Der Pharmariese muss im Streit um die Frage, ob der umstrittene Wirkstoff Glyphosat krebserregend ist, in den USA erneut eine Schlappe einstecken. Bayer will Rechtsmittel einlegen. Es geht um Milliarden.
ARCHIV - 31.01.2013, Nordrhein-Westfalen, Köln: Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an die beiden Kläger. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++