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Bauschuttdeponien reichen noch 15 Jahre
Wirtschaft 2 Min. 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Bauschuttdeponien reichen noch 15 Jahre

Die negative Seite des Baubooms: da in Luxemburg vor allem „in die Tiefe“ gebaut wird, fällt viel Abraummaterial an.

Bauschuttdeponien reichen noch 15 Jahre

Die negative Seite des Baubooms: da in Luxemburg vor allem „in die Tiefe“ gebaut wird, fällt viel Abraummaterial an.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Bauschuttdeponien reichen noch 15 Jahre

Marco MENG
Marco MENG
Erweiterung von zwei Standorten und Errichtung von zwei neuen wird analysiert.

2016 wurden 1,8 Millionen Tonnen, 2017 und 2018 jeweils 1,3 Millionen Tonnen Inertabfälle ins Ausland exportiert. Das geht aus der gestrigen Antwort von Carole Dieschbourg, Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung, auf die parlamentarische Anfrage der Abgeordneten André Bauler und Max Hahn hervor.

„Auf der Grundlage einer geschätzten Berechnung und unter der Annahme, dass alle theoretischen Kapazitäten direkt verfügbar sind, beliefen sich die Ende 2019 verbleibenden Kapazitäten des regionalen Deponie-Netzes für Inertabfälle mit seinen zwölf Standorten auf rund 31 Millionen Kubikmeter“, so Dieschbourg. Das heißt, sie würden im besten Fall noch etwa 15 Jahre reichen.


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Nach den aktuellen Genehmigungen und den Jahresberichten, die der Umweltverwaltung von den Betreibern vorgelegt wurden, hat von allen Deponien die in Bruch mit acht Millionen Kubikmetern noch die größten Kapazitäten.

„Die Werte dieser Restkapazitäten sind rein theoretisch und nicht unbedingt sofort verfügbar“, so das Ministerium weiter. Wann die derzeitigen Kapazitäten erschöpft sein werden hänge „stark von der wirtschaftlichen Aktivität des Landes und insbesondere vom Bausektor ab“. Gleiches gelte für die Verfügbarkeit der effektiven Tageskapazitäten in den Steinbrüchen, die ebenfalls stark schwanken könne. „Es liegt jedoch auf der Hand“, erklärt die Ministerin weiter, „dass sich diese Dauer mit jeder neuen Deponie, die dem Netz hinzugefügt und in Betrieb genommen wird, erheblich verlängert“. Dasselbe gelte für jede Erweiterung eines bestehenden Standorts.

„Art des Bauens muss sich ändern“

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Lebensdauer von Deponien beeinflusse, sei die Art und Weise, wie zukünftige Gebäude gebaut werde. Das Problem der Verfügbarkeit von Deponiekapazitäten für Inertabfälle lasse sich daher nicht nur auf den Mangel an Deponien reduzieren, sondern werfe auch die Frage auf, ob bei künftigen Bauten weiterhin große unterirdisch gebaute Volumina an Abraummaterial anfalle.

Bei bestehenden Deponien für Inertabfälle hat der Umweltminister im laufenden Jahr zwei Genehmigungen für die Erweiterung erteilt. Dabei handelt es sich um die Deponien in Colmar-Berg über zusätzliche 3,9 Millionen Kubikmeter Kapazität und Folkendange mit einer halben Million Kubikmeter. Zwei weitere potenzielle Standorte werden analysiert: die seit 2014 geschlossene Deponie Monnerich sowie eine Deponie bei Differdingen.

Nach Schätzung des Groupement des entrepreneurs und der Fédération des entreprises de construction et de génie civil verursachen Hin- und Rückfahrt zu den 20 Kilometer von den Baustellen entfernten Deponien CO2-Emissionen von 8 095 Tonnen pro Jahr. Wenn die Deponien 35 Kilometer von der Baustelle entfernt sind, erhöhen sich diese Emissionen auf fast das Doppelte. 

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