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Bauhärepräis: Von der Idee zum Bauwerk
Wirtschaft 3 Min. 07.05.2020

Bauhärepräis: Von der Idee zum Bauwerk

2016 ging der Fonds Belval als Sieger hervor. Die Architektur der Maison du Savoir in Belval konnte die Jury überzeugen. Entworfen wurde das Gebäude von den Büros Baumschlager Eberle und Christian Bauer et Associés Architectes.

Bauhärepräis: Von der Idee zum Bauwerk

2016 ging der Fonds Belval als Sieger hervor. Die Architektur der Maison du Savoir in Belval konnte die Jury überzeugen. Entworfen wurde das Gebäude von den Büros Baumschlager Eberle und Christian Bauer et Associés Architectes.
Foto: OAI
Wirtschaft 3 Min. 07.05.2020

Bauhärepräis: Von der Idee zum Bauwerk

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Verband der Architekten und Ingenieure (OAI) verleiht zum sechsten Mal den Bauhärepräis.

„Wer baut, baut für uns alle“, sagt Pierre Hurt, Direktor des Ordre des architectes et des ingénieurs-conseils (OAI). Denn Bauen ist immer auch Gesellschaftsgestaltung. Ob groß oder klein, öffentlich oder privat, kostenspielig oder kostengünstig – Bauvorhaben schaffen einen Mehrwert für die Gesellschaft. 

Die Menschen werden von den Gebäuden und Räumen, in denen sie wohnen, arbeiten und lernen, geprägt. Gleichzeitig tragen die vielfältigen architektonischen Formgebungen zur Baukultur eines Landes bei.

Bauherren-Architekten-Beziehung

Zum Erfolg eines Bauprojekts trägt oftmals ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Bauherr und Architekt bei. Um die exemplarische und fruchtbare Zusammenarbeit dieser Partner zu belohnen und die große Wirkung des Bauherren auf das jeweilige Bauvorhaben hervorzuheben, hat der OAI vor 20 Jahren den Bauhärepräis ins Leben gerufen.

Es ist ein Preis, der den Bauherren krönt, nicht das Bauprojekt. Gleichzeitig ist es eine Art Auszeichnung für eine gut funktionierende Bauherren-Architekten-Beziehung. Denn auch der Arbeit der Gestalter – darunter die Architekten, Ingenieure und Urbanisten – wird Anerkennung geschenkt.

Pierre Hurt, Direktor des Architekten- und Ingenieurverbands: „In den vergangenen 30 Jahren hat sich in Sachen Baukultur in Luxemburg viel getan.“
Pierre Hurt, Direktor des Architekten- und Ingenieurverbands: „In den vergangenen 30 Jahren hat sich in Sachen Baukultur in Luxemburg viel getan.“
Foto: OAI

„Verantwortung teilen“

„Bauherren tragen während eines Bauvorhabens eine große Verantwortung. Ein Bauherr muss spüren, was nicht funktioniert und gleichzeitig fühlen, was passt. Sowohl vor dem Beginn eines Projekts als auch während der gesamten Durchführung ist eine gründliche Planung sowie regelmäßige Kontrolle notwendig. Unser Wunsch ist es, dass die Auftraggeber, insbesondere private Bauherren, diese Verantwortung mit Fachleuten, sprich mit professionellen Gestaltern teilen. So können Bauprojekte gemeinsam zum Erfolg geführt werden“, unterstreicht Pierre Hurt.

Ein Haus zu bauen, sei eines der größten Projekte im Leben eines Menschens. Zudem baue man in der Regel nur einmal. Von Beginn an auf das Know-how eines Architekten beim Hausbau zurückzugreifen, lohne sich also in jeder Hinsicht, sagt der Direktor des OAI.

Verleihung im Herbst

Damit Architekt und Bauherr jedoch zueinanderfinden, muss die Chemie stimmen. Um diese Beziehung noch stärker zu fördern, vor allem im Bereich des privaten Wohnungsbaus, wurde im Jahr 2000 der Bauhärepreis aus der Taufe gehoben. Dies anlässlich der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Architekten- und Ingenieurverbands. Seither verleiht der OAI im Vierjahresrhythmus die Auszeichnung an private und öffentliche Bauherren. Schirmherr des Wettbewerbs ist Großherzog Henri.


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Am 15. Juni hätte die Preisverleihung zum sechsten Mal in den Räumlichkeiten des Cercle Cité über die Bühne gehen sollen. Doch die Corona-Pandemie durchkreuzte diese Pläne. Die Veranstaltung soll voraussichtlich im Herbst nachgeholt werden. Das Datum steht noch nicht fest.

Dass die Auszeichnung auf ein wachsendes Interesse in der Öffentlichkeit und besonders bei den Bauherren stößt, belegt die Zahl der Projekte, die dieses Jahr eingereicht wurden. „Trotz der Corona-Krise haben wir satte 260 Kandidaturen erhalten“, betont der Direktor des OAI.

Starke Jury-Besetzung

Die Projekte werden jeweils einer von neun unterschiedlichen Kategorien zugeordnet. Unterschieden wird unter anderem zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern, der Innengestaltung von Gebäuden, administrativen Einrichtungen, Kunstbauten, Verwaltungsgebäuden sowie Bildungs- und Betreuungsstätten. Auch Spezialpreise werden von der Jury vergeben, darunter der „Prix spécial patrimoine“, der „Prix spécial courage du maître d'ouvrage“ und der „Prix spécial accessibilité“.


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Die zwölfköpfige Jury setzt sich unterdessen aus internationalen Fachleuten sowie Vertretern aus den Bereichen Kultur, Politik und Medien zusammen. Sie umfasst zudem einen Gewinner des Bauherrenpreises 2016. Auch gibt es dieses Jahr ein Novum. Um international noch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, ist dieses Jahr Ivan Blasi, Koordinator des Prix européen de l'architecture contemporaine der Fondation Mies van der Rohe (Barcelone), Mitglied der Jury.

Internationale Bühne anstreben

Auch Lorenz Bräker, erster Vizepräsident der Union internationale des architectes (UIA), zählt zu den Jury-Mitgliedern. „Hinsichtlich der sechsten Ausgabe des Bauhärepräis war es unser Anliegen, Luxemburgs architektonische Vielfalt und Qualität nicht nur hierzulande und in der Großregion ins Scheinwerferlicht zu rücken, sondern sie auf der großen internationalen Bühne zu präsentieren“, unterstreicht Hurt.

Vieles habe sich bezüglich der nationalen Baukultur in den vergangenen 30 Jahren positiv entwickelt. Der Bauherrenpreis sei denn auch nicht als irgendein beliebiger Preis zu deuten, sondern als die Auszeichnung für Luxemburgs Baukultur schlechthin. „Die Verleihung des Bauhärepräis ist ohne Zweifel die wichtigste Veranstaltung in Bezug auf die Baukultur in Luxemburg“, so Hurt.

https://www.bhp.lu

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