Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bankgebühren, Sammelklagen: Die ULC bezieht Stellung
Wirtschaft 4 Min. 14.04.2018

Bankgebühren, Sammelklagen: Die ULC bezieht Stellung

Bankgebühren, Sammelklagen: Die ULC bezieht Stellung

Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 4 Min. 14.04.2018

Bankgebühren, Sammelklagen: Die ULC bezieht Stellung

Die Luxemburger Verbraucherschutzorganisation kämpft für weniger Gebühren bei alltäglichen Bankgeschäften und begrüsst die neue EU-Richtlinie, die Sammelklagen ermöglichen wird.

(M.G./mbb) - Bankgebühren sind immer noch das Aufregerthema in Sachen Verbraucherschutz. „Die Kunden haben sich selten so sehr geärgert wie über die drastischen Erhöhungen bei den Bankgebühren. Die Menschen haben sich regelrecht abgezockt und hinters Licht geführt gefühlt“, erklärte der Präsident der Luxemburger Konsumentenschutzorganisation (ULC), Nico Hoffmann,  gestern.

Seit inzwischen mehr als einem Jahr setzt sich die ULC dafür ein, dass die, in ihren Augen, überhöhten Gebühren für alltägliche Bankgeschäfte am Schalter zumindest reduziert werden.

Vergangenen Herbst hatten die Verbraucherschützer etwa 10.000 Unterschriften gesammelt und ihr Anliegen den zuständigen Parlamentskommissionen, in Anwesenheit des Finanzministers Pierre Gramegna, vorgetragen. Damals versprach der Minister sich mit Vertretern der Banken zu treffen, um sich darüber zu erkundigen, mit welchen Maßnahmen die Banken den „personnes vulnérables“ entgegenkommen wollen.

Nach dem Gespräch mit den fünf Verantwortlichen von Raiffeisen Bank, Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat, BGL BNP Paribas, Post Luxemburg und BIL, erklärte Gramegna Ende Februar schließlich, dass die Bankinstitute sich ihrer sozialen Verantwortung durchaus bewusst seien.

Dennoch „hat sich seit Herbst 2017 nichts an der unsozialen Gebührenpolitik der Banken geändert“, moniert Nico Hoffmann.

Nicht naiv, aber bestimmt

Dabei hatte man sich bei der ULC wohl ohnehin nicht erwartet, dass die Banken von heute auf morgen ihre Gebühren komplett abschaffen würden. „Wir sind auch nicht so naiv, dass wir glauben, dass Banken, die bisher fürs Geldabheben drei Euro berechnet haben, plötzlich alles umsonst anbieten“, so Nico Hoffmann.

Vor allem von der Post und der Spuerkeess hatten sich die Verbraucherschützer mehr erwartet. Immerhin gehörten beide Institute zu 100 Prozent dem Staat und die meisten Luxemburger hätten dort ihre Konten.

Aber immerhin wird nun ein Vergleichsportal eingerichtet, das allen Kunden ermöglichen soll, die Gebühren verschiedener Geldhäuser zu vergleichen und festzustellen, welches Angebot für sie am günstigsten ist. Wobei diese Initiative nicht vom Minister stammt, sondern auf EU-Ebene entschieden wurde.

Das entsprechende Gesetz wurde bereits im Juni vergangenen Jahres verabschiedet. Die Vergleichsplattform soll spätestens ab kommendem Oktober verfügbar sein.

Inzwischen hat die ULC einen ihrer Anwälte damit beauftragt zu klären, ob die berechneten Gebühren unverhältnismäßig hoch sind. Dabei wird untersucht, ob „willkürliche Klauseln, die der Bank einseitige Vorteile gegenüber dem Kunden verschaffen“ in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der einzelnen Banken stehen.

„Sollte das der Fall sein, gilt es nicht nur zu klären, ob die Banken ihre AGB ändern müssen, sondern auch, ob sie dazu verdonnert werden sollten, die unrechtmäßig eingezogenen Gebühren zurückzuzahlen.“


European Commissionner for Justice, Consumers and Gender Equality Vera Jourova addresses a press conference on the proposal on transparency and sustainability of the EU risk assessment in the food chain, at the European Commission in Brussels on April 11, 2018. / AFP PHOTO / Emmanuel DUNAND
Verbraucherschutz: Klein gegen Groß
Dank EU-weiten Sammelklagen soll es für luxemburgische Verbraucher zukünftig einfacher werden, ihre Rechte gegen Konzerne durchzusetzen.


ULC-Präsident Nico Hoffmann.
ULC-Präsident Nico Hoffmann.
Foto: Gerry Huberty

Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.