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Avery Dennison: Die nächste Investition steht schon bevor
Wirtschaft 3 Min. 03.10.2019

Avery Dennison: Die nächste Investition steht schon bevor

Minister und Manager durchtrennen das Trikolore-Band.

Avery Dennison: Die nächste Investition steht schon bevor

Minister und Manager durchtrennen das Trikolore-Band.
Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 03.10.2019

Avery Dennison: Die nächste Investition steht schon bevor

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Etikettenhersteller Avery Dennison weiht Produktionshalle am Standort Rodange ein.

Aufkleber auf Kosmetik- oder Getränkeflaschen, Etiketten auf Nahrungsmitteln oder Klebefolien auf Körperpflegeprodukten – In jedem Supermarkt sind Produktteile von Avery Dennison vorhanden. Und was vielleicht nicht jeder weiß: Die Folien auf vielen Getränkeflaschen oder Eispackungen stammen im Grundmaterial sehr oft aus Rodange. 

Seit 1989 produziert das aus den USA stammende Unternehmen im Süden des Landes Selbstklebefolien für Industrieunternehmen und Druckereien. „Avery Dennison stellt Folien her, die häufig mit speziellem Kleber beschichtet sind. Auf diese Folien drucken Firmen aus verschiedensten Branchen ihre Etiketten“, erklärt Operation Manager Grégoire Chaudron. 

Seit der Eröffnung des Unternehmens vor 30 Jahren verlassen täglich Dutzende Tonnen Selbstklebefolien aus Rodange das Werk und werden in alle Welt exportiert. „Mit der Menge der jährlich produzierten Folien könnte man 42- mal die Erdkugel umrunden“, betont der Manager.

Seit 1989 produziert das aus den USA stammende Unternehmen im Süden des Landes Selbstklebefolien für Industrieunternehmen und Druckereien.
Seit 1989 produziert das aus den USA stammende Unternehmen im Süden des Landes Selbstklebefolien für Industrieunternehmen und Druckereien.
Guy Jallay

Und die Nachfrage in diesem Segment ist groß; deshalb hat nun Avery Dennison die Produktion in Rodange erweitert. Die Nutzfläche am Standort wurde um mehr als 12 000 m² erweitert. Platz gefunden haben dort eine neue Beschichtungsanlage, zusätzliche Rollenschneider, eine weitere Verpackungslinie und ein automatisiertes Lager. Mit der Erweiterung werden auch die Abläufe effizienter gestaltet.

„Es hätte in den vergangenen 30 Jahren nicht besser laufen können. Unser Handeln ist von Kontinuität geprägt und die luxemburgische Regierung hat uns unglaublich unterstützt.“

Man habe das Werk im Pôle européen de développement (PED) im Dreiländereck erweitert, um die Produktion in Europa zu stärken und der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, erklärt Kamran Kian, Vice President Global Operations & Supply Chain, bei der feierlichen Eröffnung. Die Firma hat dafür 65 Millionen Dollar investiert. Der Manager ist mit der Entwicklung der Geschäfte in Rodange sehr zufrieden: „Es hätte in den vergangenen 30 Jahren nicht besser laufen können. Unser Handeln ist von Kontinuität geprägt und die luxemburgische Regierung hat uns unglaublich unterstützt.“

Vice President Kamran Kian: „Die luxemburgische Regierung hat uns unglaublich unterstützt.“
Vice President Kamran Kian: „Die luxemburgische Regierung hat uns unglaublich unterstützt.“
Guy Jallay

Kamran Kian verweist darauf, dass es sich bei der Millioneninvestition von Avery Dennison um eine der weltweit bedeutendsten in den vergangenen Jahren handelt. Für Rodange habe man sich aus zwei Gründen entschieden: wegen der hohen Produktivität und der Nähe zu den Kunden. Aber auch, weil sich „jede einzelne Investition im Großherzogtum als erfolgreich erwiesen hat“. Und das soll auch in Zukunft nicht anders sein. Nach der Erweiterung der Produktion steht nächstes Jahr bereits der nächste Investitionsschritt in Luxemburg an, so der Manager.

Das würdigt Wirtschaftsminister Etienne Schneider in seiner Einweihungsrede: „30 Jahre Präsenz in Luxemburg, das nehme ich als Kompliment für unser Land und für die luxemburgische Regierung, die immer an ihrer Seite steht, in guten wie in schlechten Zeiten.“

Avery Dennison setzt auf Nachhaltigkeit und Recycling

Der Luxemburger Wirtschaftsminister schätzt die Bemühungen des internationalen Unternehmens in Sachen Digitalisierung. Avery Dennison ist tatsächlich ein gutes Beispiel dafür, dass die Industrie 4.0 nicht mit Arbeitsplatzverlust einhergeht: Die Produktionserweiterung am Standort Rodange hat es ermöglicht, mehr als 70 neue Arbeitsplätze zu den bestehenden 400 Beschäftigten hinzuzufügen.

Avery Dennison zeigt seine erstklassigen Sortimente für Autoverklebungen.
Avery Dennison zeigt seine erstklassigen Sortimente für Autoverklebungen.
Guy Jallay

Bei dem internationalen Konzern steht aber auch Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Seit mehreren Jahren setzt das Unternehmen verstärkt auf recycelte Materialien. „Bei der Labelexpo in Brüssel etwa haben wir unter dem Motto ,Making a material difference‘ eine Reihe von wegweisenden Innovationen in verschiedenen Schwerpunktbereichen gezeigt, darunter nachhaltige Materialien und intelligente Etiketten“, sagt Grégoire Chaudron. 

Vor allem in der Verwendung von recyceltem Plastik haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht.“ Das verwendete Papier besteht bereits zu 80 Prozent aus Altpapier. „Im Plastik ist es ein bisschen weniger; wir befinden uns noch in einer Entwicklungsphase“, so Chaudron.

Ambitionierte Ziele für 2021

Schließlich verlässt Etienne Schneider nicht den Platz am Mikrofon, ohne zu betonen, dass er sich bereits auf den nächsten Investitionsschritt freut. „Sie werden mit der Luxemburger Regierung immer den richtigen Partner an ihrer Seite haben.“


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Die Ziele von Avery Dennison für die kommenden Jahre sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2021 soll die Produktionskapazität in Rodange auf jährlich zwei Milliarden Quadratmeter hochgeschraubt werden. „Derzeit sind wir bei 1,7 Milliarden“, sagt Grégoire Chaudron. 


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