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Autosektor hart von der Covid-Krise getroffen
Wirtschaft 2 Min. 03.07.2020

Autosektor hart von der Covid-Krise getroffen

Im Juni wurden wieder mehr Autos zugelassen - viele davon waren aber Verkäufe und Bestellung aus der Zeit vor der Virus-Krise.

Autosektor hart von der Covid-Krise getroffen

Im Juni wurden wieder mehr Autos zugelassen - viele davon waren aber Verkäufe und Bestellung aus der Zeit vor der Virus-Krise.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 2 Min. 03.07.2020

Autosektor hart von der Covid-Krise getroffen

Marco MENG
Marco MENG
Seit Ende des Lockdowns ziehen Verkaufszahlen auf niedrigem Niveau wieder an - Händler in Luxemburg fürchten Einbußen von 500 Millionen Euro.

Der Automobilmarkt leidet unter der Covid-Krise: Im März und April gingen die Zulässe in Luxemburg um 65 Prozent im Vergleich zu 2019 zurück, wie am Freitag Febiac, der Verband der Automobilhersteller und -importeure, bekanntgab. 

Für das gesamte erste Halbjahr bedeutet das bei insgesamt nur 20.793 Neuanmeldungen einen Rückgang von 33 Prozent bei Personenautos und 26 Prozent bei Transportern gegenüber letztem Jahr. Die Luxemburger Autohäuser rechnen mit einem Absatzrückgang von rund 18.000 Autos, was einem Umsatzrückgang von 500 Millionen Euro entsprechen würde. 

Ein kleiner Lichtblick: Nachdem die Verkaufsräume aufgrund des Lockdowns fast zwei Monate (vom 16. März bis zum 11. Mai) geschlossen waren und der Verkauf in dieser Zeit komplett eingebrochen war, waren im Juni 4.648 Neuanmeldungen zu verzeichnen, so viele wie seit Februar nicht mehr. 

Sektor bangt um Mitarbeiter

„Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen”, sagt der Händlerverband Fedamo. Denn während der Krise hat sich durch die Lieferengpässe von bestellten Fahrzeugen nach dem Autofestival im Januar eine große Menge an Fahrzeugen angesammelt, deren Auslieferung nun im Juni stattfand. Das Plus an Zulassungen bedeute darum nicht ein Plus an Verkäufen, so der Händlerverband. 

Seit Mai wird wieder verlauft, so Guido Savi von Febiac, allerdings ist die Erholung bislang nur schwach. Hält das an, könnte das personelle Konsequenzen bei den Autohäusern, Werkstätten, in den Karosseriebetrieben und anderen Zuliefern haben, befürchtet die Fedamo. 


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Der Verband fordert darum konsequente Hilfen und eine Unterstützung im Laufe des Jahres von Seiten des Staates, „um die 5.000 Arbeitsplätze des gesamten Automobilsektors in Luxembourg zu erhalten“. Der Hersteller- und Importeurverband Febiac geht davon aus, dass bei gleichbleibender Entwicklung Ende des Jahres die Verkaufszahlen in Luxemburg 25 Prozent unter denen des Vorjahres liegen werden – sofern die Autohäuser nicht wieder wegen eines 2. Lockdowns schließen müssten. 

Deutlich mehr Hybride zugelassen 

Bei den in diesem Jahr neu zugelassenen Fahrzeugen ist festzustellen, dass mehr Voll- oder Teil-Elektrofahrzeuge gekauft wurden, wozu die neuen Emissionsvorschriften, die von der Regierung eingeführten Anreize für den Kauf von Elektroautos sowie die Einführung neuer Elektro-Modelle beigetragen haben dürften. 

Reine E-Fahrzeuge machen statt 1,8 Prozent wie im vergangenen Jahr inzwischen 3,4 der neu zugelassenen Fahrzeuge im Großherzogtum aus, der Anteil an Hybriden nahmen sogar von 5,7 Prozent auf 11,3 Prozent zu. Dieselfahrzeuge stellten statt 41,9 Prozent der Neufahrzeuge nur noch 38,2 Prozent, während sich der Anteil der Benziner weiter von 47,1 auf 50,6 Prozent erhöhte.

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