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Automarkt: Zulassung ist nicht gleich Zulassung
Wirtschaft 3 Min. 25.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Automarkt: Zulassung ist nicht gleich Zulassung

Die Mercedes-Benz A-Klasse ist der erfolgreichste Firmenwagen des vergangenen Jahres.

Automarkt: Zulassung ist nicht gleich Zulassung

Die Mercedes-Benz A-Klasse ist der erfolgreichste Firmenwagen des vergangenen Jahres.
Foto: Daimler
Wirtschaft 3 Min. 25.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Automarkt: Zulassung ist nicht gleich Zulassung

Marc BOURKEL
Marc BOURKEL
Zulassung ist nicht gleich Zulassung. Bei den Personenwagen-Neuanmeldungen gibt es zahlreiche Eigenheiten, über die in der Branche in der Regel eher ungern gesprochen wird – wie etwa Importe, Kurzzeitzulassungen oder Privat- und Firmenzulassungen. Eine Analyse der letztjährigen Zulassungsstatistik offenbart diesbezüglich einige durchaus interessante Aspekte.

BMW und Mini erneut mit sehr hohem Importanteil

Von den im vergangenen Jahr in Luxemburg neu zugelassenen Personenwagen (55 008 Einheiten) war ungefähr jeder neunte ein Importfahrzeug (6 087 Fahrzeuge oder 11,07 Prozent). 2018 waren es 6 132 Autos beziehungsweise 11,61 Prozent. Die mit großem Abstand meisten Importe gingen 2019 erneut auf das Konto von BMW. Fast jeder dritte Neuwagen der weiß-blauen Marke kam in den vergangenen zwölf Monaten aus dem Ausland – konkret 1 550 Fahrzeuge von 4 883 Neuzulassungen beziehungsweise 31,74 Prozent. Bei den Gesamtimporten kommt der Autobauer aus München damit auf immerhin 25,46 Prozent.


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Auf einen noch höheren Importanteil kommt die BMW-Tochter Mini, und zwar auf 41,59 Prozent der Gesamtzulassungen. Von den 916 zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2019 in Luxemburg neu angemeldeten Mini-Modellen stammen demnach immerhin 381 Einheiten von ausländischen Händlern. Relativ hohe Importwerte gibt es unter anderem auch bei Ferrari (53,42 Prozent der Neuzulassungen), Mitsubishi (30,00 Prozent), Jaguar (28,69 Prozent), Land Rover (28,08 Prozent) und Porsche (26,43 Prozent).


Renault wie gehabt Nummer eins bei den Kurzzeitzulassungen

Bei den Kurzzeitzulassungen hatte im vergangenen Jahr erneut Renault die Nase vorn. Von den insgesamt 2 457 Kurzzeitzulassungen 2019 (4,49 Prozent des Gesamtmarkts), entfielen 605 Fahrzeuge oder 24,62 Prozent auf den französischen Hersteller. Das entspricht 15,76 Prozent der Renault-Neuzulassungen (3 839 Fahrzeuge). 2018 lag der Anteil noch bei 23,13 Prozent beziehungsweise 868 Einheiten. Auf einen zweistelligen Prozentwert bei den Kurzzeitzulassungen kam von den großen Herstellern ansonsten lediglich Ford (17,74 Prozent). Zum Vergleich: Volkswagen – mit 6 751 Neuzulassungen oder 12,27 Prozent Marktanteil die unangefochtene Nummer eins auf dem Luxemburger Markt – verbuchte 2019 lediglich 57 Kurzzeitzulassungen (0,84 Prozent). Der Importanteil bei Volkswagen lag 2019 bei 416 Fahrzeugen oder 6,16 Prozent.

Mercedes-Benz bei Firmenwagen vor Volkswagen

Große Unterschiede gibt es auch bei den Privat- und Firmenzulassungen*. Die Nummer eins bei den Firmenwagen (Gesamtmarkt 2019: 29 676 Autos) war im vergangenen Jahr erneut Mercedes-Benz mit 3 695 Fahrzeugen (12,45 Prozent Marktanteil), vor Volkswagen (3 267 Einheiten, 11,01 Prozent Marktanteil) und BMW (3 203, 10,79). Auf den weiteren Rängen folgen Renault (2 460), Audi (2 326), Peugeot (1 898), Volvo (1 475), Ford (1 275), Opel (1 084) und Skoda (1 009).


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Bei den Privatzulassungen (25 332 Fahrzeuge) hatte einmal mehr Volkswagen die Nase vorn, und zwar mit 3 484 Einheiten oder 13,75 Prozent Marktanteil. Mit recht deutlichem Abstand folgen Mercedes-Benz (1 700 Autos), BMW (1 680), Audi (1 623), Skoda (1 451), Peugeot (1 448), Renault (1 379), Ford (1 291), Hyundai (1 127) und Seat (996). Den höchsten Zuwachs aller Marken – Firmen- und Privatzulassungen zusammen – gab es im vergangenen Jahr bei Tesla.

Der Elektroautopionier aus Kalifornien konnte sich dank seines Einstiegsmodells Model 3 von 86 Neuzulassungen im Jahr 2018 auf 456 Einheiten verbessern. Das entspricht einem Wachstum von immerhin 430,2 Prozent. Tesla rangiert damit in der Zulassungsstatistik vor Marken wie Alfa Romeo (399 Einheiten) oder Honda (303).

A-Klasse bei Firmenzulassungen, Golf bei Privatzulassungen vorne

Erfolgreichster Firmenwagen war 2019 die Mercedes-Benz A-Klasse mit 1 160 Neuzulassungen, gefolgt vom VW Golf (851) und dem Renault Clio (636). Auf den Plätzen vier bis zehn folgen der VW Polo (537), der Volvo XC40 (529), die Mercedes-Benz C-Klasse (526), der Mercedes-Benz GLC (488), der BMW 1er (484), der Range Rover Evoque (483) und der Renault Captur (466).

Beliebtestes Modell bei den Privatzulassungen war einmal mehr der Dauerbrenner VW Golf mit 966 Einheiten oder 3,81 Prozent Marktanteil. Auf den weiteren Rängen findet man den VW Tiguan (670), den VW T-Roc (553), den Mini (494), die Mercedes-Benz A-Klasse (462), den Fiat 500 (445), den Skoda Kodiaq (421), den Audi Q3 (419), den VW Polo (342) und den Skoda Octavia (339).

* Unter den Firmenzulassungen werden in der Regel nicht nur gewerblich angeschaffte oder zur Verfügung gestellte Fahrzeuge (sogenannte Dienstwagen) geführt, sondern etwa auch Privatleasingfahrzeuge.


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