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Autofestival 2020 im Zeichen guter Zulassungszahlen
Wirtschaft 3 Min. 20.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Autofestival 2020 im Zeichen guter Zulassungszahlen

Bis zu 40 Prozent ihrer Verkäufe machen die Luxemburger Autoverkäufer im Rahmen des Autofestivals.

Autofestival 2020 im Zeichen guter Zulassungszahlen

Bis zu 40 Prozent ihrer Verkäufe machen die Luxemburger Autoverkäufer im Rahmen des Autofestivals.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 3 Min. 20.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Autofestival 2020 im Zeichen guter Zulassungszahlen

Marco MENG
Marco MENG
2019 war ein Rekordjahr in Luxemburg: Nie zuvor wurden so viele Fahrzeuge registriert. Unverkennbarer Trend: Mehr Benziner, weniger Diesel. Die Zahl der E-Autos steigt nur langsam.

2019 konnte sich der Luxemburger Autosektor über eine neue Rekordzahl an Zulassungen freuen: 144.920 Fahrzeuge wurden letztes Jahr im Land angemeldet, das sind 2,8 Prozent mehr als 2018. 55.000 davon waren neue Personenwagen, ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2015 steigt damit die Zulassung von Neuwagen in Luxemburg kontinuierlich an.

Diese Zahlen wurden am Montag von der Fedamo („Fédération de la distribution automobile et de la mobilité”) bekanntgegeben anlässlich des bevorstehenden Autofestivals. Am Samstag (25. Januar) beginnt dieses „wichtigste Ereignis der Luxemburger Autohändler“, wie Philippe Mersch, Präsident des Verbands betont, denn 30 bis 40 Prozent ihrer gesamten Jahresverkäufe werden im Rahmen des Autofestivals abgewickelt. 

Passende Motorisierung für jeden

Während einer Woche werden diesmal 80 Händler im Land Sonderkonditionen beim Autokauf bieten und zahlreiche neue Modelle präsentieren. Im Mittelpunkt der 56. Autofestivals, das bis 3. Februar dauert, steht die Präsentation von Fahrzeugen, darunter 60 Fahrzeugpremieren in Luxemburg, sowie die Beratung der Kunden: das reicht von Autosteuern bis Finanzierungsmöglichkeiten. 

„Auch beraten wir den Kunden hinsichtlich der für ihn besten Motorisierung”, so Mersch. Denn dem Kunden stehen heute mehr denn je Varianten zur Auswahl: Benziner, Diesel, E-Auto, Hybrid. 


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Dieser Wandel in der Autoindustrie ist auch für die Händler  „eine enorme Herausforderung”, sagt Mersch, die darum qualifizierte Mitarbeiter suchen und für die das Thema Weiterbildung zukunftsweisend ist. 

„Neue Berufe entstehen bei uns”, erklärt Mersch, der hinzufügt: “Die Zukunft des Autosektors ist riesig”. 

Mehr Benziner als Diesel 

Was sie Zulassungszahlen vom letzten Jahr betrifft, so ist auffallend, dass der Umschwung von Diesel zu Benzinern anhält: Der Verkauf von Wagen mit Benzinmotor zog letztes Jahr um 7,9 Prozent an, während fast um die gleiche Zahl (sieben Prozent) weniger Dieselautos gekauft wurden. Sie stellen nur noch 41,9 Prozent der verkauften Autos dar, während 50,6 Prozent der Verkäufe Benziner waren. 

1,8 Prozent der Verkäufe 2019 waren Elektroautos, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Fast sechs Prozent aller verkauften Autos in Luxemburg waren letztes Jahr Hybridautos mit Verbrennungsmotor und E-Motor. 

Die rücklaufenden Dieselverkäufe spiegeln sich auch in der CO2-Bilanz der neuangemeldeten Autos wider. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro zugelassenem Auto stieg im letzten Jahr erneut (plus 1,3 Prozent), während er die Jahre davor stetig zurückgegangen war (von 153 Gramm CO2 pro Kilometer je Fahrzeug 2009 zu 127 Gramm 2016). 

Der stete Rückgang der CO2-Emissionen war in der Vergangenheit dem Diesel zu verdenken, der deutlich weniger des Klimagases ausstößt als der Benzinmotor.

92,5 Prozent der im letzten Jahr verkauften Autos hatten einen Verbrennungsmotor. Einen Grund dafür, dass vergleichsweise wenig E-Autos verkauft wurden, sieht Mersch darin, dass die Politik erst kürzlich und „sehr spät” die Subventionen für den Kauf solcher Fahrzeuge um ein weiteres Jahr verlängerte. 


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Was die Erhöhung der Akzisen auf Benzin und Diesel betrifft, ist sich Mersch sicher, dass diese Maßnahme nicht dafür sorgen wird, dass weniger gefahren und CO2 eingespart wird. Es könne höchstens sein, dass Unternehmen weniger Fahrzeuge kaufen würden, die sie ihren Mitarbeitern als Firmenwagen zur Verfügung stellen. 

Zur Politik gewandt meint der Verbandspräsident, es dürfe keine Mobilitätspolitik geben ohne das Auto dabei im Mittelpunkt zu haben. 

Die meisten zugelassenen Fabrikate kommen nach wie vor aus Deutschland mit Volkswagen an der Spitze: 12,8 Prozent der letztes Jahr hier zugelassenen Fahrzeuge kamen von den Wolfsburgern, gefolgt von Mercedes (9,8 Prozent), BMW (8,9 Prozent) und Audi (8,2 Prozent).


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