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Ausfall lässt Facebook-Aktie abschmieren
Wirtschaft 2 Min. 05.10.2021
Minus fünf Prozent

Ausfall lässt Facebook-Aktie abschmieren

Zu den technischen Problemen setzt politischer Druck dem Unternehmen zu.
Minus fünf Prozent

Ausfall lässt Facebook-Aktie abschmieren

Zu den technischen Problemen setzt politischer Druck dem Unternehmen zu.
Mykola Tys/SOPA Images via ZUMA
Wirtschaft 2 Min. 05.10.2021
Minus fünf Prozent

Ausfall lässt Facebook-Aktie abschmieren

Das persönliche Vermögen von Facebook-Gründer Zuckerberg schrumpfte binnen weniger Stunden um mehr als sechs Milliarden Dollar.

(dpa) - Rund sechs Stunden ohne Facebook, WhatsApp und Instagram: Ein ungewöhnlich langer Total-Ausfall hat am Montag Milliarden Nutzern des Online-Netzwerks zugesetzt. Facebook erklärte die Störung mit einer fehlerhaften Konfigurationsänderung, durch die der Datenverkehr zwischen den Rechenzentren zusammengebrochen sei.

Die Störung war so schwer in Griff zu bekommen, dass Facebook der „New York Times“ zufolge ein Team in sein Rechenzentrum im kalifornischen Santa Clara schicken musste, um einen „manuellen Reset“ der Server zu versuchen. „Vereinfacht dargestellt: Die Dienste von Facebook, WhatsApp und Instagram sind noch da - aber es fehlt im Internet quasi die Verknüpfung dorthin“, erläuterte Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure. „Als hätte jemand auf einer Autobahn die Ausfahrtschilder zu den „Orten“ Instagram, WhatsApp und Facebook entfernt.“

Miese Woche für Mark Zuckerberg

Für Facebook, das gerade in den USA unter politischem Druck steht, war der mehrstündige Ausfall eine blamable Krönung ohnehin mieser Wochen. Erst am Sonntag hatte sich die ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen als Whistleblowerin zu erkennen gegeben und dem Online-Netzwerk vorgeworfen, Profit über das Wohl der Nutzer zu stellen. Für Dienstag wurde sie in einen Unterausschuss des US-Senats geladen. In ihrer vorab veröffentlichten Stellungnahme forderte sie mehr Transparenz bei den Software-Algorithmen, die entscheiden, was Nutzer zu sehen bekommen. Im Raum steht der Vorwurf, der Konzern habe bei der Angabe der Nutzerzahlen übertrieben. 

Frances Haugen im Fernsehinterview mit dem Sender CBS am 3. Oktober.
Frances Haugen im Fernsehinterview mit dem Sender CBS am 3. Oktober.
Foto: AFP

Die Facebook-Aktie schloss am Montag mit einem Minus von knapp fünf Prozent. Auch danach war das Unternehmen an der Börse immer noch rund 920 Milliarden Dollar wert. Das persönliche Vermögen von Zuckerberg schrumpfte nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg binnen weniger Stunden um mehr als sechs Milliarden Dollar. Mit noch 121,6 Milliarden Dollar rutschte er demnach um einen Platz nach hinten auf den fünften Rang hinter Microsoft-Gründer Bill Gates. Nachdem die Störung behoben war, legte der Kurs der Facebook-Aktie im vorbörslichen Handel am Dienstag zeitweise um 0,7 Prozent zu.


Die witzigsten Reaktionen auf die Facebook-Megapanne
Nach dem sechs Stunden langen Absturz von Facebook, Instagram und WhatsApp tauchten eine Reihe von lustigen Memes im Internet auf.

Insgesamt nutzen monatlich rund 3,5 Milliarden Menschen mindestens einen Dienst des Konzerns, 2,76 Milliarden greifen sogar täglich darauf zu. Gründer und Konzernlenker Mark Zuckerberg entschuldigte sich in einem kurzen Facebook-Beitrag bei den Nutzern. WhatsApp-Chef Will Cathcart versprach, man werde daraus lernen.  


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