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Auseinandersetzung spitzt sich zu
Wirtschaft 13.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Auseinandersetzung spitzt sich zu

Auseinandersetzung spitzt sich zu

Alain PIRON
Wirtschaft 13.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Auseinandersetzung spitzt sich zu

Laut OGBL greift die Direktion des Pflegeheimes „An de Wisen“ in Bettemburg auf "offensichtlich gesetzeswidrige und verfassungsfeindliche Mittel zurück".

(ndp) - Die Auseinandersetzung um das Pflegeheim „An de Wisen“ in Bettembourg spitzt sich weiter zu. Laut OGBL steht die Geschäftsleitung des Hauses "mit dem Rücken zur Wand" und "greift auf offensichtlich gesetzeswidrige und verfassungsfeindliche Mittel zurück".

"Einem Aufruf des Dachverbands COPAS und ihres Präsidenten Marc Fischbach folgend hat heute morgen eine andere Pflegeeinrichtung Streikbrecher nach Bettembourg geschickt, um das streikende Personal zu ersetzen", schreibt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung.

Um dem entgegenzuwirken wurden von den Streikenden Kontrollpunkte an allen Eingängen eingerichtet, um von der anderen Einrichtung kommenden Beschäftigten den Zutritt zu verwehren.

Daraufhin habe die Geschäftsführung von „An de Wisen“ die Polizei verständigt, die sich nach längeren Diskussionen dazu entschloss, die Blockade aufzulösen und die Streikbrecher ins Haus zu geleiten.

Appell an das Unterrichtsministerium

"Die jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrende und mit Geldern der öffentlichen Sozialversicherungen finanzierte Aktion der COPAS hat nicht nur einen Polizeieinsatz ausgelöst, sondern stellt auch das in der Verfassung verankerte Streikrecht fundamental in Frage", schreibt der OGBL weiter.


8e jour de conflit à Bettembourg: les grévistes stoppent les «casseurs de grève»
Des grévistes qui ont installé des barrages filtrants à toutes les entrées pour stopper les «casseurs de grève». Une direction qui fait appel à la police. Trois inspecteurs de l'ITM qui déboulent. Au 8e jour de grève, le conflit entre les grévistes de la Maison de soins «An de Wisen» à Bettembourg et la direction de Sodexo s'est soudainement durci.

Laut der Gewerkschaft wurden juristische Schritte eingeleitet.

Neben dem „ausgeliehenen“ Personal anderer Einrichtungen greife die Geschäftsführung des Hauses auch verstärkt auf Schüler und Praktikanten zurück. "Jugendliche ohne abgeschlossene Ausbildung werden hier missbraucht und müssen unter widrigsten Bedingungen Aufgaben ausführen, die ihnen von Gesetzes wegen untersagt sind".

Der OGBL richtet einen Appell an das Unterrichtsministerium und an die Direktion des LTPS (Lycée technique pour professions de santé), "hier ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Schüler umgehend abzuziehen".

COPAS reagiert verwundert auf Kritik

Die COPAS zeigt sich über die Kritik verwundert. Der Dachverband der Pflegedienstleister bestätigt, dass er seine Mitglieder zur Solidarität aufgerufen hat um die von der Streikbewegung betroffenen Häuser zu unterstützen. Aber im Gegensatz zu dem was behauptet wird, gilt der COPAS-Vorschlag weder für Zeitarbeit, noch für das Ausleihen von Arbeitskräften, er erfolgt vielmehr im Rahmen des "Outsourcing", das nach Arbeitsrecht legal ist.


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OGBL Piquet de solidarité RPPA an den Wisen / Foto: Joaquim VALENTE