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Ausblick 2020: Ein ereignisreiches Jahr in der Wirtschaft
Wirtschaft 4 Min. 02.01.2020

Ausblick 2020: Ein ereignisreiches Jahr in der Wirtschaft

„Quand le bâtiment va, tout va“: Die Immobilienpreise stiegen 2019 um fast zehn Prozent, was auf ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen ist. 2020 dürfte sich an der ungesunden Situation wenig ändern.

Ausblick 2020: Ein ereignisreiches Jahr in der Wirtschaft

„Quand le bâtiment va, tout va“: Die Immobilienpreise stiegen 2019 um fast zehn Prozent, was auf ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen ist. 2020 dürfte sich an der ungesunden Situation wenig ändern.
Foto: LW-Archiv
Wirtschaft 4 Min. 02.01.2020

Ausblick 2020: Ein ereignisreiches Jahr in der Wirtschaft

Das Wachstum bremst ab, die Immobilienpreise steigen weiter, der neue Aktionsplan für kleine und mittelständige Betriebe wird umgesetzt - 2020 hat einiges zu bieten.

Wachstum wird schwächer außer bei Häuserpreisen

Die Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft, weshalb auf Prognosen nicht immer Verlass ist. Da die Luxemburger Wirtschaft vom Export abhängig ist und globale finanzielle Verbindungen zu allen internationalen Märkten hat, ist ein Blick auf die politische Großwetterlage immer ratsam. Die 2019 prägende Unsicherheit in der Weltwirtschaft könnte im neuen Jahr etwas abnehmen weil die beiden Kontrahenten USA und China dabei sind, in ihrem Handelskonflikt aufeinander zuzugehen. Die Börsen belohnten die Entspannung in den letzten Handelstagen des alten Jahres mit Höchstständen. Die amerikanischen Luftangriffe auf eine pro-iranische Miliz im Irak könnten allerdings dem Jahresbeginn an den Börsen durch die gestiegene Gefahr eines Krieges zwischen den USA und dem Iran einen empfindlichen Dämpfer versetzen. Die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts Großbritanniens ist vorerst vom Tisch, aber keineswegs gebannt, weil es noch völlig unklar ist, ob sich die EU und das Königreich bis zum Ende der Übergangsperiode am 31. Dezember 2020 auf ein neues Freihandelsabkommen einigen werden. Immerhin können die Akteure am Finanzplatz, dessen Investmentfondsbranche eine reibungslose Verbindung zur Londoner City braucht, vorerst aufatmen.

2020 könnte der Wirtschaftsmotor weniger schnell drehen, die Kaufkraft hingegen steigen.
2020 könnte der Wirtschaftsmotor weniger schnell drehen, die Kaufkraft hingegen steigen.
Foto: Gerry Huberty

Die Summe der Unwägbarkeiten veranlasst den Statec zur Vorsicht: Für dieses Jahr sagen die Statistiker ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes voraus, nach 2,8 Prozent im vergangenen Jahr. Insgesamt geht der Statec von einem geringeren Wachstum in fast allen Bereichen aus. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze wird voraussichtlich abnehmen, die Steuereinnahmen sinken. Nur am Immobilienmarkt ist kein Sinken der Preise zu erwarten. Sie steigen im Jahr um etwa zehn Prozent. 2020 dürfte da keine Ausnahme sein.

Immerhin gibt es eine Sicherheit. Am 1. Januar wurde eine Indextranche fällig, was zu einem Anstieg der Löhne, Gehälter, Pensionen und Renten von 2,5 Prozent führt. Die Kaufkraft wird somit 2020 nicht abnehmen. pley

Neuer Aktionsplan für den Mittelstand


Chamberkommission befasst sich mit Wohnungskrise
Die immer besorgniserregenderen Entwicklungen auf dem luxemburgischen Wohnungsmarkt waren heute Thema im zuständigen Parlamentsausschuss. Konkrete Gegenmaßnahmen wurden dabei nicht präsentiert.

Der vierte Aktionsplan für kleine und mittelständige Betriebe hat ausgedient – 2020 soll ein neuer Aktionsplan in Kraft treten, der die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch besser fördert. In Luxemburg spielen KMU eine wesentliche Rolle in Bezug auf das wirtschaftliche Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Der Sektor zählt fast 32 000 Unternehmen und beschäftigt derzeit nahezu 210 000 Personen – das entspricht mehr als der Hälfte der Arbeitsstellen des Landes.

Ziel des fünften Aktionsplanes ist es, das globale Umfeld zu verbessern, damit sich die kleinen und mittelständigen Betriebe bestmöglich entwickeln können. Einen großen Wert wird vor allem auf die Digitalisierung gelegt, wobei konkrete Maßnahmen für die kleinen und Mikrounternehmen angeboten werden. Die bestehenden Beihilfemaßnahmen für den Mittelstand, wie etwa das Programm Fit4Digital, sollen im neuen Aktionsplan noch besser an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst werden.

Großer Wert wird auf die Digitalisierung gelegt.
Großer Wert wird auf die Digitalisierung gelegt.
Foto: Shutterstock

Eine weitere Priorität besteht in einer Kultur der zweiten Chance. Derzeit ist es sehr schwierig, nach einem gescheiterten Projekt wieder den Weg ins Unternehmertum zu finden. Das will der neue Aktionsplan schnellstmöglich ändern. Unternehmer sollen nicht mehr ihr ganzes Leben lang bestraft werden, wenn es einmal schiefläuft. Konkret soll das Konzept der zweiten Chance in der nationalen Gesetzgebung festgeschrieben werden. In Sachen Aktivitätszonen soll eine neue Datenbank einen umfangreichen Überblick über die kurz- bis mittelfristig verfügbaren Freiflächen verschaffen. Sie soll es Unternehmen ermöglichen, das passende Gebäude oder die passende Gewerbefläche schnell zu identifizieren.

Ein weiteres großes Thema ist die Unternehmensübertragung. Auch hier soll umfangreiche Hilfe angeboten werden. Bei gut 3 000 Betrieben im Handwerk und 2 000 im Handel ist eine Übergabe in den nächsten zehn Jahren geplant. ndp

Nation Branding in Dubai


This picture taken on October 22, 2019 in Dubai shows a view of ongoing construction work at the site of the Expo 2020, a big-budget global trade fair the glitzy emirate's rulers hope will restore its flagging fortunes. - Dubai hopes to attract 15 million visitors to the sprawling site taking shape on sand dunes south of the city's gleaming downtown, being built at the staggering cost of 30 billion dirhams (8.2 billion dollars). Some 200 countries will take part in the fair, which runs from October 20, 2020, to April 10, 2021. (Photo by GIUSEPPE CACACE / AFP)
Expo 2020 in Dubai: Der Countdown läuft, die Bagger rollen
Es ist das größte Ereignis, das je im Nahen Osten organisiert wurde: Zur Weltausstellung werden 25 Millionen Besucher erwartet. Die Bauarbeiten haben begonnen.

Noch 291 Tage, dann beginnt die Weltausstellung Expo 2020. Die internationale Veranstaltung, die vom 20. Oktober bis zum 10. April 2021 in Dubai stattfindet, bringt mehr als 190 Länder zusammen – darunter Luxemburg. Das Großherzogtum gehört zu den ersten fünf Ländern weltweit, die die Baugenehmigung für den Aufbau des nationalen Pavillons erhalten hat; die Bauarbeiten haben im Juli angefangen. An den Kosten für den Luxemburger Pavillon beteiligen sich verschiedene Akteure der Privatwirtschaft, wie ArcelorMittal, Post Luxembourg, Cargolux und SES.

Ende Januar ist eine Wirtschaftsmission im Nahen Osten geplant, um sich ein Bild von dem Fortschritt der Arbeiten zu machen. mbb

Das schnelle Netz kommt

Das superschnelle Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) geht an den Start: Vor Ende 2020 sollte das 5G-Netz in Luxemburg angeboten werden. Die für den Betrieb notwendigen Frequenzbänder stehen den Mobilfunkanbietern hierzulande zwar noch nicht zur Verfügung – die Versteigerung der begehrten Bänder sollte jedoch in den kommenden Monaten organisiert werden. Spannend wird die Antwort auf die Frage, welche Netzausrüster für den Aufbau des 5G-Netzes gewählt werden. Derzeit befinden sich die Netzausrüster in Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern; keiner der Betreiber hat eine endgültige Entscheidung getroffen. mbb

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben


16.07.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Eine Vodafone-Mitarbeiterin hält ein 5G-Smartphone in der Hand. Vodafone hat als erstes deutsches Telekommunikationsunternehmen ein kommerzielles 5G-Netz gestartet. Die Firma aktivierte am Dienstagmorgen 25 Antennenstandorte in Düsseldorf, Köln, Dortmund und anderen Städten und Gemeinden. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Luxemburger Ericsson-Chef über 5G: „Die Verhandlungen laufen“
Im Interview mit dem „Luxemburger Wort“ erklärt der Luxemburger Ericsson-Repräsentant Rémi De Montgolfier wie seine Firma es schafft, sich von der Konkurrenz von Nokia und Huawei beim 5G-Aufbau abzuheben.

In den Verhandlungen rund um das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Klassifikationssystem – auch Taxonomie genannt – für nachhaltige Finanzprodukte konnte Ende 2019 in extremis eine politische Einigung zwischen dem Europäischem Parlament und dem Rat gefunden werden. Damit wurde „ein allgemeiner Rahmen für grüne Investitionen festgelegt“, wie es bei der Brüsseler Behörde heißt. Nun gilt es im laufenden Jahr, genaue Kriterien für die einzelnen wirtschaftlichen Tätigkeiten festzulegen.

Das Klassifikationssystem zielt darauf ab, mehr privates Kapital in nachhaltige Investitionen umzulenken. Künftig soll es einfacher sein, festzustellen, welche Finanzprodukte „grün“ sind und welche nicht. mbb


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Fit für die Digitalisierung
Der vierte Aktionsplan für kleine und mittelständische Betriebe ist noch nicht vollständig umgesetzt, da steht der fünfte Plan schon in den Startlöchern.
Lex Delles will eine Kultur der zweiten Chance schaffen.
Finanzsektor im Visier: Die Zeichen stehen auf Grün
Durch einen neuen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums will die Europäische Kommission den Finanzsektor dazu ermutigen, gegen die Folgen des Klimawandels mitzukämpfen. Luxemburg hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen.
European commission president Jean-Claude Juncker (L) shakes hands with united nations secretary-general envoy for climate action Michael Bloomberg during the green finance conference at the European commission headquarters on March 22, 2018, in Brussels. / AFP PHOTO / Ludovic MARIN
Das Netz der Zukunft: 5G von 2020 an auch in Luxemburg
POST Luxembourg wird das Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) schrittweise ab 2020 in Luxemburg einführen. Das teilte Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Montag auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Max Hahn (DP) und Claude Lamberty (DP) mit.
Unternehmer arbeiten zusammen: Kooperation statt Konkurrenz
Unternehmen stehen im ständigen Wettbewerb zueinander. Oft lohnt es sich für Unternehmen, zusammen ein Projekt zu stemmen. Forscherin Christina Constantinidis erklärt, was sich hinter dem Schlagwort „kollaboratives Unternehmertum“ versteckt.
Gerade Unternehmerinnen arbeiten in Luxemburg oft zusammen, erklärt die Forscherin Christina Constantinidis.
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