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Ausblick 2018: Signale für Luxemburger Wirtschaft stehen auf Grün
Wirtschaft 1 2 Min. 02.01.2018

Ausblick 2018: Signale für Luxemburger Wirtschaft stehen auf Grün

Wirtschaft 1 2 Min. 02.01.2018

Ausblick 2018: Signale für Luxemburger Wirtschaft stehen auf Grün

2018 wird alles besser: Die guten Vorsätze fürs neue Jahr könnten bald wahr werden. In Europa geht es zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise aufwärts. In Luxemburg ist der positive Trend noch ausgeprägter als bei den übrigen EU-Partnern.

Von Pierre Leyers

Die Aussichten für die gesamte Eurozone sind so gut wie lange nicht. Die EU-Kommission rechnet in den 19 Staaten des Währungsgebiets 2017 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,2 Prozent, 2018 von 2,1 Prozent. Die Eurozone könnte damit das stärkste Wirtschaftswachstum seit gut einem Jahrzehnt hinlegen.

Für Luxemburg, das den überwiegenden Teil seiner Güter und Dienstleistungen exportiert, bedeutet der Anstieg in der Eurozone eine ausgezeichnete Nachricht. Der Statec rechnet damit, dass sich das kräftige Wirtschaftswachstum fortsetzen wird. Im Jahr 2018 dürfte das BIP in Luxemburg um 4,4 Prozent zulegen, lautet die Prognose des Statistikamts. 2017 wird der Anstieg voraussichtlich bei 3,4 Prozent liegen.

Der Finanzplatz, das Herzzentrum der Luxemburger Wirtschaft, wird den positiven Trend an den Märkten spüren, muss sich aber mit den Konsequenzen der zunehmenden Digitalisierung auseinandersetzen. Der Exodus aus London wird voraussichtlich vor allem im Versicherungssektor weiterhin für die Ankunft neuer Gesellschaften sorgen.

Im neuen Jahr dürfte die Diskussion um das von der Luxemburger Regierung in Auftrag gegebene Strategiepapier von Jeremy Rifkin weiter an Fahrt aufnehmen. Der US-amerikanische Politikberater sagt in seiner Zukunftsvision eine Welt ohne Erdöl voraus. Als Schlüssel zum künftigen wirtschaftlichen Erfolg sieht er, wie die Digitalisierung, die Mobilität Energieversorgung und Industrie effizienter machen sollen.

Die Neuausrichtung der Luxemburger Wirtschaft dürfte sich 2018 beschleunigen. Das Großherzogtum bemüht sich um Start-ups in Zukunftstechnologien, und die Universität entwickelt mit viel Geld neue Forschungsinfrastrukturen. Im Wahljahr 2018 will Wirtschaftsminister Etienne Schneider weitere Früchte seiner Weltraumpläne einfahren.

Der Supercomputer HPC wird an der Uni Luxemburg voraussichtlich den Betrieb aufnehmen. Luxemburg wird dadurch mit einem Satz eine Leader-Position bei der Forschung im Bereich „Big Data“ einnehmen. Auch die Kreislaufwirtschaft, eines der zentralen Motive im Rifkin-Bericht, verlässt mit der Realisierung des Wohnprojekts in Wiltz die Spezialistennische und kommt in der Mitte der Gesellschaft an.

Neben politischen Unwägbarkeiten – etwa der weitere Verlauf der Brexit-Verhandlungen und der Nordkorea-Konflikt – ist vor allem der Effekt der aggressiven Steuersenkung in den USA schwer einzuschätzen.

Die Vereinigten Staaten profitieren von der jüngst vom Kongress abgesegneten permanenten Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent, die damit im Vergleich zu anderen großen Industrieländern fast auf dem niedrigsten Niveau liegen.

Unklar ist, inwieweit diese Maßnahme der Trump-Regierung, mit der die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden soll, unter den westlichen Industriestaaten einen Wettlauf um die niedrigste Unternehmensbesteuerung auslösen wird.

Die Debatte um eine faire und transparente Besteuerung von internationalen Konzernen, die das Luxemburger Geschäftsmodell im Kern berührt, dürfte 2018 deutlich von der Entwicklung in den USA geprägt sein.


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5.12.2017 Luxembourg, Kirchberg, Chambre de Commerce, Statec, Serge Allegrezza, Bastien Larue, Ferdy Adam  photo Anouk Antony
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