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Ausbau des Glasfasernetzes: Schnelles Internet bis in die hinterste Ecke
Wirtschaft 3 Min. 21.07.2020

Ausbau des Glasfasernetzes: Schnelles Internet bis in die hinterste Ecke

Wirtschaftsminister Franz Fayot (l.) lässt sich von den Post-Mitarbeitern genau erklären, wie die Glasfaserkabel in Düdelingen verlegt werden.

Ausbau des Glasfasernetzes: Schnelles Internet bis in die hinterste Ecke

Wirtschaftsminister Franz Fayot (l.) lässt sich von den Post-Mitarbeitern genau erklären, wie die Glasfaserkabel in Düdelingen verlegt werden.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 3 Min. 21.07.2020

Ausbau des Glasfasernetzes: Schnelles Internet bis in die hinterste Ecke

Mara BILO
Mara BILO
Homeoffice und Streaming haben die Internet-Nachfrage in den vergangenen Monaten explodieren lassen. Post investiert nun zusätzliche 50 Millionen Euro in das Glasfasernetz.

50 Millionen Euro. Das ist die Summe, die Post zusätzlich in den Ausbau der Glasfaserleitungen stecken will. Pro Jahr werden bereits etwa 30 Millionen Euro in das Festnetz investiert, wie Gaston Bohnenberger, Direktor von Post Technologies, erklärt. 50 Millionen Euro kommen über die nächsten Jahre nun also dazu. Derzeit liegt die Ausbauquote bei etwa 70 Prozent, bis 2023 sollen es 75 Prozent sein.

„Wir sehen es als unseren Beitrag, um die Wirtschaft anzukurbeln“, erklärt Bohnenberger die Investitionsentscheidung. Die aktuelle Corona-Krise hat die heimische Wirtschaft in die Knie gezwungen; viele Firmen leiden unter den Folgen der Pandemie. Ein Großteil der Investitionen gehe etwa an Tiefbauunternehmen, die wie viele andere Betriebe während des Lockdowns ihre Türen schließen mussten, so der Direktor von Post Technologies. „Wir hatten den gleichen Schritt im Jahr 2008 unternommen. Damals hatten wir massiv in das Glasfasernetz investiert.“


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Am Dienstag hat Post-Generaldirektor Claude Strasser Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) nach Düdelingen eingeladen, um sich ein Bild der Fortschritte des Ausbaus des Glasfasernetzes in der Ortschaft zu machen. „Die aktuelle Krise hat gezeigt, wie wichtig eine zuverlässige Internetverbindung zu Hause ist“, betonten Fayot und Strasser bei der Visite. Viele Menschen im Homeoffice und die vermehrte Nutzung von Streamingdiensten habe die Nachfrage in den vergangenen Monaten explodieren lassen. Im internationalen Vergleich verfüge Luxemburg aber über eine gute Infrastruktur und habe beim Ausbau der Glasfaserleitungen die Nase vorn. 

Derzeit ist beim Festnetz eine Internet-Geschwindigkeit von 1 Gbit/s möglich, ab dem nächsten Jahr könnte aber schon eine Geschwindigkeit von bis zu 10 Gbit/s angeboten werden, wie es bei Post heißt.

Grafik: Luxemburger Wort

Umfangreiche Bauarbeiten

Mit der zusätzlichen Investition in Höhe von 50 Millionen Euro will Post das gesamte Land schneller als geplant abdecken, wie Gaston Bohnenberger erklärt. Nur: Über das Timing der Verlegung der Glasfaserkabel entscheidet die Firma nicht allein. Die umfangreichen Tiefbauarbeiten müssen nämlich auch mit anderen Akteuren – wie etwa Strom- oder Gasanbieter – koordiniert werden, um die Zahl der Baustellen im Land zu reduzieren.


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Beispiel Düdelingen: Dort haben die Bauarbeiten im Jahr 2015 angefangen; es wird damit gerechnet, dass es noch etwa zwei Jahre dauern wird, bis die Arbeiten ein Ende nehmen – dabei geht es nicht nur um die Verlegung der Glasfaserkabel. Die Kosten für die Tiefbauarbeiten werden zwischen Post und den anderen Auftraggebern geteilt.

Post ist das einzige Unternehmen hierzulande, das die Glasfaser-Infrastruktur ausbaut. „Es dauert etwa 40 Jahre, bis die Kosten wieder eingefahren sind“, erklärt Cliff Konsbruck, Direktor von Post Telecom. Die anderen Netzbetreiber zahlen für die Nutzung der Post-Infrastruktur, um ihren Kunden das Hochgeschwindigkeitsinternet über Glasfaser anbieten zu können. Die Gebühren pro Anschluss belaufen sich auf etwa 19 Euro im Monat, so Bohnenberger. 

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