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Auf Spritztour mit Großherzog Henri
Wirtschaft 10 3 Min. 27.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Auf Spritztour mit Großherzog Henri

Großherzog Henri besichtigt den Partybus von Sales-Lentz.

Auf Spritztour mit Großherzog Henri

Großherzog Henri besichtigt den Partybus von Sales-Lentz.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 10 3 Min. 27.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Auf Spritztour mit Großherzog Henri

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Das Staatsoberhaupt besuchte am Donnerstag den Hauptsitz der Sales-Lentz-Gruppe in Niederkerschen.

Pünktlich um 10 Uhr fährt der Ehrengast in seinem feuerroten Tesla in der Industriezone von Niederkerschen vor. Die Autotür wird geöffnet, drahtig erhebt sich Großherzog Henri von der Rückbank und entsteigt dem Elektroflitzer mit einem großen Lächeln im Gesicht. Agnès Sales-Lentz und ihre beiden Söhne Marc und Jos bilden das Begrüßungskomitee und nehmen den prominenten Besucher am Hauptsitz ihres Familienunternehmens freundlich in Empfang: „Häerzlech wëllkomm, Monseigneur!“ 

Der Besuch des Staatsoberhaupts war bei Sales-Lentz genau vorbereitet worden. Die Tour über das Firmengelände ging über mehrere Stationen, die Busse standen schön in Reih und Glied, sogar ein kleiner Strand war für den Besuch des Großherzogs aufgebaut worden. Gut zwei Stunden nahm sich das Staatsoberhaupt Zeit, um sich die verschiedenen Aktivitäten der Gruppe erklären zu lassen und mit den Mitarbeitern zu plaudern.

Kernstück des im Jahr 1948 gegründeten Unternehmens Sales-Lentz ist nach wie vor die Busgesellschaft, die unter anderem im Auftrag des Staats und der Gemeinden die Linien des öffentlichen Transportnetzes bedient. In den Garagen von Sales-Lentz stehen mittlerweile 621 Fahrzeuge – keine Busgesellschaft in Luxemburg und der Großregion hat einen größeren Fuhrpark, wie man gestern stolz berichtete. Für 2019 rechnet man mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro.


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Gesellschafter der Gruppe Sales-Lentz sind Marc und Jos Sales, die den Betrieb seit 1993 in dritter Generation führen und damit in die Fußstapfen ihrer Eltern Henri und Agnès Sales-Lentz getreten sind. In den vergangenen Jahren haben die beiden Brüder die Aktivitäten des Familienunternehmens sukzessive ausgebaut. Tatsächlich machen der öffentliche Transport und die Schülerbeförderung nicht den Hauptteil der Einnahmen der Unternehmensgruppe aus. Unter der Marke „We love to travel“ betreibt Sales-Lentz insgesamt 20 Reisebüros im ganzen Land. Zudem ist die Firma aus Käerjeng im Fernbusgeschäft aktiv. Mehr als 1,6 Millionen Passagiere jährlich nutzen die Fernbusse der Marke Flibco, etwa um von Luxemburg zum Flughafen Charleroi in Belgien zu gelangen. Auch in der Eventsparte ist die Gruppe engagiert. 

Zugpferd Elektromobilität

Ein weiteres Zugpferd ist die Elektromobilität. Großherzog Henri setzte sich während seines Besuchs selbst ans Steuer eines Elektrobusses, um eine Runde um den Firmenhof zu drehen. Der Monarch erwies sich dabei als äußerst versierter und umsichtiger Chauffeur. „Der Pioniergeist liegt in unserer Unternehmenskultur. Wir haben schon 2009 den ersten Hybrid-Elektrobus in unsere Flotte aufgenommen“, sagt Fabrizio Romano, Generaldirektor bei Sales-Lentz Transport. „Heute sind bei uns 40 Hybrid- und 30 vollelektrische Fahrzeuge im Einsatz.“ 


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In den vergangenen Monaten sorgte Sales-Lentz mit autonom fahrenden Kleinbussen für einiges Aufsehen. Im Pfaffenthal in der Hauptstadt und in der Industriezone Contern sind zwei dieser Elektrogefährte des französischen Herstellers Navya bereits unterwegs, zwei weitere Strecken sollen bis Ende des Jahres folgen. An Bord der autonomen Navette fährt jedoch stets ein Chauffeur mit, der während der Fahrt eingreifen kann – etwa, wenn ein Müllwagen die Straße blockiert. 

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten läuft der Betrieb mittlerweile problemfrei. „Die Touristen im Pfaffenthal lieben die Busse“, erzählt Georges Hilbert, Generaldirektor Transport Technique. „Am Wochenende haben wir pro Tag 200 Passagiere.“ Ziel sei es, einen Mobilitätsservice auf der „first“ oder „last mile“ anzubieten – also dort, wo keine anderen Transportmittel zur Verfügung stehen, wie auf der kurzen Strecke zwischen dem Aufzug und der Standseilbahn im Pfaffenthal. Aber auch andere Bereiche der Stadt Luxemburg kämen theoretisch als Fahrtweg für den autonomen Bus infrage. 

Als der Großherzog seinen Besuch beendet hatte, gab es für die Mitarbeiter am Standort Käerjeng noch ein herzhaftes Büfett. „Der Besuch des Großherzogs war ein voller Erfolg“, rief Jos Sales stolz in das Mikrofon.


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