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Auch FIFA-Chef Infantino soll involviert sein
Wirtschaft 2 Min. 05.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Panama Papers

Auch FIFA-Chef Infantino soll involviert sein

Infantino soll auch in dubiose Geschäfte verstrickt gewesen sein.
Panama Papers

Auch FIFA-Chef Infantino soll involviert sein

Infantino soll auch in dubiose Geschäfte verstrickt gewesen sein.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 05.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Panama Papers

Auch FIFA-Chef Infantino soll involviert sein

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Durch die sogenannten "Panama Papers" gerät offenbar auch der neue FIFA-Chef Gianni Infantino in Erklärungsnot. Der 46-Jährige soll in seiner Zeit beim Europa-Verband UEFA in dubiose Geschäfte mit einer Briefkastenfirma verstrickt gewesen sein.

(SID/dpa) - Durch die sogenannten "Panama Papers" gerät offenbar auch der neue FIFA-Chef Gianni Infantino in Erklärungsnot. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet in ihrer Mittwochausgabe, dass der 46-Jährige in seiner Zeit beim Europa-Verband UEFA in dubiose Geschäfte mit einer Briefkastenfirma verstrickt war. Dabei ging es um Fernsehrechte.

Infantino hat demnach als Direktor der UEFA-Rechtsabteilung Verträge mit einer Briefkastenfirma gezeichnet, deren Eigentümer zwei der heutigen Angeklagten im FIFA-Skandal waren. Die südamerikanischen TV-Rechtehändler Hugo und Mariano Jinkis erwarben durch diese Verträge Rechte an der Champions League und verkauften diese mit hohem Gewinn in Lateinamerika weiter.

Zunächst geleugnet

In den vergangenen Monaten hat die SZ dazu mehrere schriftliche Anfragen an Infantino geschickt. Sprecher des Fußball-Weltverbandes erklärten, Infantino "persönlich" habe in seiner Zeit bei der UEFA mit den beiden TV-Rechtehändlern und deren Firma weder "geschäftlich" noch "wissentlich anderweitig zu tun gehabt". Auch die UEFA leugnete die Verbindung zunächst. Vor wenigen Tagen räumte der Verband ein: Der fragliche Vertrag trage Infantinos Unterschrift.

„Es gibt keinerlei Anzeichen für irgendein Fehlverhalten der UEFA oder mir in dieser Angelegenheit“, wurde Infantino am Dienstagabend in einer Pressemitteilung des Fußball-Weltverbandes FIFA zitiert.

Die Vertragspartner sind nach Informationen des Züricher "Tages-Anzeigers" in den Dokumenten eindeutig benannt: auf der einen Seite eine Offshorefirma namens Cross Trading, angesiedelt auf der winzigen Koralleninsel Niue im Südpazifik, auf der anderen Seite die Union des Associations Europeennes de Football, abgekürzt UEFA, mit Sitz in Nyon. Drei Namen stehen auf einer Seite, die im Herbst 2006 für die Unterschriften angelegt wurde: zwei Uefa-Funktionäre und Hugo Jinkis. Er unterzeichnete für die Cross Trading.

Infantino gab an, niemals persönlich mit Cross Trading oder deren Eigentürmern verhandelt zu haben. Der Bieterprozess sei damals aufseiten der UEFA vom Team Marketing geführt worden. „Die Rechte gingen an Teleamazonas/Cross Trading, weil sie das beste Angebot auf dem Markt abgegeben haben“, teilte die UEFA mit.

Bestechungsvorwurf

Der argentinische Sportrechtehändler Jinkis gehört mit seinem Sohn Mariano zu den Hauptbeschuldigten im amerikanischen FIFA-Verfahren. Die USA hatten im Mai vergangenen Jahres sieben FIFA-Funktionäre im Luxushotel Baur au Lac in Zürich verhaften lassen. Auch die Jinkis saßen danach in Übersee vorübergehend in Haft.

Die US-Ermittler werfen ihnen vor, über die Firma Cross Trading hochrangige FIFA- und andere Fußballfunktionäre bestochen zu haben, um günstig an Fernsehrechte zu kommen - die sie dann mit Aufschlag verkaufen konnten. So sollen von den Jinkis und anderen Sportrechtehändlern um die 110 Millionen Dollar Bestechungsgelder bezahlt worden sein.


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