Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Asselborn bei G20-Treffen: Kompromiss gegen Überkapazitäten im Stahlmarkt
Wirtschaft 30.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Asselborn bei G20-Treffen: Kompromiss gegen Überkapazitäten im Stahlmarkt

Außenminister Jean Asselborn im Gespräch mit EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Asselborn bei G20-Treffen: Kompromiss gegen Überkapazitäten im Stahlmarkt

Außenminister Jean Asselborn im Gespräch mit EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.
MAE
Wirtschaft 30.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Asselborn bei G20-Treffen: Kompromiss gegen Überkapazitäten im Stahlmarkt

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Lange war es unsicher, ob sich die G20-Staaten überhaupt zu einem gemeinsamen Papier zu Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt durchringen können. Es gelingt, konkrete Schritte aber werden nicht vereinbart.

(dv/las/dpa) - Die führenden Wirtschaftsmächte sind sich nach hartem Ringen grundsätzlich einig über einen Abbau von globalen Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt. Konkrete Vereinbarungen, wie dies geschehen soll, gibt es allerdings nicht. Mögliche Strafzölle der USA auf Stahlimporte vor allem aus China, aber auch aus Europa sind nicht vom Tisch.

Bei einem Spitzentreffen in Berlin verabschiedeten die G20-Staaten am Donnerstag ein gemeinsames Papier. In einem Bericht halten sie fest, dass es einen Abbau „marktverzerrender Subventionen“ und von Überkapazitäten geben soll. Außerdem sind „konkrete politische Handlungsempfehlungen“ geplant, und es soll einen Datenaustausch geben. An dem Treffen nahmen auch weitere Staaten der OECD teil.

China will Subventionen abbauen

„Wir haben einen wichtigen politischen Schritt gemacht, obwohl es am Anfang nicht danach aussah“, sagte Außenminister Jean Asselborn dem „Luxemburger Wort“. „Wir haben einen fairen Kompromiss gefunden. Die Chinesen haben signalisiert, die Frage der Subventionen anzugehen und diese auch abzubauen“, so Asselborn weiter.

Die USA begrüßten das Papier – es seien aber tatsächliche politische Veränderungen notwendig. Der US-Stabschef im Büro des Handelsbeauftragten, Jamieson Greer, sagte: „Die grundlegenden Probleme sind noch nicht wirklich angegangen worden.“

Die europäische Stahlbranche leidet seit längerem unter weltweiten Überkapazitäten, was Unternehmen unter Druck gesetzt hat. Das Problem sei angegangen worden, aber langfristig nicht gelöst, sagte der Europachef von ArcelorMittal, Aditya Mittal am Dienstag.

Der chinesische Vize-Handelsminister Li Chenggang sagte, die Volksrepublik als weltgrößter Stahlproduzent sei zum weiteren Abbau von Produktionskapazitäten bereit. Dies sei ein „schmerzhafter Prozess“. Es könne aber nicht sein, dass nur China etwas unternehme. Die weltweiten Überkapazitäten werden auf 740 Millionen Tonnen geschätzt. Etwa die Hälfte entfällt auf China, erklärte Asselborn.

In Verhandlungskreisen hieß es, es sei ein Erfolg, dass das Papier als Basis für eine weitere Zusammenarbeit gemeinsam verabschiedet worden sei. Das Spitzentreffen habe lange vor dem Scheitern gestanden, weil China sich geweigert habe zuzustimmen. Umstritten gewesen sei ein Passus darüber, dass die Regierungen Maßnahmen ergreifen sollen, um marktverzerrende Subventionen abzubauen – auch wenn sie damit nicht gegen WTO-Regeln verstoßen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema