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Arme Länder fallen durch Corona weiter zurück
Wirtschaft 02.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Arme Länder fallen durch Corona weiter zurück

Vor allem in ärmeren Ländern, wo viele junge Menschen in den Arbeitsmarkt strömen, bleibt die Zahl qualitativ guter Arbeitsstellen knapp.

Arme Länder fallen durch Corona weiter zurück

Vor allem in ärmeren Ländern, wo viele junge Menschen in den Arbeitsmarkt strömen, bleibt die Zahl qualitativ guter Arbeitsstellen knapp.
Foto: AFP
Wirtschaft 02.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Arme Länder fallen durch Corona weiter zurück

Internationale Arbeitsorganisation ILO: Die Erholung der Arbeitsmärkte beginnt nur langsam.

(dpa) - Millionen Menschen haben weltweit durch die Corona-Krise ihre Arbeit verloren oder mussten Arbeitsstunden reduzieren. Wenn sich die Pandemie nicht weiter verschärft, sollte in der zweiten Jahreshälfte zwar eine Erholung an den Arbeitsmärkten einsetzen, berichtete die Weltarbeitsorganisation (ILO) in einem Ausblick am Mittwoch. 

Aber selbst die mit einem Konjunkturaufschwung verbundene Rückkehr an alte Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Stellen reiche nicht, um im kommenden Jahr den Mangel an bezahlter Arbeit auszugleichen.  Nach Angaben der ILO sind durch Corona 8,8 Prozent aller Arbeitsstunden weltweit verloren gegangen. 


Damit es nicht zu einem Absturz am Arbeitsmarkt kommt, beraten die Experten bei der ILO-Konferenz in Lissabon über eine der Krisensituation angepasste Beschäftigungspolitik.
Der Arbeitsmarkt und die Krise
Wie kann man möglichst viele Arbeitsplätze sichern? Welche Maßnahmen muss man angesichts der weltweit steigenden Erwerbslosigkeit ergreifen? Diese und andere Fragen zur Beschäftigungspolitik in Krisenzeiten stehen im Mittelpunkt der 8. europäischen Regionalversammlung der Internationalen Arbeitsorganisation, die am Montag in Lissabon begann.

Das entspreche der Leistung, die 255 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Vollzeitstellen innerhalb eines Jahres leisten

Der coronabedingte Verlust an Arbeitsplätzen und Arbeitsstunden entspreche 2021 noch 100 Millionen Vollzeitstellen, im kommenden Jahr 26 Millionen. Damit dürften in diesem Jahr 220 Millionen Menschen weltweit arbeitslos sein, im kommenden Jahr noch 205 Millionen. 

Vor der Krise, also 2019, waren es nach ILO-Schätzungen 187 Millionen. Die Erholung werde je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen, so die ILO. Zum einen, weil nicht überall gleich schnell gegen das Coronavirus geimpft werde und damit Corona-Schutzmaßnahmen aufgehoben werden können, zum anderen, weil ärmere Länder nicht in der Lage seien, große Pakete zur Ankurbelung der Konjunktur zu schnüren

Erschwerend kommt hinzu, dass viele neu geschaffenen Arbeitsplätze von geringer Produktivität und schlechter Qualität sein werden. Zwischen 2019 und 2022 wird die durchschnittliche Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität voraussichtlich in allen Ländern mit Ausnahme der mit hohem Einkommen unter die Vorkrisenrate fallen. Der Mangel an produktiven Beschäftigungsmöglichkeiten in Ländern mit niedrigem Einkommen wird am größten sein. 

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