Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Architektur unter der Lupe
Wirtschaft 5 Min. 18.05.2020

Architektur unter der Lupe

Das Rathaus in Eschdorf wurde vom Architektenbüro Ballinipitt Architectes Urbanistes konzipiert.

Architektur unter der Lupe

Das Rathaus in Eschdorf wurde vom Architektenbüro Ballinipitt Architectes Urbanistes konzipiert.
Foto: OAI
Wirtschaft 5 Min. 18.05.2020

Architektur unter der Lupe

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Luxemburger Architekten- und Ingenieurverband (OAI) feiert 30-jähriges Bestehen.

Der Ruf nach einer Architektur mit gesellschaftlicher, funktionaler und ästhetischer Relevanz ist in den vergangenen Jahren immer lauter geworden. Noch nie wurde so viel gebaut wie heute und noch nie waren die Anforderungen an die Architekten und Stadtplaner so hoch wie in den vergangenen zehn Jahren. 

Der 30. Geburtstag des Ordre des Architectes et des ingénieurs-conseils (OAI) gibt Anlass, auf die Entwicklung der nationalen Baukultur und vor allem des Berufsstands in den vergangenen 30 Jahren zurückzublicken.

Seit seiner Gründung im Jahr 1990, hat sich der Verband stets neuen Herausforderungen stellen müssen. Kontinuierlich sind neue Impulse gesetzt worden, um mehr Anerkennung für die freien Berufe der Architekten und Ingenieure herbeizuführen. Aktuell zählt das Großherzogtum 743 Architekten- und Ingenieurbüros. Rund 5.200 Fachleute werden in den Büros beschäftigt.

Wachsendes Interesse für den Beruf

Im Vergleich: 1990 arbeiteten 1.076 in der Branche. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Zahl der Angestellten in diesem Bereich also verfünffacht. Zudem gibt es heute dreimal mehr Architektenbüros und fünfmal mehr Ingenieurbüros in Luxemburg als 1990. Zahlen, die belegen, dass der Berufsstand der Architekten und Ingenieure in den vergangenen drei Jahrzehnten auf ein wachsendes Interesse gestoßen ist.


2016 ging der Fonds Belval als Sieger hervor. Die Architektur der Maison du Savoir in Belval konnte die Jury überzeugen. Entworfen wurde das Gebäude von den Büros Baumschlager Eberle und Christian Bauer et Associés Architectes.
Bauhärepräis: Von der Idee zum Bauwerk
Verband der Architekten und Ingenieure (OAI) verleiht zum sechsten Mal den Bauhärepräis.

„Auch unsere Bemühungen, um auf breiter Front ein Bewusstsein für die Baukultur des Landes herbeizuführen, haben gefruchtet. 2004 war ein politisches Programm im Bereich der Architektur, dem Ingenieurwesen, dem Städtebau und der Raumplanung geschaffen worden. Dieses war wegweisend für unsere Arbeit in den vergangenen 16 Jahren“, sagt Pierre Hurt, Direktor des OAI.

„Maîtrise d’œuvre OAI - MOAI" 

Bereits seit 30 Jahren führt der 56-Jährige den Verband an der Spitze an. Zu den wertvollsten Errungenschaften seit 1990 zählen für den Verband unter anderem die Teilnahme am Gesetzgebungsprozess, die Schaffung eines vertraglichen Arbeitsverhältnisses für die Mitglieder des OAI und die Einführung der Methodik „Maîtrise d’œuvre OAI - Construire ensemble notre cadre de vie“. Um diese Erfolge zu feiern, wird es anlässlich der Verleihung des sechsten Bauhärepräis im kommenden Herbst eine kleine Feierstunde geben. Ein genaues Datum gibt es wegen der Corona-Krise noch nicht.

Pierre Hurt, Direktor des OAI, ist bei der Gründung der Fondation de l’Architecture et de l’Ingénierie (LUCA) im Jahr 1992 federführend gewesen.
Pierre Hurt, Direktor des OAI, ist bei der Gründung der Fondation de l’Architecture et de l’Ingénierie (LUCA) im Jahr 1992 federführend gewesen.
Foto: OAI

Dennoch müssen sich Architekten und Ingenieure nach wie vor großen Herausforderungen stellen. Technologische Entwicklungen, die zunehmende Komplexität der Planung und gewandelte gesellschaftliche Wertvorstellungen stellen sie immer wieder auf die Probe. „Vor allem muss vermieden werden, dass das Bauen auf einen industriellen und kommerziellen Prozess reduziert wird. Es gilt darauf zu achten, dass eine unabhängige und qualitativ hochwertige Konzeption gefördert wird und die Arbeit der Gestalter zum Tragen kommt“, sagt der Direktor des OAI.

Mit der Gestaltung von Bauwerken gehe eine große Verantwortung einher. Und diese Verantwortung gelte es auch in Zukunft nicht zu unterschätzen, sagt Pierre Hurt. 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Baumeister verabschiedet sich
Der Architekt René Witry blickt auf 40 Jahre Berufsleben zurück und prägte in dieser Zeit die nachhaltige Architektur in Luxemburg. Jetzt zieht er sich aus seinem Unternehmen zurück und übergibt an die nächste Generation.
Foto: Serge Daleiden
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.