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ArcelorMittal stellt zwei Anlagen ab
Wirtschaft 02.09.2022
Hohe Energiepreise

ArcelorMittal stellt zwei Anlagen ab

Einer der beiden Hochöfen am Flachstahlstandort Bremen wird „bis auf weiteres“ stillgelegt.
Hohe Energiepreise

ArcelorMittal stellt zwei Anlagen ab

Einer der beiden Hochöfen am Flachstahlstandort Bremen wird „bis auf weiteres“ stillgelegt.
Foto: ArcelorMittal
Wirtschaft 02.09.2022
Hohe Energiepreise

ArcelorMittal stellt zwei Anlagen ab

Die gestiegenen Strom- und Gaspreise machen eine wirtschaftliche Betreibung der Anlagen derzeit unmöglich.

(MeM) - „Die exorbitant gestiegenen Energiepreise beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlherstellung massiv“, teilt der Stahlkonzern ArcelorMittal am Freitag mit. Hinzu kämen eine schwache Marktnachfrage, ein negativer Wirtschaftsausblick sowie anhaltend hohe CO2-Kosten in der Stahlproduktion.

In Deutschland könnten deswegen nicht mehr alle Anlagen wirtschaftlich betrieben werden. Ab Ende September wird der Konzern deswegen einen der beiden Hochöfen am Flachstahlstandort Bremen stilllegen. Im Hamburger Langstahlwerk, in dem ArcelorMittal Qualitätswalzdraht produziert, wird ebenfalls ab dem vierten Quartal die Direktreduktionsanlage auf Grund der aktuellen Situation und der negativen Aussichten außer Betrieb genommen werden. In beiden Werken gibt es laut Stahlkonzern bereits jetzt Kurzarbeit.


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Auch an den Produktionsstandorten in Duisburg und Eisenhüttenstadt wird auf Grund der angespannten Lage bereits Kurzarbeit angewandt. Obwohl der Verbrauch von Gas bereits sehr stark reduziert worden sei, unter anderem durch Zukauf von Eisenschwamm aus Amerika, mache der extreme Preisanstieg bei Gas und Strom es unmöglich, weiter profitabel zu arbeiten.

Auch in Luxemburg ist die „Situation schwierig“

ArcelorMittal Luxembourg teilt auf Nachfrage mit, dass in den hiesigen Standorten keine Stillstände vorgesehen sind, wenngleich auch hier die drastisch gestiegenen Energiepreise die Situation sehr schwierig machten. Bei Preisspitzen wird daher auch in Luxemburg zeitweise die Produktion ausgesetzt.

„Die hohen Kosten für Gas und Strom belasten unsere Wettbewerbsfähigkeit stark“, erklärt Reiner Blaschek, CEO von ArcelorMittal Germany und ebenfalls verantwortlich für das Werk in Bremen. „Wir sehen dringenden politischen Handlungsbedarf, um die Energiepreise umgehend in den Griff zu bekommen“, so Blaschek.

Dringend europäische Lösung gefordert

ArcelorMittal Germany fordert gleichartige Entlastungsregeln in Europa, was mit einem europäischen Industriestrompreis möglich ist. Die EU-Kommission hat bereits dafür ausgesprochen, dass der Erdgaspreis nicht ausschlaggebend für die Strompreisbildung sein darf. „Diese Maßnahmen müssen mit höchster Priorität vorangetrieben werden, um so schnell wie möglich eine Verbesserung der Situation zu erreichen”, sagt ArcelorMittal.

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