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ArcelorMittal: Hoffnung trotz roter Zahlen
Wirtschaft 2 Min. 30.07.2020

ArcelorMittal: Hoffnung trotz roter Zahlen

Ein Mitarbeiter inspiziert die in Rodange gewalzten Eisenträger: Das erste Halbjahr und besonders das zweite Quartal sei eine der schwierigsten Zeiten in der Geschichte des Unternehmens gewesen, hat Unternehmenschef und Hauptaktionär Lakshmi Mittal erklärt.

ArcelorMittal: Hoffnung trotz roter Zahlen

Ein Mitarbeiter inspiziert die in Rodange gewalzten Eisenträger: Das erste Halbjahr und besonders das zweite Quartal sei eine der schwierigsten Zeiten in der Geschichte des Unternehmens gewesen, hat Unternehmenschef und Hauptaktionär Lakshmi Mittal erklärt.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 2 Min. 30.07.2020

ArcelorMittal: Hoffnung trotz roter Zahlen

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
Gute Nachricht in schwierigen Zeiten: Dem weltgrößten Stahlhersteller geht es in der Corona-Krise nicht ganz so schlecht wie befürchtet.

Der Stahlkonzern ArcelorMittal leidet erheblich unter der wegbrechenden Nachfrage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. So musste das Unternehmen im zweiten Quartal einen Verlust hinnehmen. Operativ fiel das Ergebnis jedoch nicht ganz so schlecht aus wie erwartet. Somit liefert der Weltmarktführer einen Hoffnungsschimmer für die zyklische Stahlbranche.

Der Nettoverlust betrug in den Monaten April bis Juni 559 Millionen US-Dollar, wie ArcelorMittal am Donnerstag im Konzernsitz in Luxemburg mitteilte. Im Vorjahr stand ein Fehlbetrag von 447 Millionen Dollar zu Buche. Der Umsatz knickte von 19,3 Milliarden um fast die Hälfte auf rund 11 Milliarden Dollar ein. Der operative Gewinn (Ebitda) wurde mit 707 Millionen Dollar mehr als halbiert, lag aber über der vom Unternehmen im Mai gegebenen Prognose von 400 bis 600 Millionen Dollar. 

Wenigstens die Baugrube ist fertig: Auf Kirchberg entsteht der neue Konzernsitz von ArcelorMittal.
Wenigstens die Baugrube ist fertig: Auf Kirchberg entsteht der neue Konzernsitz von ArcelorMittal.
Foto: Pierre Matgé

Damit habe das Ebitda 47 Prozent über dem Konsens der Analysten gelegen, kommentierte Alan Spence vom Analysehaus Jefferies die Zahlen. Positiv kam bei ihm zudem die im Vergleich zum Vorquartal um 17 Prozent gesunkene Nettoverschuldung von 7,8 Milliarden Dollar an. Dies sei die niedrigste Verschuldung seit der Fusion von Arcelor und Mittal Steel im Jahre 2006, erläuterte er. Das Ziel von sieben Milliarden Dollar an Nettoverschuldung sei damit in Sichtweite. 

 Verluste an der Börse 

Die Aktie konnte am Morgen zunächst deutlich zulegen, gab die Gewinne jedoch im Handelsverlauf wieder ab. Gegen Mittag lag das Papier knapp 0,5 Prozent im Minus. An der Bourse de Luxembourg ging das Papier bei Handelsschluss mit 9,152 Euro aus dem Handel, ein Minus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vortag.


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Unternehmensgründer und Hauptaktionär Lakshmi Mittal sieht Anzeichen dafür, dass sich die Geschäfte wieder langsam belebten. Das erste Halbjahr und insbesondere das zweite Quartal sei eine der schwierigsten Zeiten in der Geschichte des Unternehmens gewesen, erklärte Mittal. Er gehe jedoch davon aus, dass das Jahr weiter problematisch bleibe. Der Konzern hatte mit einer Senkung seiner Kapazitäten und Kostenkürzungen reagiert. Jetzt sieht Mittal Anzeichen dafür, dass sich die Geschäfte wieder langsam belebten.

ArcelorMittal sei jedoch „bestens vorbereitet“, um die Kapazitäten wieder hochzufahren, sollte die Nachfrage wieder anspringen. Die erste Jahreshälfte sei „eine der schwierigsten Perioden der Unternehmensgeschichte“ gewesen, erklärte Arcelor-Mittal-Finanzchef Aditya Mittal bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Donnerstag. 

Straßenschild am Werk von ArcelorMittal in Lothringen, nahe der Luxemburger Grenze.
Straßenschild am Werk von ArcelorMittal in Lothringen, nahe der Luxemburger Grenze.
Foto: AFP

Der Finanzchef stellte in Aussicht, dass mit Erreichen des Schuldenziels künftig die Dividende erhöht werde. „Das zweite Quartal markiert den Tiefpunkt“, sagte der Sohn des Gründers. 

In vielen Märkten sei ein Anziehen der Nachfrage zu beobachten. Im ersten Semester 2019 hatte Arcelor Mittal noch knapp 48 Millionen Tonnen Stahl produziert, von Januar bis Juni 2020 betrug die Produktion nur noch 35 Millionen Tonnen. 

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