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ArcelorMittal: Gewerkschaften fordern Treffen mit Juncker
Wirtschaft 26.04.2018

ArcelorMittal: Gewerkschaften fordern Treffen mit Juncker

ArcelorMittal: Gewerkschaften fordern Treffen mit Juncker

Foto: Serge Waldbillig
Wirtschaft 26.04.2018

ArcelorMittal: Gewerkschaften fordern Treffen mit Juncker

Mara BILO
Mara BILO
Gewerkschaften aus ganz Europa haben sich nun darauf geeinigt, sich mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission an den Verhandlungstisch zu setzen. Der Gewerkschaftssekretär der OGBL Jean-Claude Bernardini berichtet.

Am Donnerstag fand in Brüssel ein Treffen zwischen den europäischen Gewerkschaften statt. Der Grund dafür: Die Gewerkschaften wollten sich europaweit auf eine gemeinsame Stellungsnahme im möglichen Verkauf von mehreren Niederlassungen des Stahlriesen ArcelorMittal - darunter auch Düdelingen - einigen. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva. Am Dienstag hatten sich die luxemburgischen Gewerkschaften bereits mit der Regierung und dem Bürgermeister von Düdelingen zusammengesetzt, um die Zukunft des ArcelorMittal-Standorts in Düdelingen zu sichern.


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Der OGBL ist mit dem Ergebnis des Treffens in Brüssel zufrieden, wie Jean-Claude Bernardini, Gewerkschaftssekretär, auf Nachfrage des "Luxemburger Wort"erklärt. "Wir haben uns heute darauf geeinigt, ein Treffen mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker zu fordern", berichtet er. Der Brief soll schon am Donnerstag oder spätestens am Freitag abgeschickt werden, so Bernardini. Seitdem der mögliche Verkauf der ArcelorMittal-Niederlassungen bekannt wurde, sind die europäischen Gewerkschaften im regen Austausch mit Vertretern der Europäischen Kommission.


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Noch keine gesicherte Übernahme

Allerdings steht noch nicht fest, ob die Übernahme vom italienischen Stahlwerk Ilva überhaupt stattfinden wird, darauf weist Bernardini hin. "Die italienischen Gewerkschaften haben sich verständlicherweise dafür eingesetzt, dass diese Übernahme nicht vollzogen wird  - oder zumindest nicht unter den von ArcelorMittal gestellten Bedingungen." Eine weitere Unbekannte liegt derzeit in der Suche nach einer neuen Regierung in Italien. Solange diese noch nicht steht, ist eine Übernahme noch nicht gesichert.

Kommt es wider Erwarten nicht zu der Heirat mit Ilva, wäre ArcelorMittal nicht gezwungen, seine europäischen Niederlassungen zu verkaufen. Bernardini glaubt aber, dass der Stahlriese eine Restrukturierungsstrategie verfolgt - selbst wenn die Übernahme von Ilva  nicht geschieht: "Wir werden im Einklang mit den europäischen Gewerkschaften Druck auf ArcelorMittal ausüben, damit der Konzern sich nicht von den betroffenen Niederlassungen trennt."


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