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ArcelorMittal Düdelingen geht an Liberty House
Wirtschaft 02.11.2018 Aus unserem online-Archiv

ArcelorMittal Düdelingen geht an Liberty House

ArcelorMittal verkauft sein Werk in Düdelingen.

ArcelorMittal Düdelingen geht an Liberty House

ArcelorMittal verkauft sein Werk in Düdelingen.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 02.11.2018 Aus unserem online-Archiv

ArcelorMittal Düdelingen geht an Liberty House

ArcelorMittal trennt sich von seinen Werken in Düdelingen und Liège, die an die Investmentgruppe Liberty House Group gehen.

(mth/pley) - ArcelorMittal trennt sich von seinen Werken in Düdelingen, Liège, Ostrava in der tschechischen Republik, Galati in Rumänien, Skopje in Mazedonien und Piombino in Italien. Ein festes Angebot zur Übernahme durch Liberty House Group liege nun vor, wie der Stahlkonzern am Freitagmorgen mitteilte.

Für Düdelingen mit seinen rund 300 Mitarbeitern sollte der Verkauf bis spätestens zum 31. Dezember 2018 abgeschlossen sein.


ArcelorMittal bietet Werk Dudelange zum Verkauf, Foto Lex Kleren
Vier Werke finden einen Käufer
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Teil des Veräußerungspaketes sind auch das Galvanisierungswerk von ArcelorMittal in Düdelingen und ArcelorMittal in Liège. Die Werke sind Teil des von ArcelorMittal aufgrund von wettbewerbsrechtlichen Auflagen selbst geschnürten Veräußerungspaketes, damit auch nach dem Kauf des Werkes Ilva durch ArcelorMittal auf dem Markt für Stahlprodukte ein gewisses Kräftegleichgewicht erhalten bleibt.

Die angekündigte Transaktion muss noch von den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission genehmigt werden, hieß es weiter. Auch von Gewerkschaftsseite gab es am Freitagmorgen erste Reaktionen: so bedauert der LCGB, dass ArcelorMittal einen Investmentfonds anstelle eines Industriepartners für die Übernahme gewonnen habe.

„Die Familie Mittal bleibt sich treu!“ schreibt die Gewerkschaft. Sie wittert eine unerlaubte Absprache zwischen ArcelorMittal und Liberty House, um sich den europäischen Stahlmarkt aufzuteilen. Seit 2015 entwickle sich Liberty House rasend schnell.  In nur vier Jahren sei die Zahl der Mitarbeiter von 1500 au 26000 gestiegen. Das sei eine besorgniserregende Entwicklung, weil über dem Herkunftsort des Vermögens , das diesen rasanten Aufstieg ermöglicht hat, hänge "dichter Nebel".



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