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ArcelorMittal: Aktionäre bewilligen Aktienzusammenlegung
Wirtschaft 3 Min. 11.05.2017

ArcelorMittal: Aktionäre bewilligen Aktienzusammenlegung

Für das Geschäftsjahr 2016 wird keine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt, um das Liquiditätsplus zum Schuldenabbau zu verwenden.

ArcelorMittal: Aktionäre bewilligen Aktienzusammenlegung

Für das Geschäftsjahr 2016 wird keine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt, um das Liquiditätsplus zum Schuldenabbau zu verwenden.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 11.05.2017

ArcelorMittal: Aktionäre bewilligen Aktienzusammenlegung

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Am Sitz des weltgrößten Stahlproduzenten ArcelorMittal in Luxemburg-Stadt fanden am Mittwoch die Jahreshauptversammlung und eine außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre statt.

(aa) - Am Sitz des weltgrößten Stahlproduzenten ArcelorMittal in Luxemburg-Stadt fanden am Mittwoch die Jahreshauptversammlung und eine außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre statt. Rund 63 Prozent der Stimmrechte waren dort vertreten. Alle Beschlussvorlagen wurden mehrheitlich bewilligt. In rund 45 Minuten war die Tagesordnung am Boulevard d' Avranches abgehandelt.

ArcelorMittal hatte im Geschäftsjahr 2016 von der Erholung der Stahlpreise profitiert. Nach einem Verlust im Jahr 2015 erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr wieder die Gewinnzone. Am Mittwoch wurde nun der Konzernabschluss mit einem konsolidierten Nettoergebnis von 1,734 Milliarden US-Dollar (2015: -8,423 Mia. US-Dollar) angenommen.

Dies gilt auch für den Jahresabschluss der AM-Muttergesellschaft, die für 2016 einen Nettogewinn von 4,723 Milliarden US-Dollar auswies (2015: -33,414 Mia. US-Dollar).

AM zahlt trotz Gewinns keine Dividende

Für das Geschäftsjahr 2016 wird bekanntlich keine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt, um das Liquiditätsplus zum Schuldenabbau zu verwenden. Die Nettoverschuldung ging zum 31.12.2016 um 4,6 Milliarden auf 11,1 Milliarden US-Dollar zurück. Wann wieder eine Dividende zu erwarten ist, konnte auf Nachfrage eines Anteilseigners am Mittwoch nicht beantwortet werden.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhalten laut Beschluss für das Geschäftsjahr eine Vergütung in Höhe von insgesamt rund 1,9 Millionen US-Dollar. Die Basisvergütung eines Verwaltungsratsmitgliedes liegt bei 151.790 US-Dollar.

CEO Lakshmi Mittal erhält als Vergütung für das vergangene Jahr 1,55 Millionen US-Dollar als Basis, jedoch diesmal keine kurzfristige Leistungsvergütung (Prämie). 2015 hatte Mittal noch 1,746 Millionen als Basis plus 1,9 Millionen US-Dollar als kurzfristige Leistungsvergütung bekommen. Die Zahl der ihm gewährten "Performance Share Units" (PSU) als langfristiger Leistungsanreiz stieg von 179.320 (2015) auf 504.643 (2016) Einheiten. Der Zeitwert der 504.643 Einheiten wird mit 2,297 Millionen US-Dollar bemessen.

Dem Verwaltungsrat gehörten Ende 2016 zwölf Mitglieder an: Lakshmi Mittal (CEO und Vorsitzender), Lewis Kaden, Vanisha Mittal, Narayanan Vaghul, Wilbur Ross, Jeannot Krecké, Suzanne Nimocks, Bruno Lafont, Tye Burt, Michel Wurth, Karyn Ovelmen und Karel Gucht.

Verwaltungsrat besteht künftig aus neun Mitgliedern

Künftig wird der Verwaltungsrat nur noch neun Mitglieder umfassen, davon sind acht nicht exekutive Mitglieder und fünf unabhängige Mitglieder. Der neue amerikanische Handelsminister Wilbur Ross gehört dem Gremium nicht mehr an, Narayanan Vaghul hat sein Mandat niedergelegt, und Lewis Kaden trat am Mittwoch nicht mehr zur Wiederwahl an.

Am Mittwoch wurde die Erneuerung von drei Mandaten für weitere drei Jahre beschlossen: Lakshmi Mittal, Bruno Lafont und Michel Wurth wurden wiedergewählt. Bruno Lafont löst nun Lewis Kaden als “Lead Independent Director” ab.

"Reverse Stock Split" im Verhältnis drei zu eins

Im außerordentlichen Teil wurde am Mittwoch eine Aktienzusammenlegung beschlossen. Infolge der Kapitalerhöhung vom April 2016 hat ArcelorMittal über drei Milliarden Aktien im Umlauf. Diese sollen nun im Verhältnis drei zu eins reduziert werden. Anteilseigner halten dann statt drei Aktien eine konsolidierte Aktie, wobei ihre Kapitalbeteiligung unverändert bleibt. Der "Reverse Stock Split" soll am 22. Mai erfolgen.

Als Begründung wurde eine Vereinfachung genannt, die zu einem besseren Verständnis seitens der Investoren und anderer Stakeholder führen sollte. Auch solle die Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien auf ein Maß reduziert werden, das eher dem Durchschnitt der Unternehmen im EuroStoxx600 sowie im CAC40 entsprechen solle.

Von den 3.065.710.869 im Umlauf befindlichen Aktien sind übrigens 1.145.840.029 im Besitz sogenannter "Significant Shareholders", worunter letztlich das Ehepaar Mittal und ihre Kinder als Nutznießer zu verstehen sind.


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