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Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein
Wirtschaft 27.04.2021

Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein

Eine Gruppe deutscher Verbände aus der Medien- und Werbewirtschaft wirft Apple unfairen Wettbewerb vor.

Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein

Eine Gruppe deutscher Verbände aus der Medien- und Werbewirtschaft wirft Apple unfairen Wettbewerb vor.
Foto: DPA
Wirtschaft 27.04.2021

Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein

Apple gibt seinen Kunden als erster Smartphone-Anbieter eine einfache Möglichkeit, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen.

(dpa) - Anbieter von iPhone-Apps müssen Nutzer künftig dafür ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Die Analyse-Firma App Annie geht davon aus, dass 90 Prozent der Nutzer dieses Tracking ablehnen werden.

Vor diesem Hintergrund treffen die Maßnahmen auf Widerstand in der Werbe-Welt. Facebook warnte schon seit Monaten, sie würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen, die insbesondere in der Corona-Pandemie auf personalisierte Werbung bei dem Online-Netzwerk angewiesen seien. Am Montag warfen mehrere deutsche Verbände aus der Werbe- und Medienbranche Apple unfairen Wettbewerb vor und reichten eine Beschwerde beim Bundeskartellamt ein.

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Apple betont dagegen: „Wir glauben, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist.“ Die Daten gehörten den Nutzern, „und sie sollten selbst entscheiden können, wie ihre Daten verwendet werden und von wem“. Man habe Unterstützung von Behörden und Datenschützern für die Funktion bekommen. Die Daten der Nutzer auf den Geräten seien immer reichhaltiger und persönlicher geworden.

Die schon im Sommer 2020 angekündigte „App Tracking Transparency“ (ATT) greift mit der iPhone-Systemversion iOS 14.5, die am Montag veröffentlicht wurde.

Ausdrückliche Erlaubnis erforderlich


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Damit App-Anbieter einen Nutzer zur Personalisierung der Werbung erkennen können, haben Apple-Geräte eine spezielle Kennnummer, die IDFA. Künftig werden App-Anbieter die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie auf diese ID zugreifen wollen. Nutzer können in den Einstellungen auch mit einem einzigen Schalter alle Tracking-Anfragen blockieren.   

Apple führt das ATT-Verfahren nicht nur auf dem iPhone ein, sondern auch auf dem Tablet (iPadOS 14) und Apple TV (tvOS 14). Außen vor bleiben die Macintosh-Rechner von Apple, weil dort Software auch frei, außerhalb des App-Stores von Apple installiert werden kann. 

Die Einführung des App-Tracking-Schutzes ist Teil einer umfassenden Datenschutz-Initiative von Apple. 

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