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Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal
Wirtschaft 31.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal

Stadler musste 2018 vier Monate in U-Haft sitzen.

Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal

Stadler musste 2018 vier Monate in U-Haft sitzen.
AFP
Wirtschaft 31.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal

Auf dem Chefsessel bei Audi in Ingolstadt sitzt Rupert Stadler schon lange nicht mehr. Bald muss er wohl auf der Anklagebank Platz nehmen.

(dpa) - In der Diesel-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler erhoben. Ihm und drei weiteren Angeklagten werde „Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen“, teilte die Behörde am Mittwoch mit.


Rupert Stadler, jetzt beurlaubter Vorstandsvorsitzender des Fahrzeugherstellers Audi AG, muss in Untersuchungshaft bleiben.
Audi: Stadler bleibt in Haft
Auch wenn ihm eine Rückkehr auf den Chefsessel bei Audi verwehrt blieb: Zumindest zu seiner Familie in Ingolstadt hoffte Rupert Stadler zurück zu dürfen, nach zwei Monaten im Gefängnis. Aber die Richter am Landgericht München zeigen sich hart.

Den drei anderen Beschuldigten legt sie zur Last, Motoren für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche entwickelt zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet gewesen sei. Dem 56-jährigen Stadler wirft sie vor, „spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst bzw. den Absatz nicht verhindert zu haben“.

Ob es wirklich zu einem Prozess kommt, muss das Landgericht München II entscheiden.

Die Anklage umfasst den Angaben zufolge 250 712 Fahrzeuge von Audi, 71 577 Fahrzeuge von VW und 112 131 Fahrzeuge von Porsche. „Die Fahrzeuge sind insbesondere auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt veräußert worden“, hieß es weiter.

Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr


(FILES) In this file photo taken on May 18, 2017, Rupert Stadler, CEO of German car producer Audi AG, is seen prior to Audi's annual general meeting in Neckarsulm, southern Germany. - Volkswagen said on October 2, 2018 that it dismissed Stadler immediately effective. Rupert Stadler, CEO of Volkswagen (VW) subsidiary Audi, is in custody on suspicion of fraud and issuing false certificates, and VW-owned Porsche, Mercedes-Benz manufacturer Daimler and components supplier Bosch are in prosecutors' sights. (Photo by Christof STACHE / AFP)
Audi trennt sich von Stadler
Rupert Stadler hat bei Audi einen rasanten Aufstieg hingelegt. Aber seit dem Dieselskandal 2015 ging es steil bergab. Jetzt ist er weg - und manche Frage offen.

Stadler war am 18. Juni 2018 wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr in Ingolstadt verhaftet worden und hatte im Gefängnis Augsburg-Gablingen vier Monate lang in Untersuchungshaft gesessen. Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl vom Juni im Herbst 2018 gegen Auflagen außer Vollzug. Ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaft durfte Stadler weiterhin keinen Kontakt zu Mitbeschuldigten und möglichen Zeugen aufnehmen. Nachfolger an der Audi-Spitze ist seit Anfang des Jahres Bram Schot.


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