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Angebliche Einigung auf Absenkung der Ölproduktion
Wirtschaft 2 Min. 02.04.2020

Angebliche Einigung auf Absenkung der Ölproduktion

Angebliche Einigung auf Absenkung der Ölproduktion

AFP
Wirtschaft 2 Min. 02.04.2020

Angebliche Einigung auf Absenkung der Ölproduktion

Trump rechnet mit Absenkung der Ölproduktion, doch Russland dementiert und Saudi-Arabien schweigt. Der Ölpreis legt trotzdem zu.

Russland und Saudi-Arabien wollen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump ihre Ölproduktion absenken, der Kreml hat die Darstellung jedoch umgehend zurückgewiesen.

Trump erklärte am Donnerstag unter Berufung auf ein Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, er „erwarte und hoffe“, dass Russland und Saudi-Arabien ihre Produktion um zehn oder möglicherweise sogar 15 Millionen Barrel kürzen könnten. Das werde für die Öl- und Gasindustrie „großartig“ sein, schrieb Trump auf Twitter. Er gab jedoch keinen Zeitraum dafür an.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Trumps Darstellung zurück. Bisher sei kein Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen geplant, sagte Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax.

Saudi-Arabien rief unterdessen zu einem Dringlichkeitstreffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und verbündeten Ländern wie Russland (Opec+) auf. Ziel sei, die „erwünschte Balance der Ölmärkte mit einer fairen Vereinbarung“ wiederherzustellen, teilte Saudi-Arabien der Nachrichtenagentur SPA zufolge mit.

„Diese Einladung ist Teil der ständigen Bemühungen des Königreichs, die Weltwirtschaft in diesen außergewöhnlichen Umständen zu unterstützen“, hieß es weiter aus Riad. Die Einladung erfolge auch in Anerkennung der Bitten Trumps sowie der Verbündeten der USA. Zu der angeblichen Einigung auf eine Absenkung der Produktionsmengen äußerte sich Saudi-Arabien zunächst nicht.


ARCHIV - 21.02.2007, Russland, Nefteyugansk: Ein Mann geht über eine Brücke, die Rohrleitungen der Ölförderanlage Yuganskneftegaz kreuzt.    (zu dpa "Ölpreise mit stärkstem Einbruch seit 1991") Foto: Yuri Kochetkov/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Finanz-Crash in Russland: Moskau kämpft mit Ölpreis und Rubelkrise
Der Preiskrieg ums Öl mit Saudi-Arabien stürzt Russland noch tiefer in die wirtschaftliche Krise. Der Rubel rollt mit dem abgestürzten Ölpreis auf den Abgrund zu. Aktien der Rohstoffgroßmacht verlieren massiv.

Die Ölpreise haben nach den Aussagen Trumps deutlich zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni sprang kurzzeitig bis auf 36,29 US-Dollar. Zuletzt fiel der Preis auf 30,32 Dollar zurück. Das sind aber immer noch 5,58 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte um 5,04 auf 25,34 Dollar. Kurzzeitig war er bis auf 27,39 Dollar gestiegen. Vor allem das Dementi aus Russland dürfte die Euphorie an den Märkten etwas gebremst haben.

Gestützt wurden die Ölpreise auch durch Meldungen aus China. Das Land wolle die aktuell niedrigen Ölpreise nutzen, um die staatlichen Ölreserven aufzustocken, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.


FILE - In this May 29, 2009 file photo, an oil rig is seen at sunset in the desert oil field of Sakhir, Bahrain. Major stock indexes skidded 2 percent Tuesday, July 7, 2009, as crude fell for the fifth straight day, the latest indicator that investors think demand for energy and basic materials will remain soft. The Dow Jones industrial average fell 161 points to its lowest close since late April. (AP Photo/Hasan Jamali, file)
Ölpreise mit stärkstem Einbruch seit 1991
Am Ölmarkt sind die Preise zum Wochenauftakt abgestürzt. Grund sind gescheiterte Verhandlungen und Ängste vor der Corona-Krise.

Der Ölpreis war zuletzt wegen eines Preiskriegs zwischen Russland und Saudi-Arabien sowie wegen der niedrigeren Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie drastisch gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni etwa kostete am Donnerstagmorgen nur knapp 27 US-Dollar. Bei solch niedrigen Preisen können viele Produzenten in den USA nicht mehr gewinnbringend produzieren. Die USA haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltgrößten Ölproduzenten entwickelt.


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