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Amazon-Chef Bezos für höhere Unternehmenssteuern
Wirtschaft 07.04.2021

Amazon-Chef Bezos für höhere Unternehmenssteuern

Den Europasitz hat der weltgrößte Onlinehändler in Luxemburg - wohl auch aus steuerlichen Gründen.

Amazon-Chef Bezos für höhere Unternehmenssteuern

Den Europasitz hat der weltgrößte Onlinehändler in Luxemburg - wohl auch aus steuerlichen Gründen.
Foto: dpa
Wirtschaft 07.04.2021

Amazon-Chef Bezos für höhere Unternehmenssteuern

Der Gründer des weltgrößten Onlinehändlers meint aber Steuern in den USA - derweil mehren sich die Zeichen für eine zügige Einigung auf eine globale Steuerreform für international tätige Konzerne.

(dpa) - Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steht seit langem wegen Steuervermeidung in der Kritik, jetzt spricht sich ausgerechnet Konzernchef Jeff Bezos für höhere Abgaben aus. „Wir unterstützen eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes“, erklärte Bezos am Dienstag (Ortszeit) in einer im Firmenblog von Amazon veröffentlichten Stellungnahme. Der Multimilliardär ermutigte Kongress und Regierung zu einer „richtigen, ausgewogenen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der USA aufrechterhält oder erweitert“.


European Executive Vice-President Margrethe Vestager gives a press conference on an anti-trust case with the multinational technology company, Amazon website at European Commission in Brussels on November 10, 2020. - The European Union formally accused US giant Amazon on November 10, 2020, of abusing its control over an online marketplace to distort competition, a breach of anti-trust rules. Competition commissioner Margrethe Vestager said Brussels had informed the company of its view and would push on with an investigation, while opening a second formal probe. (Photo by Olivier HOSLET / POOL / AFP)
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Die Aussagen von Bezos erfolgen vor dem Hintergrund eines billionenschweren Infrastruktur-Investitionsprogramms, das US-Präsident Joe Biden plant, und das zum Teil durch stärkere Unternehmensbesteuerung finanziert werden soll. Die Debatte um höhere Abgaben an den Fiskus war am Montag durch US-Finanzministerin Janet Yellen weiter angefacht worden, die einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen forderte. Der Vorschlag dürfte auch bei der Videokonferenz der G20-Finanzminister am Mittwoch ein Thema sein.

Dass Bezos oder Amazon sich öffentlich zu politisch brisanten Themen äußern, ist eigentlich ungewöhnlich. Allerdings steht der Konzern unter Druck und kann positive PR derzeit gut gebrauchen. US-Präsident Biden hatte Amazon jüngst bei einer Rede als eines der Unternehmen gerügt, die gesetzliche Schlupflöcher nutzen, um Steuerzahlungen zu vermeiden. Außerdem ließ eine Abstimmung in Alabama, durch die erstmals eine US-Gewerkschaft Einzug bei Amazon erhalten könnte, die Debatte um die Arbeitsbedingungen des Konzerns wieder hochkochen. 

Auch die Finanzminister der G20-Staaten beraten derzeit erneut über globale Steuerreform.

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