Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Akzisenerhöhung: Diesel-Absatz bricht ein
Wirtschaft 24.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Akzisenerhöhung: Diesel-Absatz bricht ein

Ein Lastwagen an einer Tankstelle in Wasserbillig: Bald ein Bild der Vergangenheit?

Akzisenerhöhung: Diesel-Absatz bricht ein

Ein Lastwagen an einer Tankstelle in Wasserbillig: Bald ein Bild der Vergangenheit?
Foto: Volker Bingenheimer
Wirtschaft 24.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Akzisenerhöhung: Diesel-Absatz bricht ein

Der Verkauf von Dieselkraftstoff in Luxemburg ist in den vergangenen Monaten erstmals gesunken, wie der Branchenverband GPL nun bekannt gab.

(mth) -  Der Absatz von Dieselkraftstoff ist in Luxemburg zwischen Anfang Mai und Ende September um 0,34 Prozent gesunken, wie der Vorsitzende des "Groupement Pétrolier Luxembourgeois" (GPL), Romain Hoffmann, am Donnerstag im Gespräch mit Radio 100,7 bekannt gab.

Die Lastwagenfahrer im Transit kommen nicht mehr zum Tanken nach Luxemburg

Romain Hoffmann

Als Hauptgrund für den Umsatzrückgang nannte Hoffmann die Erhöhung der Akzisen auf Dieselkraftstoff um zwei Cent pro Liter, die von der Regierung am vergangenen 1. Mai eingeführt wurde. 

"Die Lastwagenfahrer im Transit kommen nicht mehr zum Tanken nach Luxemburg", so Romain Hoffmann, der hinzufügte, der Dieselpreis liege nun zum ersten Mal höher als in Belgien.

Eine Entwicklung, vor der man die Regierung im Vorfeld der Akzisenerhöhung gewarnt habe, so Hoffmann: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass zwei Cent pro Liter zu viel sind".

Romain Hoffmann, Vorsitzender des GPL.
Romain Hoffmann, Vorsitzender des GPL.
Foto: Anouk Antony

Man müsse die negative Tendenz in den kommenden Monaten beobachten, so Hoffmann, der sagte, im schlimmsten Fall werde der Absatzeinbruch Auswirkungen auf die Beschäftigungslage in der Branche haben.

Der Absatzeinbruch wird laut Hoffmann zum Teil vom steigenden Umsatz bei Super-Kraftstoffen abgefangen, der weiterhin tendenziell steige. Als Grund für die Absatzstabilität beim Benzin nannte Hoffmann den "Diesel-Skandal" und das starke Wachstum der Bevölkerung sowie des Pendlerverkehrs.

Der Absatzeinbruch beim Diesel habe zudem Auswirkungen auf den Umsatz der Tankstellen-Shops, auch wenn man diesen Aspekt relativieren müsse, so Hoffmann: "Die zentrale Lage Luxemburgs macht den Transitverkehr von Lastwagen weiterhin attraktiv. Die Fahrer werden lediglich nicht mehr hier tanken".


Scheut kein heißes Eisen: UEL-Präsident Nicolas Buck
Nicolas Buck: "Das Steuersystem ist für Luxemburger Wähler gemacht"
Die ausländischen Einwohner können nicht wählen, bezahlen aber die meisten Steuern, sagt UEL-Präsident Nicolas Buck.

Die Regierung will bis zum Jahresende eine Bilanz zur Akzisenerhöhung ziehen. Dann soll auch die Entscheidung fallen, ob weitere Steuererhöhungen auf Kraftstoffe kommen.

Ersten Schätzung der Zoll- und Akzisenverwaltung zufolge dürfte die Steuererhöhung für den Staat einen Einnahmerückgang von rund 35,5 Millionen Euro bedeuten. Hinzu kommen Einbußen bei Steuereinnahmen auf Tabak und Spirituosen, die ebenfalls auf Tankstellen verkauft werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema