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Airport Hahn wird privatisiert: Shanghai Yiqian kauft Hunsrückflughafen
Wirtschaft 3 Min. 06.06.2016

Airport Hahn wird privatisiert: Shanghai Yiqian kauft Hunsrückflughafen

Seit Montagvormittag ist es offiziell: Der chinesische Investor Shanghai Yiqian übernimmt den Flughafen Hahn.

Airport Hahn wird privatisiert: Shanghai Yiqian kauft Hunsrückflughafen

Seit Montagvormittag ist es offiziell: Der chinesische Investor Shanghai Yiqian übernimmt den Flughafen Hahn.
Foto: Andreas Adam
Wirtschaft 3 Min. 06.06.2016

Airport Hahn wird privatisiert: Shanghai Yiqian kauft Hunsrückflughafen

Der Verkauf des angeschlagenen Hunsrückflughafens Hahn an einen chinesischen Investor ist vertraglich besiegelt.

(aa) - Der Verkauf des angeschlagenen Hunsrückflughafens Hahn an einen chinesischen Investor ist vertraglich besiegelt. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte am Montag auf einer Pressekonferenz im Tagungszentrum des Flughafens bei dem Investor handele es sich um die Shanghai Yiqian Trading Co. Dieser werde die 82,5 Prozent des Landes Rheinland-Pfalz übernehmen.

Über ein von Ministerpräsidentin Malu Dreyer angekündigtes Veräußerungsgesetz soll der rheinland-pfälzische Landtag noch möglichst vor der Sommerpause den Verkauf billigen.

Der Käufer und seine Partner dieser Transaktion sind insbesondere in den Bereichen Luftfahrt, Logistik und internationaler Handel tätig. Für die Anteile des Landes Rheinland-Pfalz wird ein Kaufpreis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich gezahlt. Der Preis ist fällig, sobald der Landtag zugestimmt hat und die EU-Kommission die künftigen Betriebsbeihilfen genehmigt hat. Das Konzept des Investors sieht vor, das Fracht- und Passagiergeschäft am Hahn durch eine enge Zusammenarbeit mit asiatischen Partnerunternehmen nachhaltig auszubauen.

Yangtze River Express im Visier, Ryanair bleibt

Im Frachtbereich will Shanghai Yiqian u. a. die Frachtfluggesellschaft Yangtze River Express zur Rückkehr an den Hahn bewegen. Auch das abgehende Frachtgeschäft am Hahn soll gestärkt werden - durch die Verarbeitung verderblicher Frachtgüter. Längerfristig sollen auch asiatische Pauschalreisende auf dem Hunsrückairport landen, wie der  Generalbevollmächtigte der Gesellschaft Dr. Yu Tao Chou erklärte, der künftig als zweiter Geschäftsführer des Hahn fungieren soll. 

Als Generalbevollmächtigter der Shanghai Yiqian nahm Dr. Yu Tao Chou (zweiter v.l.) an der Pressekonferenz von Innenminister Roger Lewentz (zweiter v.r.) teil.
Als Generalbevollmächtigter der Shanghai Yiqian nahm Dr. Yu Tao Chou (zweiter v.l.) an der Pressekonferenz von Innenminister Roger Lewentz (zweiter v.r.) teil.
Foto: Andreas Adam

Daneben soll das Passagiergeschäft auch in Kooperation mit der Ryanair fortgeführt und ausgebaut werden. Shanghai Yiqian möchte künftig auch noch die 17,5 Prozent Anteile am Hahn-Airport übernehmen, die das Bundesland Hessen hält. Ob und wann der Hahn einmal schwarze Zahlen schreiben wird, hatte niemand eine Antwort. Es gebe einen Geschäftsplan. Man könne aber keinen Zeitpunkt nennen, hieß es.

"Die Landesregierung hat ein hohes Interesse an einem erfolgreichen Flughafen Hahn: Deshalb sind wir auch künftig bereit, im Rahmen der Luftverkehrsleitlinien der EU-Kommission Betriebs- und Investitionsbeihilfen zu gewähren. Dies bedarf noch der Notifizierung bei der EU-Kommission. Eine entsprechende Vorabstimmung hat bereits stattgefunden", so Roger Lewentz.

Ausufernde Medienspekulationen

Thematisiert wurden am Montag auf dem Flughafen Hahn auch die vielen Gerüchte der vergangenen Monate. Lewentz hatte kürzlich bereits angedeutet, das Land Rheinland-Pfalz sei bei den Verhandlungen mit einem Bieter auf der Zielgeraden, dabei aber keinen Namen genannt. Woraufhin es in der deutschen und internationalen Presse zu teils wilden Spekulationen kam. Davon sei jedoch praktisch nichts zutreffend gewesen: Weder die HNA-Gruppe (Muttergesellschaft der Frachtairline Yangtze River) noch der Cargolux-Aktionär HNCA seien formal Bestandteil des Verfahrens gewesen, sei es als Käufer oder Kaufinteressent. Das gelte auch für Amazon, hieß es am Montag seitens der Verhandlungsführer.

Noch am Wochenende hatten renommierte deutsche Publikationen den Cargolux-Aktionär HNCA aus der chinesischen Provinz Henan immer wieder als wahrscheinlichen Käufer ins Gespräch gebracht. Einzelne Fachmedien spekulierten sogar darüber, ob demnächst Cargolux-Jumbos vom Hahn aus starten.

Das "Luxemburger Wort" hatte bereits am Freitag berichtet, dass HNCA als Käufer nicht in Betracht kommen könne. Cargolux-Verwaltungsratspräsident Paul Helminger sowie Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister François Bausch hatten dies sofort als völlig abwegig bezeichnet. Dann stellte auch die Cargolux-Geschäftsführung klar, dass HNCA keinerlei Interesse habe, den Hahn zu kaufen.

Auch am Montag beharrten trotz alledem verschiedene deutsche Medien darauf, HNA und auch HNCA hätten durchaus Angebote abgegeben, seien der Shanghai Trading jedoch unterlegen gewesen.

Bausch: "Luxemburg hat enormen Vorsprung"

Nach den Engagement der Shanghai Yiqian befragt, sagte Bausch dem "Luxemburger Wort" am Montag auf Anfrage: "Zunächst einmal fand ich die vielen Spekulationen um die HNCA in den vergangenen Tagen ziemlich unnötig. Dass die Shanghai Yiqian den Hahn kauft, überrascht mich nicht sehr und bereitet mir auch wenig Kopfzerbrechen.

Die genannten Pläne gilt es erst einmal umzusetzen, und das Luftfahrt-Geschäft ist sehr hart", so der Minister. Was Luxemburg im Vergleich angehe, habe man einen enormen Vorsprung im China-Geschäft, und die Cargolux habe 2015 beinahe soviel Fracht von Luxemburg nach Zhengzhou geflogen, wie der Hahn zuletzt insgesamt umschlug.

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