Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ärmere Länder verpassen Erholung von Corona-Krise
Wirtschaft 11.10.2021
Weltbank:

Ärmere Länder verpassen Erholung von Corona-Krise

Die weltweiten Lockdowns haben arme Länder noch tiefer in die Krise gestürzt.
Weltbank:

Ärmere Länder verpassen Erholung von Corona-Krise

Die weltweiten Lockdowns haben arme Länder noch tiefer in die Krise gestürzt.
Foto: AFP
Wirtschaft 11.10.2021
Weltbank:

Ärmere Länder verpassen Erholung von Corona-Krise

Weil den ärmeren Ländern Impfstoffe und der finanzielle Spielraum zur Unterstützung der Konjunktur fehlt, wächst die Ungleichheit.

(dpa) - Ärmere Länder profitieren nach Ansicht der Weltbank kaum von der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise. Der Aufschwung sei „dramatisch ungleich“, und Entwicklungsländer stünden weiter vor großen Herausforderungen, mahnte Weltbank-Präsident David Malpass am Montag zu Beginn der gemeinsamen Jahrestagung der Organisation mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). 

Weil den ärmeren Ländern Impfstoffe und der finanzielle Spielraum zur Unterstützung der Konjunktur fehlten, wachse die Ungleichheit zwischen Ländergruppen.

„Das Pro-Kopf-Einkommen in Industrieländern soll 2021 um fast fünf Prozent wachsen, aber nur 0,5 Prozent in den armen Ländern“, sagte Malpass. Für viele Entwicklungsländer werde es Jahre dauern, bis das Einkommensniveau wieder auf den Wert von vor der Pandemie steigen werde. Die Pandemie habe zu einer „tragischen Umkehr“ des Trends für Entwicklungsländer und der Verringerung der Armut geführt.

Verschuldung steigt

Der Weltbank zufolge stieg die Verschuldung der armen Länder 2020 um zwölf Prozent auf 860 Milliarden Dollar. Die Verschuldung bremse die Entwicklung vieler ärmerer Staaten aus und müsse auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden, forderte Malpass. „Wir brauchen eine umfassende Herangehensweise an das Schuldenproblem, inklusive Schuldenreduzierungen, schnelleren Restrukturierungen und verbesserter Transparenz.“


A visitor holds a Covid-19 vaccination pass at the State House in Benin City capital of Edo State, southern Nigeria on September 16, 2021. - Edo State in southern Nigeria has introduced a compulsory Covid-19 passes for access to public places and gatherings in a bid to increase vaccination rates in Africa's most populous nation. The measure which was resisted by protesters chanting anti-vaccination slogans at present is limited to workers in public service. (Photo by PIUS UTOMI EKPEI / AFP)
Die Corona-Kluft zwischen Arm und Reich wächst
Experten sprechen von "Impf-Apartheid": Viele Staaten Afrikas erhalten extrem wenige Corona-Vakzine. Das schafft Probleme für die ganze Welt.

Für die Jahrestagung von IWF und Weltbank kommen Finanzminister, Zentralbanker sowie Vertreter aus der Finanzwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit zusammen. Die bis Sonntag dauernde Tagung findet in einem hybriden Format statt, also teils in Washington und teils online. An einigen Beratungen wird auch die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, teilnehmen.

Überschattet wird das Treffen von einem Skandal, der die Position von IWF-Chefin Kristalina Georgiewa infrage stellt. Der 68-Jährigen wird vorgeworfen, auf ihrem vorigen Spitzenposten bei der Weltbank ein wichtiges Länderranking zugunsten Chinas beeinflusst zu haben. Georgiewa weist dies zurück.     

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nachwirkungen der Pandemie
Eine überstürzte und unausgewogene De-Globalisierung der Lieferketten könnte letztlich unseren Wohlstand gefährden.
Riesige Containerschiffe liefern Nachschub quer über den Erdball. In der Corona-Krise erfuhren viele Unternehmen, wie anfällig die fein austarierten globalen Lieferketten für Störungen sind.
Als erste Frau und erste Persönlichkeit aus Afrika wird die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala neue Generaldirektorin der kriselnden Welthandelsorganisation. Die Neue steht vor enormen Herausforderungen wie dem Einbruch des Warenaustausches durch die Corona-Krise.
Ngozi Okonjo-Iweala wird für vier Jahre in das WTO-Chefbüro einziehen.
Ein halbes Jahr später als geplant startet zum neuen Jahr die Afrikanische Freihandelszone - eine der weltgrößten. Gerade wegen der Corona-Krise sei die Freihandelszone besonders wichtig, heißt es etwa von der Weltbank.
Nigerian travellers are heading toward the border post on December 17, 2020 in Krake, one day after Nigeria announced the lifting of  borders' closure. - Nigeria is lifting the closure of borders with neighbouring Benin and Niger which it imposed in 2019 to curb smuggling of rice and other commodities, the government said on December 16, 2020. The closure had a major impact on Benin, a key exporter of foodstuffs to Africa's most populous country via its port of Cotonou. (Photo by Yanick Folly / AFP)