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"Ärgerlich, aber kein Drama"
Wirtschaft 02.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Trambaustellen

"Ärgerlich, aber kein Drama"

Bei der ersten Schienenbestellung für die Tram ging ArcelorMittal leer aus.
Trambaustellen

"Ärgerlich, aber kein Drama"

Bei der ersten Schienenbestellung für die Tram ging ArcelorMittal leer aus.
Foto: Luxtram
Wirtschaft 02.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Trambaustellen

"Ärgerlich, aber kein Drama"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Alex Nick, Luxemburg-Chef von ArcelorMittal bedauert, dass sein Konzern nicht den Zuschlag für die ersten Tramschienen erhielt. Das Werk in Rodange sieht er dadurch jedoch nicht in Gefahr.

(ml) - ArcelorMittal liefert Tramschienen nach Tunesien und nach Amsterdam. Dennoch erhielt das Werk in Rodange nicht den Zuschlag, um die ersten Schienen für die Tram in Luxemburg zu liefern. Luxtram entschied sich für den indischen Stahlkonzern Tata Steel, der ein günstigeres Angebot eingereicht hatte. "Es ist ärgerlich, aber kein Drama", kommentiert Alex Nick, ArcelorMittal-Chef der luxemburgischen Werke, die Entscheidung im "Journal". Keineswegs sollte man das Ganze überbewerten.

Der Tram-Auftrag, der sich auf rund 1,6 Millionen Euro beläuft, habe ein Volumen von 2.000 Tonnen. In Rodange würden jedoch pro Jahr 140-150.000 Tonnen produziert werden. Demnach hätte der verpasste Deal dem ArcelorMittal-Werk lediglich drei bis vier Tage Arbeit verschafft. Der Standort in Rodange sei dadurch nicht in einer lebensbedrohlichen Lage. Die getätigten Investitionen hätten nicht mit der Tram in Luxemburg in Verbindungen gestanden, sondern mit der steigenden Nachfrage beim Schienenbau.

Luxemburgische Werke sind gut aufgestellt

Bei öffentlichen Aufträgen würden Qualität oder Liefersicherheit eine Nebenrolle spielen, betont Nick. Im Vordergrund stehe der niedrigste Preis. "In diesem Fall waren wir leicht teurer, vielleicht weil unsere französischen Kollegen (vom Tata Steel-Werk in Hayange) unseren Markteintritt hier verzögern wollten und einen Kampfpreis boten", so der ArcelorMittal-Manager.

Die europäische Stahlbranche kämpft derzeit gegen das chinesische Dumping. Geert Van Poelvoorde, Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer, gibt an, dass das Vorgehen der Chinesen in den vergangenen Monaten 7.000 Jobs in Europa gekostet habe. Vergangenen Monat bestätigte ArcelorMittal die endgültige Stilllegung des Werkes in Schifflingen. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Werk in Bettemburg verkauft.

Alex Nick bleibt trotzdem zuversichtlich. Die luxemburgischen Stahlwerke seien gut aufgestellt. In Differdingen habe die Produktion von Jumbo-Trägern 2015 einen Rekord aufgestellt. Deshalb investiere man in den kommenden zwei Jahren 35 Millionen Euro in den Standort.

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