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Adler Group will Rechtsmittel gegen BaFin-Bescheid einlegen
Wirtschaft 01.08.2022
Geschäftsbilanz

Adler Group will Rechtsmittel gegen BaFin-Bescheid einlegen

Erhebliche Diskrepanzen sehen die deutschen Finanzaufsehen in der Bewertung einer Immobilie in Düsseldorf.
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Adler Group will Rechtsmittel gegen BaFin-Bescheid einlegen

Erhebliche Diskrepanzen sehen die deutschen Finanzaufsehen in der Bewertung einer Immobilie in Düsseldorf.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 01.08.2022
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Adler Group will Rechtsmittel gegen BaFin-Bescheid einlegen

Der angeschlagene Immobilienkonzern mit Sitz Luxemburg ist im Clinch mit der deutschen Finanzaufsicht.

(dpa/Bloomberg) - Der angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group will Rechtsmittel gegen einen Bescheid der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einlegen. Die BaFin habe im Rahmen einer Fehlerfeststellung beschieden, dass der Geschäftsbericht 2019 der Adler Real Estate einen Bilanzierungsfehler enthalte, teilte der SDax-Konzern am Montag in Luxemburg mit. 

Ein entsprechender Bescheid sei dem Unternehmen von der Behörde zugestellt worden. Adler halte hingegen an der vollumfänglichen Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit des testierten Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019 fest. Das Unternehmen werde den Rechtsweg ausschöpfen, um die Aufklärung voranzutreiben. Im Kern gehe es um die Bewertung des Immobilienprojekts „Glasmacherviertel“ in Düsseldorf, die die BaFin für zu hoch halte. 

Immobilie zu hoch verbucht

Das Düsseldorfer Glasmacherviertel, welches der Adler-Tochter Adler Real Estate AG gehört, sei im Konzernabschluss 2019 mit 375 Millionen Euro und damit um einen Betrag zwischen 170 und 233 Millionen Euro zu hoch verbucht worden, so die Bafin in einer Mitteilung. Die Behörde prüft die Bücher des umstrittenen Vermieters seit einem Jahr und hat die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.  


Die Immobilienpreise dürften bis 2030 weiter steigen, wenn auch nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Jahren.
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Die Behörde hatte sich eingeschaltet, nachdem die Immobiliengesellschaft im Oktober erstmals unter Druck des Leerverkäufers Fraser Perring geraten war. Dieser und sein Researchdienst Viceroy hatten schwere Vorwürfe gegen Adler erhoben, darin ging es unter anderem um die Bewertung von Immobilienprojekten. 

Das Unternehmen hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Immobilienkonzern hatte am Samstag, den 30. April, trotz des Versagungsvermerks des Abschlussprüfers KPMG die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 1,2 Milliarden Euro, nach plus 191 Millionen Euro im Jahr zuvor. KPMG selbst steht, wie bekannt wurde, für Adler nicht mehr als Wirtschaftsprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 zur Verfügung.  

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