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ADAC erklärt Erdgas zum Autoantrieb mit bester Klimabilanz
Wirtschaft 18.09.2019

ADAC erklärt Erdgas zum Autoantrieb mit bester Klimabilanz

Erdgasautos sollen die Umwelt global gesehen am wenigsten belasten.

ADAC erklärt Erdgas zum Autoantrieb mit bester Klimabilanz

Erdgasautos sollen die Umwelt global gesehen am wenigsten belasten.
Foto: AFP
Wirtschaft 18.09.2019

ADAC erklärt Erdgas zum Autoantrieb mit bester Klimabilanz

Eine Studie im Auftrag des deutschen Automobilclubs hat erstaunlicherweise nicht die Elektromobilität als am wenigsten umweltschädlich identifiziert.

Ein Stecker einer Ladesäule für E-Autos des Energieversorgers Enercity. Elektroautos und autonomes Fahren müssen um die Gunst der Deutschen kämpfen. Nach wie vor sind viele Menschen skeptisch gegenüber den beiden Zukunftstechnologien, wie eine Umfrage der Beratungsgesellschaft EY kurz vor der Automesse IAA in Frankfurt ergab. Dabei zeigt sich, dass vor allem drei klassische Probleme das Verbraucherinteresse weiter schmälern: Reichweite, Kosten, Ladenetz.
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(dpa) - Autos mit Erdgasantrieb sind nach einer Studie des deutschen Automobilclubs ADAC derzeit am wenigsten klimaschädlich. Verglichen mit Benzin-, Diesel- und Elektroautos, die mit dem aktuell gültigen Strommix fahren, schneiden erdgasbetriebene Wagen demnach am besten ab, wenn man alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus des Wagens zusammenrechnet. Erst ein E-Auto mit Nutzung von regenerativem Strom hätte eine deutlich bessere Klimabilanz als ein erdgasbetriebener Pkw, wie der ADAC mitteilte.


Wi , ACL , Automobile Club Luxembourg , Einweihung Loft , Mobility Center , u.a. ElektroFahrzeuge , Hybrid , Strom , Mobilität , Elektrautos , Ladestation , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Das Forschungsinstitut Joanneum Research hat für den ADAC den CO2-Ausstoß von Wagen der sogenannten Golfklasse ausgewertet, die 15.000 Kilometer pro Jahr fahren und eine Gesamtlebensdauer von 15 Jahren haben. Besonders negativ ins Gewicht fällt laut ADAC bei E-Autos - neben dem Anteil von Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix - die Produktion der Batterien, bei der viele Treibhausgase frei würden. Am schlechtesten schnitten in der Untersuchung Benziner ab, gefolgt von Diesel-Autos und E-Autos, die fast gleichauf lagen.

In das Ergebnis flossen die Treibhausgasemissionen ein, die bei der Herstellung und beim Recycling der Fahrzeuge entstehen, sowie die Emissionen, die bei der Produktion, Bereitstellung und beim Verbrauch des Antriebsstoffes frei werden.


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Um Untersuchungen zur Klimabilanz verschiedener Autoantriebe gibt es immer wieder Diskussionen. Das liegt unter anderem daran, dass es vor allem zur Batterieproduktion wenige öffentliche Primärdaten gibt und dass unterschiedliche Rahmenbedingungen der Studien zu verschiedenen Ergebnissen führen können.


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