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Abmahnung für Whatsapp
Wirtschaft 3 Min. 19.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Datenweitergabe an Facebook

Abmahnung für Whatsapp

Facebook hatte Ende August angekündigt, die Dienste fast zwei Jahre nach der über 20 Milliarden Dollar teuren Übernahme enger miteinander verzahnen zu wollen.
Datenweitergabe an Facebook

Abmahnung für Whatsapp

Facebook hatte Ende August angekündigt, die Dienste fast zwei Jahre nach der über 20 Milliarden Dollar teuren Übernahme enger miteinander verzahnen zu wollen.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 19.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Datenweitergabe an Facebook

Abmahnung für Whatsapp

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Deutsche Verbraucherschützer haben WhatsApp wegen der angekündigten Weitergabe der Telefonnummern von Nutzern an Facebook abgemahnt. Auch Personen, die Whatsapp gar nicht nutzen, seien betroffen.

(dpa/aa) - Deutsche Verbraucherschützer haben WhatsApp wegen der angekündigten Weitergabe der Telefonnummern von Nutzern an Facebook abgemahnt. Bei der Übernahme des Kurzmitteilungsdienstes 2014 habe Facebook öffentlich bekundet, dass WhatsApp unabhängig bleiben solle, erläuterte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag.

"Verbraucher vertrauten also darauf, dass ihre Daten allein bei WhatsApp bleiben und kein Datentransfer zu Facebook erfolgt. Ihr Vertrauen wurde enttäuscht." Die Verbraucherschützer setzten WhatsApp eine Frist bis zum 21. September, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Scharfe Kritik vom Datenschutzbeauftragten

Facebook hatte Ende August angekündigt, die Dienste fast zwei Jahre nach der über 20 Milliarden Dollar teuren Übernahme enger miteinander verzahnen zu wollen. Künftig sollen die Telefonnummer des WhatsApp-Nutzers sowie Informationen dazu, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird, an Facebook weitergegeben werden.

Durch den Abgleich der Telefonnummer solle unter anderem relevantere Werbung bei Facebook angezeigt werden. Auch die Freunde-Suche solle so verbessert werden. Von dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar kam bereits scharfe Kritik an den Änderungen.

Auch Nicht-Whatsapp-Nutzer sind betroffen

Zugleich hatte WhatsApp betont, dass Facebook auf keinen Fall Zugang zum Inhalt von Kurzmitteilungen bekommen werde. Mit der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Frühjahr seien sie ohnehin nur für die beteiligten Nutzer und nicht einmal für WhatsApp selbst einsehbar, hieß es.

Die Weitergabe der Telefonnummern betrifft laut der Verbraucherzentrale Bundesverband auch Verbraucher, die nicht WhatsApp benutzen. Sind diese mit ihrer Telefonnummer im Telefonbuch eines WhatsApp-Nutzers gelistet, so werden diese Daten ebenfalls an die Facebook-Unternehmensgruppe weiter gegeben.

So geht es ohne: Alternativen zu Whatsapp

Nach Empfehlung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) sollten Nutzer umgehend ihre Datenschutzeinstellungen prüfen und einer Nutzung ihrer Daten für Facebookwerbung widersprechen. Die Datenweitergabe wird dadurch aber nicht verhindert, lediglich zur Werbeauswertung kommt es nicht. Einzige wirksame Widerspruchsmöglichkeit ist das Löschen der Whatsapp-App.

Wer sie löscht, könnte auf folgende Alternativen ausweichen:

- Signal: Der als offene Software vertriebene Messenger erlaubt den verschlüsselten Versand von Textnachrichten, Fotos und Videos an Einzelpersonen und Gruppen. Außerdem können andere App-Nutzer per Datenverbindung angerufen werden. Unter Android ist auch der - unverschlüsselte - Versand von normalen SMS und MMS über Signal möglich. Signal gibt es kostenlos für iOS und Android.

- Threema: Texte, Bilder, Töne, Videos und Standorte können per Threema verschlüsselt gesendet werden. Außerdem gibt es Gruppenchats für bis zu 50 Mitglieder und ein verschlüsseltes Versenden von Dateien. Die Entwickler aus der Schweiz werben damit, dass keine Telefonnummern und Verbindungsdaten gespeichert werden. Threema kostet für Android und iOS 3 Euro, die Version für Windows Phone kostet 1,99 Euro.

- iMessage: Apples hauseigene Messenger-Lösung kann mit anderen Smartphones nur SMS und MMS austauschen. Nutzt das Gegenüber ebenfalls ein iOS-Gerät, was man am blauen «Senden»-Knopf und dem grauen Schriftzug «iMessage» im Eingabefeld erkennt, können verschlüsselte Einzel- und Gruppennachrichten, Fotos und Videos verschickt werden. Seit iOS 10 können iMessages auch um Sticker, Anmerkungen oder Reaktionen erweitert werden. Mit Digital Touch können Nutzer auch Nachrichten zeichnen. Vorteil: iMessage funktioniert auf dem iPhone, dem iPad, dem iPod Touch und Mac-Computern. Großer Nachteil: Es funktioniert nur auf Apple-Geräten, nicht auf Android-Smartphones.

- Wire: Der Messenger Wire erlaubt ebenfalls den verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos, außerdem sind Einzel- und Gruppenanrufe über Voice over IP möglich. Besondere Funktionen sind eine Zeichenoption oder das einfache Teilen von Bild- und Toninhalten aus Portalen wie Soundcloud, Spotify oder Youtube. Die Chatverläufe können über mehrere Geräte synchronisiert werden. Die Hersteller werben damit, dass keine Nutzerdaten gesammelt werden. Wire gibt es kostenlos für iOS, Android, Windows und Mac OS X.

- Google Hangouts: Googles App versendet Texte, Bilder, Videos, Standorte und mehr. Außerdem können andere Hangouts-Nutzer per Videoanruf kontaktiert werden. Hangouts ist auch eine Telefonie-App: Viele Anrufe in die USA oder Kanada sind kostenlos, für andere Länder kostet es Gebühren. Hangouts gibt es für iOS, Android und Chrome.


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Der populäre Kurzmitteilungsdienst WhatsApp hatte jüngst angekündigt, künftig Daten wie Telefonnummern mit Facebook teilen zu wollen. Die Brüsseler EU-Kommission verlangt von Facebook nun Aufklärung.
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So gehen Whatsapp-Nutzer vor
Wer nicht möchte, dass seine Whatsapp-Daten wie die Telefonnummer oder das Nutzungsverhalten für maßgeschneiderte Werbeanzeigen bei Facebook genutzt werden, kann dem widersprechen.
Zum Themendienst-Bericht vom 25. August 2016: Wer seine Telefonnummer nicht in den H�nden von Facebooks Werbekunden sehen will, schaltet die Weitergabe der Daten von Whatsapp am besten aus. Das geht entweder �ber den Kontrollkasten beim Lesen der neuen Nutzungsbedingungen (Screenshot links und Mitte) oder nachtr�glich in den Einstellungen (rechts). 
(Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.)
Screenshots: tmn
Nahezu zwei Jahre nach der Übernahme von WhatsApp will Facebook die Dienste enger verzahnen. In den neuen Nutzungsbedingungen geht es auch darum, WhatsApp für die Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen einzusetzen.
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