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Abgasskandal: VW-Manager in den USA festgenommen
Wirtschaft 2 Min. 09.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Abgasskandal: VW-Manager in den USA festgenommen

Meheren Medienberichten zufolge steht Volkswagen kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz.

Abgasskandal: VW-Manager in den USA festgenommen

Meheren Medienberichten zufolge steht Volkswagen kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 09.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Abgasskandal: VW-Manager in den USA festgenommen

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Im September hatte sich ein VW-Ingenieur im Abgasskandal in den USA schuldig bekannt. Nun knöpfen sich die Behörden dort einen weiteren Mitarbeiter vor: Das FBI nahm einen VW-Manager fest. Zugleich soll der Konzern kurz vor einem Vergleich mit der US-Justiz stehen.

(dpa) - Die US-Bundespolizei FBI hat einem Bericht zufolge im Zusammenhang mit dem Abgasskandal einen VW-Manager festgenommen. Ihm werde Verabredung zum Betrug vorgeworfen, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf informierte Kreise. Er soll demnach eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben. „Mit Blick auf laufende Untersuchungen äußern wir uns nicht dazu“, sagte ein VW-Sprecher am Montag. „Wir arbeiten weiter eng mit dem Justizministerium zusammen.“

Die „New York Times“ schreibt weiter, der Manager sei am Samstag in Florida verhaftet worden. Bereits an diesem Montag könnte demnach in Detroit Anklage gegen ihn erhoben werden, schreibt das Blatt. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Anderen Medienberichten zufolge steht Volkswagen kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz. Schon in der kommenden Woche könnte eine Einigung erzielt werden, die strafrechtlichen Ermittlungen beizulegen, schrieben US-Medien am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die damit verbundene Strafzahlung dürfte dem „Wall Street Journal“ zufolge bei mehreren Milliarden Dollar liegen. Auch dies wollte eine VW-Sprecherin auf Nachfrage nicht kommentieren. Offen ist auch, ob und welchen Zusammenhang es zwischen einem Vergleich und der Festnahme des Managers gibt.

Weitere zivilrechtliche Bußgelder

Unklar ist den Berichten zufolge auch, ob VW im Rahmen des Vergleichs mit dem Justizministerium ein Schuldgeständnis abgeben werde, schreibt das „Wall Street Journal“ weiter. Den Quellen zufolge dürften dem Konzern Betrug und Irreführung von Regierungsbeamten zur Last gelegt werden. Der Kompromiss dürfte demnach neben strafrechtlichen weitere zivilrechtliche Bußgelder umfassen.

Volkswagen bemüht sich, die Auseinandersetzung mit dem US-Justizministerium noch vor Amtsantritt des künftigen Präsidenten Donald Trump am 20. Januar beizulegen. Konzernchef Matthias Müller hatte im November nach den US-Wahlen gesagt, er hoffe, dass sich das Ergebnis nicht negativ auf die Verhandlungen auswirken werde.

US-Ermittlungen prüfen kriminelle Vergehen

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests manipuliert zu haben. Die US-Ermittler prüfen in diesem Zusammenhang seit über einem Jahr kriminelle Vergehen. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge von dem Skandal betroffen, davon mehr als 550 000 in den USA.

Im September hatte sich ein langjähriger VW-Mitarbeiter im Dieselskandal schuldig bekannt. Er hatte zugegeben am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests gewesen, mit der in den USA Behörden und Kunden getäuscht worden seien. Damit hat der Skandal um manipulierte Abgaswerte erstmals persönliche strafrechtliche Konsequenzen für einen Verantwortlichen in den USA.


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Am 19. September 2015 sieht es so aus, als könne Volkswagen kein Wässerchen trüben. Tags zuvor hatten Umweltbehörden in den USA zwar mitgeteilt, dass es bei Abgasmessungen nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Das seien bloß "Spekulationen", hieß es zunächst nur.
Am 19. September 2015 sah es noch so aus so aus, als könne Volkswagen kein Wässerchen trüben.