Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Abgas-Skandal: EU-Kommissarin pocht auf gründliche Aufklärung
Wirtschaft 01.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Abgas-Skandal: EU-Kommissarin pocht auf gründliche Aufklärung

„Wir müssen transparent und stark vorgehen“, so EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska im Beisein von Wirtschaftsminister Etienne Schneider.

Abgas-Skandal: EU-Kommissarin pocht auf gründliche Aufklärung

„Wir müssen transparent und stark vorgehen“, so EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska im Beisein von Wirtschaftsminister Etienne Schneider.
Foto: Europäische Union
Wirtschaft 01.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Abgas-Skandal: EU-Kommissarin pocht auf gründliche Aufklärung

Vom Skandal um manipulierte Abgaswerte ist laut Elzbieta Bienkowska bisher nur VW betroffen. Um Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen, müsse man sich aber versichern, dass in der gesamten europäischen Autoindustrie alles in Ordnung sei.

(aa) - EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska pocht im Skandal um manipulierte Abgaswerte auf gründliche Aufklärung. „Wir müssen uns nun zunächst einen Überblick über die Fakten schaffen und zwar in allen EU-Mitgliedsländern. Wenn wir diese Informationen haben, müssen wir stark und effizient durchgreifen. Das sind wir den Verbrauchern schuldig, aber auch der Fahrzeugindustrie“, so Bienkowska gestern in Luxemburg. Dort hatten die für Wettbewerbsfähigkeit und Industrie zuständigen Minister der EU-Staaten unter dem Vorsitz von Wirtschaftsminister Etienne Schneider über die Affäre beraten.

„Wir müssen transparent und stark vorgehen“, so die EU-Kommissarin und die Kommission sei bereit voranzugehen. Sie werde versuchen bereits auf der nächsten Sitzung des Wettbewerbsrat am 30. November weitere Informationen zu liefern. „Dann ist der zweite Schritt, baldmöglichst den Real-Driving-Emission-Test einzuführen. Außerdem arbeitet die Kommission an einer Reform des Typgenehmigungsverfahrens“, so Bienkowska.

Schneider vertraut deutschem Krisenmanagement

Wirtschaftsminister Etienne Schneider sagte, er vertraue dem Krisen-Management der deutschen Regierung und von VW. Das sei auch sein Eindruck während der Diskussion mit den übrigen Minister gewesen. Deutschland habe seine unbegrenzte Unterstützung angeboten. „Wir müssen alles unternehmen um die Situation zu klären, uns aber auch solidarisch zeigen, um gemeinsam aus dieser Krise herauszukommen.“ Die Verbraucher müssten wieder Vertrauen fassen, während es jegliche Schwarzmalerei zu vermeiden gelte, so Schneider.

Vom Skandal um manipulierte Abgaswerte ist nach Aussage von Industriekommissarin Bienkowska bisher nur Volkswagen betroffen. „Ich habe keine Belege, dass ein anderes Unternehmen davon berührt ist“, sagte sie. „Um Glaubwürdigkeit widerzuerlangen, müssen wir uns aber versichern, dass in der gesamten europäischen Autoindustrie alles mit den Emissionen in Ordnung ist.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Von Porsche zu VW: Auf Winterkorn folgt Müller
Nach dem Abgaskandal bei VW mussten mehrere Manager, darunter Vorstandschef Martin Winterkorn ihren Hut nehmen. An die Spitze des weltweit größten Autobauers rückt nun der aktuelle Porsche-Chef Matthias Müller nach.
2012 nahmen die beiden Manager noch gemeinsam in einem Porsche Platz: Martin Müller (l.) übernimmt das Ruder aus den Händen von Martin Winterkorn.