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Abgas-Skandal: Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn: Weltweit 2,1 Millionen Audi betroffen
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2015

Abgas-Skandal: Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn: Weltweit 2,1 Millionen Audi betroffen

Abgas-Skandal: Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn: Weltweit 2,1 Millionen Audi betroffen

Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2015

Abgas-Skandal: Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn: Weltweit 2,1 Millionen Audi betroffen

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen trifft erwartungsgemäß auch die Tochter Audi. Wie ein Sprecher der Nobelmarke am Montag sagte, sind weltweit 2,1 Millionen Modelle betroffen. Gegen den zurückgetretenen VW-Chef Winterkorn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

(dpa) - Der Abgas-Skandal bei Volkswagen trifft erwartungsgemäß auch die Tochter Audi. Wie ein Sprecher der Nobelmarke am Montag sagte, sind weltweit 2,1 Millionen Modelle betroffen.

Der fragliche Motor sei in den Varianten mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum als Turbodiesel in den Typen A1, A3, A4 und A6, dem Sportwagen TT sowie den Geländewagen Q3 und Q5 verbaut worden.

Es gehe dabei nur um Dieselmotoren, die die Abgasnorm EU 5 erfüllen. Aktuelle Motoren, die bereits die gültige Norm EU 6 einhalten, seien wie auch bei den anderen Volkswagen-Marken nicht betroffen.

Der Motor, der bei VW die interne Bezeichnung EA 189 trägt, wurde in etlichen Marken des Konzerns verwendet, etwa auch bei Skoda.

Ermittlungsverfahren

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat überdies ein Ermittlungsverfahren gegen den zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn eingeleitet. Dies wurde am Montagmorgen bestätigt. Der Vorwurf gegen den Mann lautet auf Betrug durch manipulierte Abgaswerte.

Nach Angaben einer Justizsprecherin wird geprüft, ob gegen Winterkorn ein Anfangsverdacht bestehe. Derzeit werde er noch nicht als Beschuldigter in dem Verfahren geführt; allerdings sei sein Name der einzige eines VW-Managers, der in den Anzeigen auftauche. Vor allem wollen die Ermittler klären, wer für die Manipulationen die Verantwortung trägt und welches Ziel sie hatten. Bisher seien rund zehn Anzeigen eingegangen, mit weiteren werde gerechnet.

Stadt Wolfsburg spart

Berichte über einen möglichen Einstellungsstopp als Konsequenz aus dem Skandal dementierte ein VW-Sprecher mit den Worten: „Es gibt keinen Einstellungsstopp.“ Die Stadt Wolfsburg erwartet deutliche Gewerbesteuereinbußen. „Als Sofortmaßnahme habe ich für die Stadtverwaltung bereits eine sofortige Haushaltssperre sowie einen Einstellungsstopp angewiesen“, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

VW-Markenchef Herbert Diess soll am Dienstag in Brüssel Gespräche mit der EU-Kommission über den Abgas-Skandal führen. Der Top-Manager werde Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska treffen und über die jüngsten Entwicklungen informieren, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Die EU-Kommission hatte jüngst die vollständige Aufklärung des Skandals von den nationalen Behörden verlangt.

Daneben wurden am Montag auch weitere personelle Konsequenzen des Diesel-Dramas bekannt. So wurden nach dpa-Informationen mehrere Top-Manager des Konzern beurlaubt, darunter Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. VW äußerte sich nicht dazu, auch Audi lehnte eine Stellungnahme ab. Den Informationen zufolge wehrt sich Hackenberg juristisch gegen seine Suspendierung. Bereits am vergangenen Donnerstag musste nach Angaben aus Unternehmenskreisen Porsche-Forschungsvorstand Wolfgang Hatz gehen.

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