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72 Handwerksbetriebe mussten Insolvenz anmelden
Wirtschaft 21.09.2021
Im ersten Halbjahr

72 Handwerksbetriebe mussten Insolvenz anmelden

Die Materialknappheit bereitet vielen Unternehmen Kopfschmerzen.
Im ersten Halbjahr

72 Handwerksbetriebe mussten Insolvenz anmelden

Die Materialknappheit bereitet vielen Unternehmen Kopfschmerzen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 21.09.2021
Im ersten Halbjahr

72 Handwerksbetriebe mussten Insolvenz anmelden

Die Chambre des Métiers weist auf die Risiken hin, denen Handwerksunternehmen ausgesetzt sind.

(ndp) - 72 Handwerksbetriebe mussten im 1. Halbjahr 2021 Insolvenz anmelden. Das sind 27 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2019 und 47 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2020. Das geht aus einer Pressemitteilung der Chambre des Métiers hervor. 

Dieser Anstieg müsse jedoch relativiert werden: „Nur elf Prozent der in Luxemburg angemeldeten Insolvenzen betreffen das Handwerk, welches jedoch 21 Prozent aller luxemburgischen Unternehmen ausmacht.“ 

Auch wenn das Handwerk im Vergleich zur restlichen Wirtschaft also einigermaßen robust erscheine, „so ist es doch erheblichen Risiken ausgesetzt, die sich aus der Corona-Krise ableiten“, schreibt die Handwerkskammer. Da wären in erster Linie die den Handwerksbetrieben bewilligten Beihilfen – um die krisenbedingte rückläufige Rentabilität zu überbrücken –, die nun nicht mehr ausbezahlt werden - mit Ausnahme der Veranstaltungsbranche. Außerdem müssten 30 Prozent dieser Beihilfen, also 338 Millionen Euro zurückbezahlt werden. „Die Geschäftsinhaber müssen demnach nun Gelder auftreiben, um ihre Schulden zu tilgen“, so die Chambre des Métiers weiter. 


Wo fr , Visite Chantier de la Securite Sociale , rue Mercier , Gare , Foto:Guy Jallay/Luemburger Wort
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Hinzu komme, dass „die Banken ihre Kreditbewilligungsbedingungen zwischenzeitlich erheblich verschärft haben“. Und: „Die Schwierigkeiten, die die Handwerksbetriebe in puncto Cashflow zu meistern haben, werden zudem durch die Probleme der Versorgung mit Rohstoffen verstärkt, mit denen viele Unternehmen zu kämpfen haben.“ Angesichts der Materialknappheit würden die Preise derzeit durch die Decke schießen.

„Die Handwerkbetriebe sind derzeit geschwächt und wir denken, dass sie in einigen Monaten mit verzögerter Wirkung hart getroffen werden könnten“, so Tom Wirion, Generaldirektor der Chambre des Métiers.

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