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64 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr
Wirtschaft 28.07.2022
Klimawandel

64 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

Der niedrige Wasserpegel des Rheins (im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen) erschwert die Schifffahrt, die nur noch mit halber Ladung fahren kann.
Klimawandel

64 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

Der niedrige Wasserpegel des Rheins (im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen) erschwert die Schifffahrt, die nur noch mit halber Ladung fahren kann.
Foto: dpa
Wirtschaft 28.07.2022
Klimawandel

64 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

Die Versicherungsgesellschaft müssen auch dieses Jahr wieder tief in die Tasche greifen.

Naturkatastrophen haben im 1. Halbjahr einen Gesamtschaden von 65 Milliarden Dollar (64 Milliarden Euro) angerichtet. Das geht aus einer Erhebung der Munich Re hervor. Europa kämpfte mit extremer Hitze, Australien mit Überflutungen und die USA mit Tornados.

Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, als noch Gesamtschäden von 105 Milliarden Dollar anfielen, entspannte sich die Lage zwar. Doch für die Versicherer blieben die Belastungen mit versicherten Schäden von rund 34 Milliarden Dollar hoch und im Rahmen der vergangenen Jahre.

Die Fluten in Australien waren die teuerste Katastrophe des 1. Halbjahres für die Versicherer. Sie verursachten 3,7 Milliarden Dollar an versicherten Schäden, so der Versicherer Munich Re. In Teilen von Queensland und New South Wales gab es Rekordniederschläge. Die letzte Februarwoche war die niederschlagsreichste Woche seit 1900.


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„Die Gesamtschäden und versicherten Schäden aus Überflutungen in Australien sind schon nach sechs Monaten höher als in den bisherigen jeweiligen Rekordjahren“, erklärte Ernst Rauch, Chef-Klimatologe von Munich Re, im Interview mit Bloomberg News.

Wirtschaftsschäden erst mit Verzögerung

Auf die USA entfiel im ersten Halbjahr mit rund 28 Milliarden Dollar fast die Hälfte der Gesamtschäden und mit 19 Milliarden Dollar knapp zwei Drittel der versicherten Schäden. Allein eine Gewitterfront Anfang April mit zahlreichen Tornados zerstörte Werte von mehr als drei Milliarden Dollar.

In Europa führten schon im Frühsommer Hitze und Trockenheit insbesondere in Italien, Spanien und Portugal zu Wassermangel und Waldbränden. Die Schäden durch solche Ereignisse lassen sich oft nicht genau beziffern, da Effekte – wie zum Beispiel Produktionsausfälle in der Industrie durch fehlendes Kühlwasser – erst später feststehen werden, so Munich Re.

Die Macht des Klimawandels wird immer offensichtlicher.  

„Es sind zwar alles einzelne Ereignisse mit unterschiedlichen Auslösern, aber in der Gesamtschau wird ziemlich deutlich: Die Macht des Klimawandels wird immer offensichtlicher“, sagte Rauch.

Seiner Einschätzung zufolge hätte eine temporäre Rückbesinnung auf Kohle zur Stromgewinnung in Deutschland und Europa für ein oder zwei Jahre – als Ersatz für die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland – zwar keine signifikanten Auswirkungen auf das Klima insgesamt. „Zugleich muss man aber auch sagen, dass die Einhaltung der Pariser Klimaziele noch unwahrscheinlicher werden würde“, so Rauch. 

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