Wählen Sie Ihre Nachrichten​

5,7 Millionen Schnelltests für Luxemburger Betriebe
Wirtschaft 3 Min. 11.05.2021

5,7 Millionen Schnelltests für Luxemburger Betriebe

Betriebe sollen ihre Mitarbeiter einfacher testen können.

5,7 Millionen Schnelltests für Luxemburger Betriebe

Betriebe sollen ihre Mitarbeiter einfacher testen können.
Foto: dpa
Wirtschaft 3 Min. 11.05.2021

5,7 Millionen Schnelltests für Luxemburger Betriebe

Das Arbeitsministerium startet eine neue Aktion im Kampf gegen die Pandemie. Vier Verteilzentren werden dafür im ganzen Land eingerichtet.

(mab/ndp) - Parallel zur Impfkampagne setzt die Regierung im Kampf gegen das Coronavirus nun verstärkt auf Testmöglichkeiten für die Bevölkerung. Im Rahmen dieser Strategie sollen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, ihren Beschäftigten kostenlos Corona-Tests zur Verfügung zu stellen. 5,7 Millionen Schnelltests werden in den nächsten Tagen an die Betriebe des Landes verteilt. Die Aktion läuft vom 17. bis zum 29. Mai und ist auf freiwilliger Basis. Das teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. 


Customers sit at tables placed outside restaurants as a measure to prevent Covid-19 contagion in Asuncion on May 9, 2021. (Photo by NORBERTO DUARTE / AFP)
Unter welchen Auflagen sind Restaurantbesuche erlaubt?
Ab Sonntag sollen Restaurants im Innenbereich wieder Gäste empfangen dürfen. Doch es gibt Auflagen.

Für die Tests gibt es vier regionale Verteilstationen im Land: Diekirch (Industriezone Zano), Sanem (Scheierhaff beim Festikuss), Bartringen (Arca) und Grevenmacher (Op Flohr). Diese sind montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Die Tests werden kostenlos zur Verfügung gestellt und die Betriebe können selber entscheiden, ob sie an der Aktion teilnehmen oder nicht. 

„Es besteht weder für Unternehmen noch für Mitarbeiter eine Testpflicht“, sagt Arbeitsminister Dan Kersch. Die Regierung sei dem Beispiel anderer Länder, die eine Corona-Testpflicht für Unternehmen gesetzlich eingeführt haben, nicht gefolgt. „Die Testpflicht hat in einigen Ländern dazu geführt, dass die Lieferung der verfügbaren Schnelltests ins Stocken geraten ist, die Preise gestiegen sind und so einige Betriebe die gesetzlichen Verpflichtungen nicht sofort erfüllen konnten, weil sie noch keine Schnelltests zur Verfügung hatten. Das wollten wir in Luxemburg vermeiden und daher haben wir von Anfang an auf Freiwilligkeit gesetzt“, so Dan Kersch. 

Es wäre jedoch wichtig, dass sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer alles dafür tun, um die Gesundheit ihrer Mitmenschen sicherzustellen. Das sei auch so im „Code du travail“ vorgeschrieben. So müsse etwa ein Arbeitgeber in einem Streitfall nachweisen können, dass er alles Notwendige und Mögliche getan habe, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten.

„Keine absolute Sicherheit“

Patrick Dury (LCGB), Nora Back (OGBL), Dan Kersch und Jean-Paul Olinger (UEL) (v.l.n.r.) bei der Vorstellung der neuen Schnelltest-Aktion.
Patrick Dury (LCGB), Nora Back (OGBL), Dan Kersch und Jean-Paul Olinger (UEL) (v.l.n.r.) bei der Vorstellung der neuen Schnelltest-Aktion.
Foto: Gerry Huberty

Vorgesehen ist, dass sich Mitarbeiter und Selbstständige zweimal die Woche während sechs Wochen testen können. Rund 76 000 Briefe werden bald an die Betriebe des Landes verschickt. Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern werden direkt beliefert, also nicht durch die lokalen Verteilzentren. Den Unternehmen bleibt überlassen, wie sie die Schnelltests und die Abläufe innerhalb des Betriebs organisieren. 

Schnelltests sind ein präventiver zusätzlicher Baustein in der Pandemiebekämpfung und ergänzen die vorhandenen Schutzmaßnahmen im Betrieb.

Dan Kersch

Arbeitsminister Dan Kersch weist darauf hin, dass auch „Schnelltests keine absolute Sicherheit“ bedeuten. Man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, dass man ab sofort auf alle anderen Sicherheitsmaßnahmen verzichten könne. „Schnelltests sind ein präventiver zusätzlicher Baustein in der Pandemiebekämpfung und ergänzen die vorhandenen Schutzmaßnahmen im Betrieb.“ Andere Maßnahmen bleiben also wichtig, etwa Abstand zu halten und Masken zu tragen. 

Wer positiv getestet wird, solle natürlich nicht zur Arbeit gehen, respektive den Arbeitsplatz verlassen, und sich dann auf der Website der Gesundheitsinspektion covidtracing.public.lu melden. Dadurch bekommt er automatisch eine Anordnung für einen PCR-Test. 

Was sagen die Gewerkschaften dazu?

Die 5,7 Millionen Schnelltests für die Betriebe sind Teil der 50-Millionen-Tests, die von der Regierung bestellt wurden und unter der Bevölkerung verteilt werden sollen. Möglichst viele Tests sollen helfen, die Corona-Infektionen einzudämmen bis alle geimpft sind. 

Jean-Paul Olinger, Direktor des Patronatsverbands UEL, unterstützt die Initiative, „die auch zusammen mit den Gewerkschaften ausgearbeitet wurde“. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Schnelltests auf freiwilliger Basis stattfinden. Wir werden aber sowohl die Unternehmen als auch die Mitarbeiter ermutigen, bei der Aktion mitzumachen, weil sie dabei hilft, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren“, so Jean-Paul Olinger. 


Bei einem Antigen-Schnelltest wird anders als bei einem PCR-Test nicht das Erbmaterial des Virus nachgewiesen, sondern Eiweißfragmente aus der Hülle des Virus.
Schnelltests in Apotheken ab sofort möglich
Prinzipiell ist es jetzt schon möglich, sich in einer Apotheke testen zu lassen. Allerdings ist der Startschuss noch nicht überall gefallen.

Auch LCGB-Präsident Patrick Dury und OGBL-Präsidentin Nora Back unterstützen die Initiative. „Wir wissen, dass die Impfkampagne noch etwas dauern wird. In der Zwischenzeit stehen den Beschäftigten Schnelltests zur Verfügung“, sagt Patrick Dury. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Pandemiebekämpfung“, meint auch Nora Back. Es sollte aber kein falsches Gefühl der Sicherheit entstehen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema