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34 Leute und 12 Flieger ziehen um
Die Gruppe West Air Europe betreibt insgesamt über 50 Flugzeuge. West Air Luxembourg hat derzeit sechs ATP aus dem Hause British Airways und eine ATR-72 im Betrieb.

34 Leute und 12 Flieger ziehen um

Foto: West Air Luxembourg
Die Gruppe West Air Europe betreibt insgesamt über 50 Flugzeuge. West Air Luxembourg hat derzeit sechs ATP aus dem Hause British Airways und eine ATR-72 im Betrieb.
Wirtschaft 2 Min. 15.03.2012

34 Leute und 12 Flieger ziehen um

Luxemburg ist nicht nur für große Akteure wie die Cargolux ein guter Standort für internationales Luftfrachtgeschäft. Auch kleinere Anbieter wie West Air Luxembourg haben die Möglichkeiten erkannt. Die Airline, die zu einer schwedischen Unternehmensgruppe gehört, will ihr paneuropäisches Geschäft vom hiesigen Standort ausbauen.

Von Andreas Holpert

Luxemburg ist nicht nur für große Akteure wie die Cargolux ein guter Standort für internationales Luftfrachtgeschäft. Auch kleinere Anbieter wie West Air Luxembourg haben die Möglichkeiten erkannt. Die Airline, die zu einer schwedischen Unternehmensgruppe gehört, will ihr paneuropäisches Geschäft vom hiesigen Standort ausbauen. Dazu wird zunächst das operative Geschäft – Mitarbeiter und Fluggerät – von Schweden nach Luxemburg verlagert.

Mit dem Flugzeughersteller Airbus verhandelt die Gruppe zudem über einen Neustart des erst vor kurzem offiziell beendeten „Conversion-Projekt“ – dem Umbau von Passagiermaschinen in Frachter.

Die luxemburgische Frachtfluggesellschaft West Air gehört zusammen mit West Air Sweden und Atlantic Airlines in Großbritannien zur Unternehmensgruppe West Air Europe Group, die unter dem Markennamen West Atlantic auftritt.

Entstanden ist die Gruppe aus der Fusion der West Air Europe und der britischen Frachtairline Atlantic Airlines. Sitz der Gesellschaft ist Göteborg. Dort wurde entschieden, das operative Geschäft in Schweden zur Tochter nach Luxemburg zu verlagern. Im Zuge des Umzugs kommen 34 Mitarbeiter nach Luxemburg, wo die Airline dann über 100 Beschäftigte haben wird, wie Geschäftsführer Peter Koster gegenüber dem „Luxemburger Wort“ erklärte. Außerdem sollen zwölf Flugzeuge vom Typ Bae ATP umgemeldet werden.

Flotte in Luxemburg wächst auf über 20 Flugzeuge

Für sechs Maschinen laufe bereits das Lizenz-Verfahren, sechs weitere stehen noch aus, sagt Koster. Zusammen mit den laut Luxemburger Luftaufsicht bereits registrierten sieben Turboprop-Flugzeugen (sechs ATP- und eine ATR-72) soll die Flotte der West Air auf über 20 Flieger bis 2012 wachsen. Bis November soll die Verlagerung über die Bühne gehen. Der Transfer der Flotte von Schweden nach Luxemburg, zu dem auch eine Bombardier CRJ-200 gehört, soll bis April 2012 abgeschlossen sein.

„Danach werden von Luxemburg aus die zentraleuropäischen Geschäfte gesteuert“, betont der Chef der West Air Luxembourg. Damit gehen die Aufgaben der 2003 gegründeten Gesellschaft weit über die anfängliche Funktion als Flugleiterzentrale und Crewbasis hinaus. Das Management der Gruppe und Sitz der Holding bleiben in Schweden. Die Tochter in Großbritannien handelt weiterhin eigenständig unter der gemeinsamen Marke.

Den Umzug nach Luxemburg begründet Koster mit der strategischen Lage des Landes, das mit seiner paneuropäischen Grundausrichtung ideal für die Geschäftsziele der Fluggesellschaft sei. „Unsere Aktivitäten reichen von Tunis bis Helsinki und Luxemburg liegt mittendrin“, macht Koster deutlich. Natürlich würden auch das Lohnnebenkosten-Niveau und ein politisch stabiles Umfeld eine Rolle spielen.

West Air Luxembourg ist keine Frachtfluggesellschaft wie Cargolux. Das Unternehmen hat sich auf die Vermietung von Flugzeugen spezialisiert. Die Maschinen von British Aerospace haben ein Frachtvolumen von bis zu 8,4 Tonnen und werden vor allem an Paket- und Postdienste wie z.B. den Kurierdienst DHL „verleast“.

Zum Vergleich: Die Kapazität der von der Cargolux betriebenen Boeing-Frachter liegt bei 113 Tonnen für die 747-400F und bei 136 Tonnen für die neuen Flugzeuge vom Typ 747-8F. Doch auch West Air will seine Kapazitäten erhöhen und sollte eigentlich als „launch operator“ Ende 2012 als erste Gesellschaft den in eine Frachtmaschine umgebauten Passagierflieger vom Typ A320 in Betrieb nehmen. Daraus wird jedoch erst einmal nichts. Airbus hat das Projekt nämlich vorzeitig beendet, wie der europäische Hersteller vor etwas über einer Woche mitteilte.

Info: Der Bericht wurde für wort.lu gekürzt. Den vollständigen Artikel finden Sie im Luxemburger Wort vom Dienstag, den 28. Juni.